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In diesem Haus in Anzing ereignete sich im Juni 2015 die schreckliche Tat.

Am Dienstag beginnt der Prozess gegen den Ehemann

Frau (66) in Badewanne aufgebahrt

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Anzing - Es war der Horror pur. Als im Juni 2015 zwei Finanzbeamte ein Haus in Anzing durchsuchen sollten, fanden sie eine weibliche Leiche und einen Mann im Delirium. Wenige Tage später stand fest: Die 66-Jährige war ermordet worden.

Update: Der Anzinger hat vor Gericht den Mordvorwurf zurückgewiesen.

Als Täter kam nur ihr Gatte (56) in Frage. Nach einem ersten Aufenthalt im Isar-Amper-Klinikum in Haar kam er in U-Haft. Am Dienstag, 16. Februar, beginnt vor dem Landgericht München II sein Prozess.

Ganze 23 Zeilen kurz ist die Anklageschrift gegen den Kaufmann. Grund dafür sind wohl fehlende Angaben des Mannes. Ob er sich zu Prozessauftakt äußern wird, wollte seine Verteidigerin Heidi Pioch am Montag noch nicht preisgeben. Und so steht bislang nur fest, dass die 66-Jährige erstickte, bzw. ihr das Genick gebrochen, weil ihr Hals mit aller Gewalt zugedrückt wurde. Infrage kommt dafür ein Fuß oder auch ein Knie, eventuell auch ein Ellenbogen Der Hintergrund der Tat bleibt völlig nebulös.

 Als die Finanzbeamten in das Haus gelangt waren, fanden sie die Frau in der Badewanne, bäuchlings aufgebahrt nach buddhistischen Ritualen. Der Ehemann hockte mit schwersten Vergiftungserscheinungen im benachbarten Schlafzimmer. Vieles spricht für einen missglückten Mitnahmesuizid. Deshalb wurde der 56-Jährige zunächst in die Psychiatrie gebracht. Nach der Entgiftung begannen die Vernehmungen, die nicht viel brachten. Anschließend kam er in Untersuchungshaft.

Motiv und Tathergang sind noch völlig unklar

Der Prozess ist auf zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Völlig unklar sind nicht nur Beweggründe und Motiv, sondern auch der tatsächliche Tötungsverlauf. Der in der Anklage beschriebene Tathergang basiert nur auf den Verletzungen und der Spurenlage, die das Bad hergab. Macht der Angeklagte keine Angaben, muss von diesem Tatablauf ausgegangen werden. Dem Mord vorangegangen war eine brutale körperliche Auseinandersetzung. Ob selbiger ein verbaler Streit vorausging, ist auch dem weiteren Bericht der Ermittlungen nicht zu entnehmen, der – im übrigen – außerordentlich mager ausfällt.

Weil die Polizei anfangs so gar keine Erkenntnisse hatte, befragte sie einige Geschäftsleute im Ort, zumeist unter Vorlage eines Fotos, das die Eheleute zeigte. Es ging darum, herauszubekommen, wann das Paar zuletzt in Anzing gesehen worden war, um damit den Todeszeitpunkt einzuengen. Die Leiche befand sich nämlich in keinem guten Zustand mehr, als sie von den Finanzbeamten gefunden wurde. Sollte der Angeklagte im Prozess schweigen, wird das Verfahren ein reiner Indizienprozess. Insgesamt zwölf Zeugen und drei Sachverständige sind geladen – unter ihnen ein Psychiater, der dem Gericht ein seelisches Bild des Angeklagten zum Tatzeitpunkt zeichnen soll. Ein schwieriges Unterfangen, sollte sich der 56-Jährige an den Verhandlungstagen nicht äußern.

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