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Es stockt beim Bau einer Wohnungen auf dem Areal hinter der Alten Post in Anzing. 

Komische Parkplatz-Arithmetik: 5 mal 2 = 7,5

Schandfleck bleibt: Pläne bei der Alten Post scheitern an Parkplatz-Dauerstreit

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Womöglich müssen sich die Anzinger noch eine Weile länger als befürchtet daran gewöhnen, dass sich in ihrem Dorfkern ein optischer Schandfleck befindet.

Anzing Mit der Sanierung und Restaurierung der „Alten Post“, das – wie mehrfach berichtet – einmal ein höherwertiges Hotel werden soll, wird es nicht so schnell gehen wie einmal geplant. Genau so hakt es bei dem Projekt, im hinteren Gebäudeteil mehrere Eigentumswohnungen hochzuziehen und die dort befindlichen Garagen abzureißen.

Parkplätze als Dauerthema

Letzteres war Thema in einer Bauausschusssitzung dieser Tage im Anzinger Rathaus. Dabei hatten es die Mandatsträger sogar mit einer Wiedervorlage eines Bauantrags zu tun, denn schon einmal wurden Pläne des Antragsstellers von den örtlichen Entscheidungsgremien zurückgewiesen. Damals ging es um unzureichend gelöste Stellplatzfragen: Und diesmal wieder.

Duplexgaragen als Knackpunkt

Das Problem: Für die fünf geplanten Wohnungen (zwei um die 50 Quadratmeter, drei bis zu 119 Quadratmeter groß) verlangt die Stellplatzsatzung samt Besucherparkplatz neun Stellplätze. Laut Berechnungen der Gemeinde bringt der Bauwerber jedoch nur 8,5 zusammen. Diese krumme Zahl wiederum geht auf einen besonderen Passus der kommunalen Stellplatzsatzung zurück. Die wurde zuletzt im Oktober 2017 neu verfasst. Darin enthalten ist eine Bestimmung, nach der bei „Mehrfachparkgaragen je zwei Einstellmöglichkeiten jeweils nur 1,5 Stellplätze“ angerechnet werden. Hier geht es um sogenannte Duplex-Garagenstellplätze. Fünf davon will man in den Keller des geplanten Neubaus installieren. Macht rechnerisch nach Definition der Anzinger Stellplatzsatzung aber eben nur 7,5.

Einvernehmen wird verweigert

Ob das, was hier mathematisch angestellt wird, noch zeitgemäß ist, zumal sich die Duplex-Technologie im Laufe der Jahre nach Expertenmeinung stetig weiterentwickelt hat, ist umstritten. Nicht jedoch im Bauausschuss, der mit 6:1 Stimmen signalisierte, dem vorgelegten Bauantrag das Einvernehmen nicht erteilen zu wollen.

Weil es sich hier um eine Beschlussempfehlung handelt, wird der Anzinger Gemeinderat womöglich schon in seiner nächsten Sitzung abschließend entscheiden. Danach besteht noch immer die Option, dass das Landratsamt das Einvernehmen herstellt. Solange jedoch der Streit um die Duplex-Lösungen nicht gelöst ist, wird baulich in der Hirnerstraße nichts passieren.

Auch beim Hotel hakt es

Nicht betroffen von diesem Konflikt ist die Hotelfrage. Das Vorhaben ist von dem Wohnungsbauprojekt abgetrennt worden. Aber auch dort hakt es zurzeit. Für den Hotelbetrieb sind nämlich ebenfalls Stellplätze erforderlich. In welcher Anzahl, das ist abhängig von der Zahl der geplanten Hotelbetten. Das Projekt ist gegenwärtig zurückgestellt, bis eine Lösung gefunden ist, die die Stellplätze betrifft, heißt es.

Beim ebenfalls geplanten Restaurant verhält sich das Thema Stellplätze anders. Wenn sich hier die künftigen Sitzplätze nicht ändern, greift Altbestandsschutz.

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