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„Ein Virus der Menschlichkeit“: Anzinger Initiative hilft Menschen aus verstrahlten Regionen bei Ausbildung

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Von: Jörg Domke

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Mascha Kurilenko wurde mit Anzinger Hilfe zur Kinderkrankenschwester ausgebildet.
Mascha Kurilenko wurde mit Anzinger Hilfe zur Kinderkrankenschwester ausgebildet. © Wolinzy-Hilfe

Anzinger Initiative hilft Menschen aus der Gegend Tschernobyls bei der Berufsfindung und begleitet sie.

Anzing – Kinder aus verstrahlten Regionen Weißrusslands im Sommer einzuladen zu Erholungsurlauben in Oberbayern: Das ist das eine Standbein, mit dem die Anzinger Initiative „Hilfe für Kinder aus der Gegend von Tschernobyl“ weit über die Grenzen des Landkreises bekannt geworden ist (wir berichteten erst neulich über den aktuellen Stand der Dinge). Aber es gibt da noch weitere Betätigungsfelder des Anzinger Helferkreises, die nicht minder wichtig sind im Bemühen, insbesondere den jungen Leuten im belarussischen Dorf Wolinzy das Leben ein wenig sorgenfreier zu machen.

Zurzeit sind es acht Jugendliche, die regelmäßig pro Monat 70 Euro bekommen, damit ihnen die Ausbildung finanziert werden kann. Alles laufe auf sicherer Basis, versichert Ingeborg Nünke, die Vorsitzende. Man lasse sich in jedem Fall die entsprechenden Verträge zeigen.

Hilfe für Kinder aus der Gegend von Tschernobyl: 65 Menschen können arbeiten

Auf diese Weise sei es gelungen, inzwischen schon 65 jungen Frauen und Männer aus Wolinzy und Umgebung Berufe zu ermöglichen, die sie ohne das Zutun aus Anzing womöglich so nie erreicht hätten; darunter Mediziner, Krankenschwestern, Mechaniker, Ingenieure, Biotechniker, Kellnerinnen, Förster, Elektriker, Verkäuferinnen oder Tierärzte.

Wie sehr dieses Engagement der Leute um Ingeborg Nünke angekommen ist, verdeutlichen immer wieder auch Briefe aus Belarus, die die Anzingerin gesammelt hat. So schrieb eine Familie wörtlich: „Die wärmsten Worte unserer Dankbarkeit und eine tiefe Verbeugung möchten wir folgenden Familien ausdrücken: Familie Wallisch, Doll und Wendl. Diese Familien haben mit Hilfe ihrer Güte und Aufmerksamkeit die unvergesslichen Erinnerungen in unseren Herzen hinterlassen.“

Hilfe für Kinder aus der Gegend von Tschernobyl: Auch Bayernbesuche wirken sich psychisch positiv aus

Nicht zu unterschätzen sei, so heißt es an anderer Seite, die psychische Wirkung, die von den eingangs erwähnten Bayernbesuchen der jungen Menschen aus Wolinzy ausgegangen sei. In dem Schreiben an Ingeborg Nünke heißt es: „Die Familien, bei denen die Kinder jährlich einen Monat lang gelebt haben, haben sie mit einem Virus der Zielstrebigkeit, Fleiß, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft angesteckt.

Spendenkonto

Man kann die Arbeit der Anzinger Wolinzy-Initiative unterstützen durch eine Spende auf folgendes Konto: IBAN: DE 32 7016 9605 0002 5422 00

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