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Eine Marke und ein Wirt mit Leidenschaft: Anzing trauert um „Kirchenwirt“ Bernhard Mittermeier (55)

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Von: Armin Rösl

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Bernhard Mittermeier
Sein Lachen wird fehlen: Bernhard Mittermeier. © Johanna Weber Fotografie

Bernhard Mittermeier wechselt leider die Straßenseite: Der Wirt des Kirchenwirts ist gestorben und wird am gegenüberliegenden Kirchenfriedhof beerdigt. Nachruf auf ein Original.

Anzing – Bernhard Mittermeier war das, was man eine „Marke“ nennt: ein Original, das in keine Schublade gepasst hat; ein Mann, der mit seiner Meinung nicht hinter den Berg gehalten hat und der schlichtweg gesellig und für viele ein guter Freund war. Generationenübergreifend. Genauso wie als leidenschaftlicher Wirt. Seit 2005 war er der „Kirchenwirt“ von Anzing, Chef des gleichnamigen Wirtshauses bei der Kirche. Jetzt wechselt er leider die Straßenseite: Am Freitag, 12. August, wird Bernhard Mittermeier auf dem Kirchenfriedhof beigesetzt, um 11 Uhr beginnt in der Kirche die Trauerfeier. Der Wirt mit Leib und Seele ist völlig überraschend im Alter von 55 Jahren gestorben. Bei einer Radtour in Österreich. Einem seiner Hobbys, neben dem Motorradfahren.

Anzing: Seit 2005 Chef vom Kirchenwirt

Eigentlich hat er Zimmerer gelernt, doch schon zwei Jahre nach seiner Ausbildung übernahm Bernhard Mittermeier in Poing das legendäre Café Mittermeier, das er von 1986 bis 2004 führte. Kultige Partys und Feste hat er dort organisiert und er war einer der ersten Wirte, die an Heiligabend geöffnet hatten. Für all jene, die an Weihnachten allein waren oder die nach der Bescherung einfach noch in netter Gesellschaft sein wollten. In Sachen Feste war Bernhard Mittermeier kreativ und hat mit Veranstaltungen wie dem Maibaumaufstellen in Garkofen oder den „Lousn & Fagge Faschingsball“ in Anzing vielen Menschen Vergnügen bereitet. Sein Motto: Nicht lange überlegen, machen!

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2005 übernahm er mit seiner Frau Gabriele Stadler (beide haben vier Kinder und vier Enkelkinder) den Kirchenwirt in Anzing. Ein uriges, gemütliches bayerisches Wirtshaus, das die beiden im Laufe der Jahre aufhübschten und zu einem Wohlfühlort machten, der nicht nur bei Anzingern beliebt ist. Und es auch bleiben wird: Seine Familie führt das Wirtshaus weiter, das auch jetzt geöffnet hat. Und in dem nach der Beerdigung gute Freunde und geladene Gäste zu einem letzten Fest für und irgendwie auch mit Bernhard Mittermeier (den viele „Bernie“ oder „Barne“ nannten) zusammenkommen werden.

Anzing: Trauerfeier und Beerdigung am 12. August

„Bernhard hätte das auf jeden Fall so gewollt“, sagt Barbara Stadler. Dass Menschen auch jetzt, nach seinem Tod, gesellig zusammenkommen. So, wie er gesellig war und viel getan hat, damit sich Menschen wohlfühlen, dass sie Freude und Grund zum Lachen haben. Sein Lachen wird fehlen, nicht nur im Kirchenwirt, sondern überhaupt in Anzing.

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