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Etwa 70 Senioren der Gemeinde folgten der Einladung von Gemeinde und Seniorenbeirat zum Bürgerforum und überlegten, wie man den Ort noch lebenswerter gestalten könnte.

Bürgerforum Anzing

Fit für die Zukunft

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Anzing - In Anzing fühlt man sich gut aufgestellt, wenn es um die Frage geht, den Ort lebenswert zu gestalten bzw. zu bewahren. Das ist wohl die Quintessenz aus dem dritten Bürgerforum, zu dem die Gemeinde und der Seniorenbeirat insbesondere ältere Mitbürger ins Rathaus eingeladen hatte

Mit ca. 70 Teilnehmern war die mehrstündige Veranstaltung mit Vorträgen zu seniorenspezifischen und gesundheitlichen Themen überaus gut besucht. Was nicht zuletzt Bürgermeister Franz Finauer als ein ermunterndes Signal zu interpretieren wusste.

„Anzing wandelt sich“: So hieß das Thema noch beim zweiten Treffen. Das war im Oktober 2008. Damals, so Mitorganisator Ulrich Fröde vom Seniorenbeirat, habe es in der Gemeinde noch gut 100 Senioren weniger gegeben als heute. Es sei eine ganz normale demografische Entwicklung dieser Zeit, dass sich der Anteil der Menschen über 60 auch weiterhin steigern werde. Schon jetzt verfüge das Dorf aber aus seiner Sicht über zahlreiche Angebote speziell für diese Altersklasse. Was es zurzeit alles gibt, das wurde am Rande des Bürgerforums an mehreren Schautafeln transparent gemacht. Dort präsentierten sich kurz und knapp u.a. die Arbeiterwohlfahrt, der VdK, die Gruppe „Aktiv ab 55“, der Sportverein, der Helferkreis im Pflegeheim, die Seniorengemeinschaft, die Pfarrei, die Initiative „70 plus“, die Nachbarschaftshilfe oder die Volkshochschule.

Vieles davon sei nur durch ehrenamtliches Engagement überhaupt möglich geworden, lobte Finauer in seiner viertelstündigen Bestandsaufnahme. Seit 2008 habe sich Anzing in der Tat gewandelt. Dabei gehe es aber nicht nur um das Sichtbare, das Bauliche. Nicht weniger wichtig sei das Kleine. Das, was schnell wieder vergessen werde, so der Rathauschef. Gemeint waren das neue Gemeindeblatt, die Internetseite der Gemeinde, das Bemühen um alternative Energienutzung. Oder die Tatsache, dass das Standesamt offiziell inzwischen in Poing angesiedelt sei, es aber dennoch gut ein Dutzend Trauungen weiterhin in Anzing pro Jahr gebe. Die 1200-Jahr-Feier 2012 habe ein bis heute spürbares Gefühl von Zusammengehörigkeit erzeugt.

Finauer erwähnte als weitere Errungenschaften auf dem Weg zu einem lebenswerten Dorf den Christkindlmarkt, den Seniorenbeirat (Anzing sei hier kreisweit in der Vorreiterrolle). Geradezu boomen würde die Mittagsbetreuung. Finauer deutete an, dass die Gemeinde in absehbarer Zeit eine weitere Kindergartengruppe benötigen werde, in ein paar Jahren komme auch eine Grundschulklasse hinzu.

Aufgabe der lokalen Politik sei es nunmehr, rechtzeitig die entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Nur wenn die vorhanden sei, könne man auch wieder daran denken, neue Wohnbauflächen auszuweisen. Dass man auch langfristig moderat wachsen und Dorf bleiben wolle, ist seit Jahren politischer Konsens. In diesem Zusammenhang erwähnte Finauer, man bastele gerade zusammen mit anderen Gemeinden und dem Landkreis an einem Modell für ein kommunales Unternehmen, das sich zum Ziel setze, günstigen Wohnraum zu schaffen. Die Gemeinde könne, wie schon berichtet, zum Beispiel ein Teil des freien Grundstücks neben dem Feuerwehrgerätehaus dort einbringen.

Der Rathauschef lud alle Bürger dazu ein, sich aktiv einzumischen in diese Zukunftsaufgaben. Man brauche die Anregungen und Vorschläge aus der Bürgermitte, die man dann im Gemeinderat prüfen wolle.

Im Vorfeld des Bürgerforums war bereits um solche Anregungen gebeten worden. 29 waren es an der Zahl. Darunter die allerorten wiederkehrenden Themen wie Verkehrssicherheit und Raserei auf kommunalen Straßen, aber auch ein paar neue Ansätze.

Einige Vorträge rundeten den Nachmittag im Sitzungssaal des Rathauses ab. Sabine Bauer aus dem Fachmanagement des Pflegesterns stellte beispielsweise diverse Pflegeformen vor, die in und um Anzing herum im Bedarfsfall in Anspruch genommen werden könnten.

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