+
Das Ehrenzeichen der Feuerwehr Anzing erhielt Martin Finauer für seine Verdienste als stellvertretender Kommandant von 1981 bis 1999. Auf dem Foto (v.l.): ehem. Kommandant Josef Reither, Vorsitzender Siegfried Reinefeld, M artin Finauer, Vorsitzender des Ehrenausschusses Franz Hartl und der neu gewählte Kommandant Tobias Bönte.

Anzinger Feuerwehr geht ohne Zwist in die Zukunft

Stolpersteine beseitigt

  • schließen

Wie oft das Wort „Danke“ an diesem Abend fiel, hat wohl niemand gezählt. Ein paar Dutzend Mal wurde es ganz sicher in den Mund genommen. Josef Reither dankte der Mannschaft. Die dankte Josef Reither. Der dankte Tobias Bönte. Bönte bedankte sich bei Reither. Die Delegierten der Kreisfeuerwehr bedankten sich ebenfalls. Und Bürgermeister Franz Finauer dankte auch allen. Und so weiter.

Anzing – Am Ende der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Anzing herrschte jedenfalls große Harmonie. Und allgemeine Zufriedenheit. Immerhin war es an diesem Abend gelungen, auf der Position des Ersten Kommandanten einen Wechsel herbeizuführen, der harmonischer nicht hätte verlaufen können.

Nach 18 Jahren an der Spitze gab Reither seinen Posten, wie intern schon angekündigt und auch irgendwie schon eingefädelt, auf. Das Plenum wählte Bönte, der bereits seit 2011 der Stellvertreter war, zum neuen Ersten Kommandanten. Alle Anwesenden stimmten für ihn, es gab nur eine Enthaltung.

Neuer stellvertretender Kommandant wird Michael Belmer, der ebenso eindeutlich das Vertrauen der Mannschaft erhielt.

Bestätigt werden muss das Ganze nur noch durch die Kreisbrandinspektion und formell durch den Anzinger Gemeinderat, was allerdings nur noch Routine sein dürfte. Ziemlich geräuschlos hat die Anzinger Wehr damit einen Generationenwechsel vollzogen, was heutzutage nicht in allen Ortsfeuerwehren üblich ist.

Bei der Anzinger Feuerwehr, lange ist’s her, hatte es auch schon mal turbulentere Zeiten gegeben. Damals stand man vor einer echten Zerreißprobe. Nur ganz zart klang das im Sitzungsverlauf nochmals an.

Inzwischen hat es den Anschein, dass die Feuerwehrler in Anzing längst wieder eine eingeschworene Gemeinschaft ist.

Was nicht zuletzt zum Ausdruck kommt in der Vielzahl von gesellschaftlichen Ereignissen, auf die Tanja Bönte bei der Vorstellung der Bilanz für 2016 aufmerksam machte. Auch heuer sind derartige Aktivitäten schon fest terminiert.

Nächstes wichtiges Datum ist bereits am kommenden 3. März, dann findet in Anzing die Weihe des neuen Löschfahrzeugs statt (wir berichteten bereits).

Selbstverständlich wird bei der Feuerwehr nicht nur gefeiert. 84 Einsätze standen im Vorjahr zu Buche, was sich auf 2339,5 Arbeitsstunden summiert. Die Tendenz sei leicht steigend, so Tobias Bönte. Schwerpunktmäßig hat es die Anzinger Feuerwehr mit der FTO und der A 94 zu tun. Es gab 34 technische Hilfeleistungen bei 28 echten Bränden. So viele wie lange nicht mehr.

Um das alles fachgerecht zu bewältigen, führte man 2016 genau 100 Übungen durch, die sich auch ausdrücken lassen in 3082,5 Arbeitsstunden. Bewältigt wird das Pensum von derzeit 66 Aktiven plus 17 Jugendlichen. Mit also 83 einsatzbereiten Kräften hat die Anzinger Feuerwehr ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht. Zählt man noch Passive, Ehrenmitglieder und Förderer hinzu, kommt man sogar auf 139 Feuerwehrler insgesamt. Im Vorjahr waren es noch 131.

Diese in der Summe sehr positiven Zahlen haben nicht nur, aber zu einem nicht unwesentlichen Teil mit dem Wirken Josef Reithers zu tun. Ihm sei es gelungen, aus einer Dorffeuerwehr eine professionelle Truppe zu machen, zitierte Bönte aus einer Laudatio für den Exchef aus dem Jahr 2013. Dass es ihm obendrein gelungen sei, den angesprochenen internen Streit vollständig zu schlichten, sei eine Art „Meisterstück“, so der neue Kommandant.

In den 18 Jahren an der Spitze hatte Reither an rund 900 Einsätzen mitgewirkt. Über die Hälfte der jetzigen Belegschaft kenne gar keinen anderen Kommandanten als ihn, sagte Tobi Bönte.

Ganz ausscheiden wird Reither freilich nicht. „Ich freue mich darauf, jetzt zu könen und nicht zu müssen“, bemerkte Reither, der nach einer kurzen Dankesrede mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde.

Bürgermeister Finauer schloss sich da gerne an. Es sei Aufgabe der Politik, immer wieder daran zu erinnern, dass das Thema Feuerwehr eine Pflichtaufgabe der Kommunen sei und dass hier Männer und Frauen agierten, die einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Freizeit für die Dorfgemeinschaft opferten, so der Rathauschef.

Zwei von ihnen wurden im Versammlungsverlauf besonders ausgezeichnet. 50 Jahre Vereinsmitglied ist Franz Hartl. In seiner Funktion als Ehrenausschussmitglied war es ihm vorbehalten, die Laudatio für Martin Finauer zu halten. Der bekam für seine langjährige Tätigkeit in führender Funktion bei der Feuerwehr Anzing das Ehrenzeichen in Silber.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Falsche Handwerker betrügen Ebersberger Rentnerin (86)
So dreist! Falsche Handwerker haben eine gutgläubige Rentnerin in Ebersberg um 1000 Euro betrogen. Der Vorfall ereignete sich in der Kampenwandstraße.
Falsche Handwerker betrügen Ebersberger Rentnerin (86)
Auf den letzten 50 Metern
Nur noch 50 Meter fehlen, dann ist das Nahwärmenetz in Markt Schwaben komplett. Mitte September soll es in Betrieb gehen.
Auf den letzten 50 Metern
Feuerwehr: So verhalten Sie sich nach einem Unwetter
Bei einem Unwetter wie vom vergangenen Wochenende ist sich jeder selbst der Nächste. Dafür hat wahrscheinlich keiner mehr Verständnis, als die Feuerwehr selbst.
Feuerwehr: So verhalten Sie sich nach einem Unwetter
Schurers Gschmäckle-Wahlkampf
Wahlkampf ist gut und schön. Die Frage ist nur: wie? Bei dem SPD-Spitzenkandidaten für Erding-Ebersberg Ewald Schurer macht eine Mail stutzig. Unser Autor kommentiert. 
Schurers Gschmäckle-Wahlkampf

Kommentare