Kinder aus dem weißrussischen Dorf Wolinzy. Vielen dort geht es schlecht.
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Kinder aus dem weißrussischen Dorf Wolinzy. Vielen dort geht es schlecht.

Hilfe für weißrussische Kinder

Anzinger fliegen nach Wolinzy

Die Anzinger Wolinzy-Hilfe engagiert sich seit vielen Jahren für notleidende Kinder aus der Gegend von Tschernobyl. Jetzt reist eine Delegation nach Weißrussland, um vor Ort zu sehen, wo Hilfe nötig ist.

Anzing – Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und der Ablaufplan ausgetüftelt: Am kommenden Samstag startet das Flugzeug von München über Wien nach Minsk mit einer Delegation der Wolinzy-Hilfe an Bord. Direkt nach der Landung ist der Besuch in einem College vorgesehen, wo unter anderem Lehrer ausgebildet werden.

„Maryna, eines unserer Mädchen studiert dort“, berichtet Ingeborg Nünke mit Stolz. Die Vorsitzende der Initiative „Hilfe für Kinder aus der Gegend von Tschernobyl“ hat nach 2016 erneut eine Reise nach Wolinzy organisiert.

„Ich freue mich, dass auch unserer Bürgermeister Franz Finauer uns seine Frau dabei sind“, sagt Nünke, „allerdings als Privatmann und ohne offizielle Mission“. Rund ein halbes Dutzend Vereinsmitglieder und Förderer werden unterwegs sein.

Seit mehr als 25 Jahren dürfen sich Mädchen und Buben aus der durch die Katastrophe von Tschernobyl atomar verseuchten Region während ihrer Sommerferien in Anzing und Umgebung erholen (wir berichteten regelmäßig). „Diesmal wollen wir hauptsächlich ,Kinder der ersten Stunde‘ besuchen, um zu sehen, was aus ihnen geworden ist“, verrät die Vorsitzende. Denn die Initiative begleitet die Mädchen und Buben auch während der Ausbildung. Da gibt es eine junge Krankenschwester, die bereits Einsatzfahrten begleiten darf. Oder Elektriker, Automechaniker und etliche andere, die einen Handwerksberuf erlernt haben. Mit ihnen sollen Gespräche geführt und Fragen geklärt werden. Dank der guten Zusammenarbeit stehen während des Aufenthaltes drei Dolmetscherinnen zur Verfügung.

Als ein wichtiges Ziel nannte Ingeborg Nünke auch mehrere Berufsschulen in der Bezirkshauptstadt Gomel. „Wir haben derzeit rund 15 Mädchen und Burschen in Ausbildung“, rechnet sie vor, „wir möchten mit möglichst vielen reden“. Es geht um die Ausbildung und was verbessert werden kann. Die Unterstützung von 50 Euro im Monat wird durch Patenschaften oder der Initiative übernommen. Außerdem will die kleine Reisegruppe zu den Familien in Wolinzy selber gehen. „Wir sind diesmal alle privat untergebracht und erhalten so den direkten Einblick in den Alltag“, freut sich Nünke.

Es sei kein Geheimnis, dass viele Familien große Probleme haben und viele Kinder leiden müssen. In solchen Fällen ist die Initiative ebenfalls sehr gefordert, gerade solchen Kindern müsse man eine Perspektive für die Zukunft geben. Denn die Vorsitzende plant bereits die Einladung der Kinder für 2019. „Der Papierkram und die stets steigenden Kosten machen das von Jahr zu Jahr schwieriger“, räumt sie ein, „aber mit Unterstützung unserer Gasteltern werden wir es hoffentlich wieder schaffen. Vielleicht kommen einige neue hinzu!“  

dul

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