Forderungen

Zu viel Verkehr, Lärm und Stau auf der A94: Bürgermeister fordern Maßnahmen, auch von München

  • Armin Rösl
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Die A 94 ist das östliche Einfallstor nach München. Verkehr, Lärm und Staus werden immer mehr, auch für die Gemeinden entlang der Autobahn. Die Bürgermeister fordern Maßnahmen.

Anzing – „Und jetzt die Verkehrsmeldungen: Autobahn A 94, Fahrtrichtung München, zäh fließender Verkehr und Stau zwischen den Anschlussstellen Hohenlinden und Parsdorf.“ Fast jeden Wochentag in der Früh, zum Berufspendelverkehr, läuft diese Meldung im Radio. Oftmals führt der Stau noch weiter, über das Autobahnkreuz München-Ost hinaus in Richtung Landeshauptstadt. Und am Nachmittag das gleiche Bild in die andere Richtung. Seit der Eröffnung des letzten Teilstücks der A 94 in Richtung Altötting ist der Verkehr merklich mehr geworden. Hinzu kommen die Fahrzeuge, die an der Anschlussstelle Markt Schwaben von der Flughafentangente Ost auf die Autobahn fahren. Mehr Verkehr, mehr Fahrzeuge, mehr Lärm.

In den vergangenen Monaten war dies schon Thema in mehreren Gemeinderatssitzungen von Kommunen an der A 94: Poing, Anzing, Forstinning, Markt Schwaben und Vaterstetten. Mit Überlegungen, ob und wie man den Lärm eindämmen könnte, beispielsweise mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Kurz nach der Eröffnung des neuen Teilstücks bei Dorfen (Kreis Erding) hatte die Staatsregierung nach Bürgerprotesten ein Tempolimit in diesem Abschnitt eingeführt.

Tempolimit, längere Einfädelstreifen

Nun hatte der für den Landkreis Ebersberg zuständige CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber zusammen mit Anzings Bürgermeisterin Kathrin Alte die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden im Landkreisnorden zu einem Treffen eingeladen, um die Situation zu erörtern und um Lösungen zu suchen. Mit dabei waren auch Landrat Robert Niedergesäß, Polizeirat Helmut Hintereder (Leiter der Polizeiinspektion Poing) sowie Jochen Eid (Abteilungsleiter Planung und Bau bei der Autobahndirektion Südbayern) und Jochen Leitner (Bereichsleiter Straßenbau) vom Staatlichen Bauamt Rosenheim.

Lesen Sie auch: Der Verkehrsdruck auf das Autobahnkreuz München-Ost wird in den kommenden Jahren um bis zu einem Drittel steigen. Eine komplett neue Form soll diesem Andrang Herr werden.

Landtagsabgeordneter will regelmäßiges Gespräch

Wie Huber berichtet, haben die Bürgermeister von Anzing, Forstinning (Rupert Ostermair), Markt Schwaben (Michael Stolze), Poing (Thomas Stark) und Vaterstetten (Leo Spitzauer) mehrere Maßnahmen angesprochen, die aus ihrer Sicht umgesetzt werden sollten. „So plädierten die Bürgermeister für eine Verlängerung der Einfädelstreifen in Fahrtrichtung München an den Anschlussstellen Forstinning, Anzing und Markt Schwaben auf ca. 500 Meter“, schreibt Thomas Huber in einer Pressemitteilung. Dadurch solle der Verkehr flüssiger laufen und Stauungen auf der Autobahn vermindert werden. Durchgezogene Linien im Bereich der Anschlussstellen könnten dies unterstützen.

A94: Bürgermeister fordern Ampeländerung in München

Als weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Staus forderten die Rathauschefs ein Lkw-Überholverbot sowie die Rücknahme der seitens der Landeshauptstadt München kurzfristig geänderten Grünphasen an den Ampelschaltungen stadteinwärts am Ende der A 94. Gerade hier bilde sich im Berufsverkehr täglich ein immenser Rückstau auf die A 94 bis Parsdorf, so die einhellige Meinung der Rathauschefs. Huber und Landrat Robert Niedergesäß versprachen, diesbezüglich ein Gespräch mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zu führen.

Darüber hinaus, so berichtet der CSU-Landtagsabgeordnete, solle geprüft werden, „ob das modellhaft eingeführte Tempolimit im neuen Teilabschnitt der A 94 (Landkreis Erding) auch auf den Streckenabschnitt der A 94 im Landkreis Ebersberg verlängert werden kann“.

Sechsspuriger Ausbau im Bundesverkehrswegeplan

Jochen Eid von der Autobahndirektion Südbayern, habe beim Treffen berichtet, dass im Bundesverkehrswegeplan der sechsspurige Ausbau der A 94 vom Autobahnkreuz München-Ost bis zur Anschlussstelle Markt Schwaben vorgesehen sei. Hinzu komme die Ertüchtigung des Kreuzes München-Ost. Allerdings, so Huber, habe Eid zu Bedenken gegeben, dass die Erweiterung der Autobahnen rund um München die Verkehrsprobleme alleine nicht lösen würden. Stefan Leitner vom Staatlichen Straßenbauamt Rosenheim kündigte beim Gespräch in Anzing an, dass im Herbst eine Verkehrszählung auf der A 94 durchgeführt werde.

Wie Landtagsabgeordneter Thomas Huber in seiner Pressemitteilung schreibt, soll „dieses Gespräch der Kommunen mit den Behördenvertretern künftig regelmäßig stattfinden“. Damit die betroffenen Gemeinden ihre Anliegen vorbringen und sich über aktuelle Maßnahmen aus erster Hand informieren könnten.

Die A9 bei Nürnberg wird ab Samstag (19 Uhr) komplett gesperrt. Das erklärte die Autobahndirektion Nordbayern. Zusätzlich rechnet der ADAC wegen dem Ferienbeginn mit Stau.

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