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Eine Momentaufnahme am Ortseingang Anzings im Zuge der alten B 12: Stauausweichler sind in Anzing, Forstinning und Parsdorf zum großen Problem geworden.

Verkehrsprobleme im Landkreisnorden

Grüne fordern Maßnahmen gegen Stauumfahrer der A94

Die Verkehrsprobleme im Landkreisnorden nehmen nach der Eröffnung der A 94 zu. Die Grünen setzen dagegen einen massiven Forderungenkatalog. 

Anzing/Forstinning – Wie Anzing und Forstinning leidlich erfahren muss, hat seit Fertigstellung des letzten Teilstücks der A 94 der Autoverkehr in den beiden Orten deutlich zugenommen. Dies liegt offensichtlich an der Nutzung der ehemaligen B 12 als Ausweichstrecke für die nun häufig überlastete A 94 zwischen Pastetten und Parsdorf, wie unlängst schon im Laufe der Bürgerversammlung in Forstinning anklang (wir berichteten). Neben der Beeinträchtigung durch Staus und Abgase ist es für Nutzer des ÖPNV besonders ärgerlich, dass mehrere Buslinien von den entstehenden Staus ebenfalls betroffen sind und verspätete Busse im schlimmsten Fall die fahrplanmäßige S-Bahn-Anbindung nicht mehr erreichen können: in Anzing sind die Linien 446, aber auch 465 und 461 betroffen, in Forstinning die Linie 469.

Buslinien können nicht mehr pünktlich fahren

Genau diese Problematik haben nun die Grünen aufgenommen und einen Maßnahmenkatalog aufgestellt. Der Anzinger Bürgermeisterkandidat Tobias Finauer: „Wir Anzinger müssen die Auswirkungen einer verfehlten Verkehrspolitik ausbaden, die auf den unwirtschaftlichen motorisierten Individualverkehr setzt anstatt den dringend notwendigen Ausbau des ÖPNV im ohnehin überlasteten Münchner Osten voranzutreiben. Nun stehen Autobahndirektion und Staatsregierung in der Verantwortung, hier für Abhilfe zu sorgen.“

Die Grünen fordern Nachbesserungen: So kämen nach ihrer Auffassung kurzfristige Maßnahmen wie „Pförtnerampeln“ in Frage, die den Verkehr außerhalb der Ortschaften regulieren. Oder auch sogenannte „Busbeschleuniger“-Ampeln, die einem herannahenden Bus Vorfahrt einräumen.

Technische Verkehrssteuerung über Ampeln

Um Staus auf der Autobahn selbst zu vermeiden, könnte außerdem bei starkem Verkehr mit einer intelligenten Steuerung die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h reduziert werden, damit der Verkehrsfluss erhalten bleibt. Die Grünen halten außerdem eine grundsätzliche Tempobegrenzung auf 120 km/h, auch in Richtung Isen und Dorfen, für die einfachste und billigste Möglichkeit, den Verkehrslärm zu reduzieren.

Eine weitere, vergleichsweise günstige Möglichkeit, die Anzahl der Pkw zu reduzieren, wäre eine Unterstützung der klammen Kreiskasse, um die gerade vom Umweltausschuss aus Kostengründen abgelehnte Erhöhung der Taktrate der beliebten Buslinie 9410 zu finanzieren. Diese führt von Gars über Hohenlinden, Forstinning und Anzing direkt ins Münchner Zentrum.

Rückbau der alten B 12 gefordert

Aber auch längst fällige bauliche Maßnahmen werden gefordert. Ronja Ofner, Gemeinderätin der Grünen in Anzing: „Durch den stark zugenommenen innerörtlichen Verkehr und die morgendlichen Staus durch den Ort werden die Anwohner stark durch die Emissionen belastet. Leider hat der vermehrte motorisierte Verkehr auch negative Auswirkungen auf die Sicherheit von Fahrradfahrern und Fußgängern. Ein Rückbau der alten B12 ist dringend notwendig, damit es unattraktiv wird, bei hoher Verkehrsbelastung auf der Autobahn über die Dörfer auszuweichen“. Letztlich würde eine nachhaltige Entlastung nur der seit Jahrzehnten verschlafene Ausbau der parallel zur A 94 laufenden Bahnlinie bringen.

So spricht Landratskandidatin Waltraud Gruber von einer verfehlten Verkehrspolitik: „Während die umstrittene Autobahn mit allem Nachdruck vorangetrieben wurde, warten wir bis heute auf den Ausbau der Bahn München–Mühldorf– Freilassing. Die Verkehrsbelastungen für Anzing und Forstinning waren abzusehen.“  ez

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