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Der Lidl-Supermarkt im Gewerbepark: Neue Pläne sehen vor, dass er abgerissen wird und gleichgroß auf der anderen Straßenseite neu entstehen soll.

Wirtschaft

Lidl-Markt soll umziehen

Anzing - Der Anzinger Gemeinderat hat nun doch beschlossen, direkt neben dem Friedhof Gewerbe anzusiedeln. 

Heftig gerungen wurde das ganze Jahr hindurch in der Frage, wo in Anzing ein neues Gewerbegebiet entstehen könnte. Die Krux dabei war stets: Städtebaulich wünschenswerte Standorte für neues Gewerbe standen einfach nicht zur Verfügung, weil die Besitzer dieser Grundstücke keinerlei oder allenfalls wenig Interesse daran hatten, ihren Grund und Boden an Dritte zu veräußern. Und der eine, am Ende verbliebene Standort nördlich des Gemeindefriedhofs hatte zumindest in Teilen der Bevölkerung und lange Zeit auch im Gemeinderat nicht nur Befürworter.

Nun aber, in der Dezember-Sitzung, ist man gewerbepolitisch doch erheblich weitergekommen. Und wie. Das, was da erstmals öffentlich am Dienstag im Plenum vorgestellt (und auch beschlossen) wurde, kommt sogar einem Paukenschlag gleich. Der Gemeinderat fasste nämlich in der öffentlichen Dezember-Sitzung gleich mehrere Beschlüsse, die eines zum Inhalt haben: Der bestehende Lidl-Supermarkt wird verschwinden, quasi auf die andere Seite der Staatsstraße 2081 wandern und sich künftig nördlich an den Gemeindefriedhof anschließen. Diese Fläche südlich der A 94 und östlich der Staatsstraße soll formell ein „Sondergebiet“ werden und dann den neuen, gleichgroßen Markt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche und 120 Pkw-Stellplätzen beherbergen. Entsprechende Bebauungsplanzeichnungen legte Lidl als Bauherr bereits vor. Dabei fiel bereits auf, dass Lidl dem Supermarktgebäude ein moderneres Äußeres verpassen möchte. Die gezeigten Vorplanungen fanden auch schon das Wohlwollen des Plenums.

Außerdem wurde beschlossen: Der bestehende Lidl-Markt (Gewerbepark 3 neben der Feuerwehr) wird nicht nur entfernt. Das dann frei werdende Gebiet mit einer Fläche von 6539 Quadratmetern wird Gewerbegebiet und bietet später die Heimat für örtliche Interessenten. Auch dieser Beschluss erfolgte einstimmig.

Nicht unwesentlich ist, dass der künftige, neue Lidl-Markt durch einen Kreisverkehr im Kreuzungsbereich der Staatsstraße/Gewerbepark verkehrlich erschossen werden soll. Die Kosten dafür trägt zum größeren Teil die Firma Lidl; etwa zwei Drittel. Als Gesamtkosten wurden zuletzt für einen Kreisverkehr rund 450 000 Euro genannt.

Strittig ist noch, ob eine zwischen der Wohnbebauung Friedrich-Gerg-Straße und und dem Discounter verlaufende Feuerwehrnotausfahrt, sie befindet sich auf Lidl-Grund, bestehen bleiben kann oder nicht. Tobias Bönte, SPD-Ratsherr, appellierte daran, diesen Weg nicht auch noch dem neuen Gewerbegebiet zuzuschlagen, sondern den Weg als Ausweichmöglichkeit bei Notfällen zu erhalten.

Genaueres wird nun der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum erarbeiten, der vom Rat den Auftrag bekam, die entsprechenden Unterlagen vorzubereiten.

Im Rat sagte Bürgermeister Franz Finauer, dass sich drei örtliche Gewerbetreibende bereits schriftlich erklärt hätten, in das beschlossene, künftige Gewerbegebiet zu ziehen. Das Tauschgeschäft mit Lidl habe in erster Linie mit dem Kreisel zu tun, fügte Finauer gestern an. Was er in der Sitzung nicht ausdrücklich erwähnte: Die gesamte Gemengelage war für Außenstehende wohl so kompliziert und sensibel zugleich geworden, dass öffentliches Bekanntmachen das Ausgehandelte vermutlich im Keime erstickt hätte. " kommentar

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