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So sieht eine Simulation einer Bebauung des umstrittenen Anzinger Areals zwischen Friedhof und Autobahn aus. Der neue Lidl-Markt befände sich direkt neben dem gemeindlichen Gottesacker. 

Agenda plant ein Begehren

Bürger sollen selbst entscheiden

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Gut möglich, dass die Anzinger Bürgerinnen und Bürger demnächst außerplanmäßig in die Wahlkabinen müssen. Der Agenda-Arbeitskreis Ortsgestaltung plant ein Bürgerbegehren gegen den neuen Standort des Lidl-Marktes nördlich des Friedhofs.

Anzing– Verliert die Gemeinde Anzing ihren dörflichen Charakter, wenn zwischen dem gemeindlichen Friedhof und der Autobahn auf einer Fläche entlang der Staatsstraße ein neuer Lidl-Markt entsteht? Welche Auswirkungen hätte ein solches Vorhaben auf den gesamten Ort? Was ist mit dem künftigen Orts- und Landschaftsbild? Mit dem Umweltschutz? Gibt es Möglichkeiten, diese vom Gemeinderat mit großer Mehrheit favorisierte Lösung zu verhindern? Fragen, die die Anzinger Kommunalpolitik seit gut zwei Jahren intensiv beschäftigen.

Aber es gibt auch eine andere Fragestellung? Gibt es eine Alternative zu der mehrheitlich im Gemeinderat gefundenen Lösung? Wo sonst kann kurzfristig Gewerbegrund in Anzing geschaffen werden? Wie soll die Gemeinde weitere, anstehende Investitionen (zum Beispiel im Bereich der Kinderbetreuung) finanzieren, wenn nicht durch mehr Gewerbesteuereinnahmen? Droht gar der Abzug von heimischen Firmen, weil sie sich am Standort Anzing nicht entfalten können?

Da steht ein ganzes Paket an Fragen im Raum, die umfassend bis jetzt noch nicht beantwortet werden konnten. Fakt ist lediglich: Viele Anzingerinnen und Anzinger haben sich bei der Unterschriften-Aktion des „Agenda-Arbeitskreis Ortsgestaltung“ (127 waren es in drei Stunden vor dem Edeka-Markt) im März gegen die Planung der Gemeinde ausgesprochen, nach der nördlich des Friedhofs ein Lebensmitteldiscounter errichtet werden soll.

Aufgrund dieser Resonanz gegen die Planung hatte der Arbeitskreis mit einen Bürgerantrag bei der Gemeinde eine Änderung der Planung beantragt, der vom Gemeinderat jedoch abgelehnt wurde. Mit inakzeptablen Argumenten, wie die Agenda-Vertreter meinen.

Mitglieder des Arbeitskreises haben nun beschlossen, sich weiter dafür zu engagieren, dass das Gelände zwischen Friedhof und Autobahn unbebaut bleibt und dadurch das derzeitige Orts- u. Landschaftsbild von Norden her mit dem freien Blick in das Anzinger Moos, sowie der dörfliche Charakter von Anzing erhalten bleibt. Deshalb wird unter dem Motto „Anzing will Dorf bleiben und Natur erhalten“ ein Bürgerbegehren vorbereitet.

Hierzu werden alle Anzinger zunächst einmal zu einer ersten Informationsveranstaltung am Donnerstag, 29. Juni, um 19 Uhr, in den Anzinger Forsthof eingeladen. In der Veranstaltung soll informiert werden über den derzeitigen Stand der Planung, die Auswirkungen auf Anzing und über die Aktivitäten des Arbeitskreises in dieser Angelegenheit.

Es ist außerdem vorgesehen, eine Bürgerinitiative zu gründen mit dem Ziel, dass die derzeitige Planung geändert wird. Das Vorhaben des Arbeitskreises wird unterstützt von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen von Anzing, die sich zunächst noch für dass Projekt ausgesprochen hatten, dann aber bei der letzten Abstimmung im Gemeinderat eine Kehrtwende vollzogen.

Agenda-Sprecher Ulrich Fröde und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass die Zielgröße von zunächst 430 Unterschriften nicht zum Problem werden sollten. Dazu sei die Resonanz bei der spontanen März-Befragung einfach zu eindeutig gewesen. Große Hoffnung hat der Arbeitskreis, dass möglichst viele den Infoabend besuchen.

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