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Der Anzinger Carsharing-Verein kann das E-Mobil sechs Monate lang nutzen.  

Mobilität

Elektroflitzer für Anzinger Carsharer

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Das EBERwerk spendiert dem Anzinger Carsharing-Verein ein E-Mobil. Nach sechs Monaten wandert es in die nächste Gemeinde.

  Anzing –Fast lautlos rauscht Manuel Herzog daher. Von Markt Schwaben aus kommt er via Staatsstraße angerollt. Beim Rathaus in Anzing biegt der Mitarbeiter der EBERwerk GmbH und Co. KG kurz ab, nimmt den abkürzenden Weg über den Bürgersteig und parkt – aber wirklich nur zu Demonstrationszwecken – auf dem Rathausvorplatz. Trotz eines Staus in der Marktgemeinde, wie er sagt, habe alles super geklappt.

Sein fahrbarer Untersatz: Ein E-Auto. Eigentlich sogar ein Zweisitzer, wenn man nicht über 1,80 Meter groß ist und/oder einen Bodymaßindex von maximal 20 hat. Das schwarz-grüne Fahrzeug ist made in China.

100 Kilometer kosten 1,50 Euro

Der Grund seiner Spritztour nach Anzing: Als kommunaler Energieversorger im Landkreis Ebersberg ist das EBERwerk von seinen 19 Gesellschafter-Gemeinden mit der Aufgabe betraut, die Energie- und Mobilitätswende vor Ort voranzutreiben. In diesem Kontext hat das EBERwerk jetzt dieses besondere Gefährt an den Carsharing-Verein Anzing übergeben. Erstmals kreisweit.

Das auf den Namen „EBERflitzer“ getaufte E-Mobil lässt sich zwischen Fahrrad und Pkw einordnen und soll Autofahrten dort ersetzen, wo es möglich und sinnvoll ist, berichtet Herzog. Als Zielgruppen des auf 45 km/h begrenzten E-Mobils kommen Bahnpendler, Zweitwagenbesitzer, Senioren und junge Leute in Frage, denn der Flitzer darf ab 16 Jahren gefahren werden. „Der Flitzer kann damit einzelne Nischen gut abdecken, hat aber nicht den Anspruch das Auto komplett zu ersetzen“, so Herzog, der das Projekt im EBERwerk begleitet.

Sein Vorteil: Der Wagen kann an einer ganz normalen Steckdose aufgeladen werden. Auf 100 Kilometer entstünden so nur rund 1,50 Euro Energiekosten.

„Die Mitglieder des Carsharing-Vereins Anzing können nun für ein halbes Jahr testen, wie gut sich der EBERflitzer für Fahrten eignet, für die ein Auto einfach unnötig ist“, schildert Michael Liebmann, Vorstand des Carsharing-Vereins. Anschließend wandert das E-Mobil in eine andere Gemeinde des Landkreises weiter.

Anschaffungskosten zwischen 6500 und 8000 Euro

Ziel der Gratis-Leihgabe des EBERwerks ist es, einerseits den heuer im Januar frischgegründeten Anzinger Carsharing-Verein zu unterstützen – und andererseits eine echte Test-Möglichkeit zu schaffen. Für überzeugte Nutzer stellt das EBERwerk übrigens gerne den Kontakt zu Händlern her.

Das in Anzing präsentierte Modell kostet laut Herzog rund 8000 Euro in der Neuanschaffung, es gibt noch eine dreirädige Variante, die bei circa 6500 Euro liege, heißt es. „Wenn damit erreicht werden kann, dass einige Zweitautos und vielleicht der eine oder andere Erstwagen ersetzt werden und sich zusätzlich der Gedanke des Carsharings weiter verbreitet, dann ist viel gewonnen für die Energie- und Mobilitätswende in Anzing und im Landkreis Ebersberg“, beschreibt Franz Finauer, Erster Bürgermeister der Gemeinde Anzing, die den Carsharing-Verein von Anfang an gefördert hat und zudem Gesellschafterin des EBERwerks ist.

Neben dem E-Flitzer hat der Anzinger Carsharing-Verein (aktueller Stand: acht Mitglieder) zurzeit noch einen Aygo im Bestand. Es gibt aber, betont Vorstand Michael Liebmann, eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Autoteilern in Vaterstetten, Markt Schwaben und Vaterstetten.

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