1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Anzing

Feuerwehr Anzing kämpft inzwischen auch gegen die Wohnungsnot und zu hohe Mieten am Ort

Erstellt:

Von: Jörg Domke

Kommentare

Unfalllage mit Anzinger Feuerwehr
Eine Aufnahme aus der umfangreichen Fotochronik der Anzinger Feuerwehr für das Jahr 2021. Über 100 Einsätze gab es im vergangenen Jahr. © FFW Anzing

Viele junge Leute in den eigenen Reihen zu haben ist für eine Ortsfeuerwehr durchaus gut. Problematisch wird es aber, wenn diese jungen Leute keine Chancen haben, in ihrem Heimatort zu bleiben, weil der Wohnraum fehlt oder längst nicht bezahlbar ist.

Anzing – Im Durchschnitt beträgt das Alter der aktiven Truppe innerhalb der Feuerwehr Anzing 35 Jahre. Das sei, sagt Kommandant Tobias Bönte auch im Vergleich mit anderen Ortsfeuerwehren, ein recht guter Wert. Jedenfalls einer, der ausdrückt, dass die Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht ganz fruchtlos gewesen sein muss. Aber es gibt auch eine Kehrseite. Innerhalb dieser jungen Mannschaft sei die Altersgruppe der Mitglieder zwischen 20 und 30 Jahren besonders stark vertreten, so Bönte am Dienstag vor Mitgliedern des Gemeinderats. Und dabei gehe es um Anzinger, die nicht selten mit dem Problem zu kämpfen hätten, die stetig steigenden Mietpreise am Ort bezahlen zu können. Und das in einem Dorf, in dem ohnehin wenig Wohnraum vorhanden sei, so Bönte und sein Stellvertreter Michael Belmer in einem Vorwort zum Feuerwehr-Jahresbericht 2021. Zitat: „Gerade junge Mitglieder mussten den Ort deshalb in den vergangenen Jahren zwangsläufig verlassen. Hier wollen wir gemeinsam mit der Gemeinde Lösungen erarbeiten, wie wir dem Problem besser begegnen können“.

Tobias Bönte
Froh und kritisch zugleich: Kommandant Tobias Bönte © dz

Tobi Bönte, zugleich Anzings SPD-Fraktionssprecher, legte damit den Finger in eine Wunde, die auch den Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat nicht unbekannt war und ist. Im schlechtesten Fall drohe, so sein Einwand am Dienstag im Plenum, ein weiterer Aderlass. Und dann schaue es mit der derzeit noch sehr ordentlichen Mitgliederstand bei der FFW dann nicht mehr so rosig aus.

Hoffnung auf ein normales Jahr 2022

Vorsorglich werde man schon bald wieder die Werbung bei jungen Leuten beleben mit dem Ziel, der Jugendfeuerwehr Neumitglieder zu beschaffen. Und mit der Hoffnung, dass von ihnen einige verbleiben in der aktiven Truppe der Zukunft. Nachwuchswerbung aber mache, so der Erste Kommandant, nur dann Sinn, wenn man den jungen Leuten auch etwas bieten könne. Genau das sei aber leider auch im vergangenen Jahr wegen Corona quasi nicht möglich gewesen. Der Wunsch Böntes und Belmers, dass 2022 wieder einen halbwegs normalen Betrieb ermögliche, stand daher durchaus im Mittelpunkt des aktuellen Jahresberichts.

109 Übungen wurden demnach 2021 absolviert. Eine deutliche Steigerung gegenüber 2020, was aber damit zu tun hatte, dass mehr und mehr online bzw. in Kleingruppen trainiert wurde. Die 1972 geleisteten Übungsstunden waren daher so etwa wie ein eher unterdurchschnittlicher Wert.

Im vergangenen Jahr kam es laut FFW-Führung zu 102 Einsätzen, die verbunden waren mit 1627 Einsatzstunden. Erfreulich sei, dass es im Gegensatz zu den Vorjahren zu keinen größeren Einsatzlagen gekommen sei.

Dank einer recht hohen Impfquote innerhalb der Feuerwehr sei die Einsatzbereitschaft stets gewährt gewesen. Man habe keinerlei Ausbruchsgeschehen bei Übungen oder Einsätzen zu verzeichnen gehabt, heißt es.

Hohe Impfquote in der Mannschaft

Die Fertigstellung eines Lageranbaus sowie der Umbau und die Erweiterung der Umkleiden sei so etwas wie ein Höhepunkt im zurückliegenden Jahr gewesen, ist im Jahresbericht zu lesen. Als nächstes großes Projekt stehe die Ersatzbeschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs sowie eines Logistik-Gerätewagens an. Bönte rechnet damit, das noch im ersten Quartal 2022 eine Ausschreibung erfolgen könne. Er verwies jedoch darauf, dass coronabedingt inzwischen mit Lieferzeiten von bis zu 18 Monaten gerechnet werden müsse.

Freude auf das 150-Jahr-Jubiläum im Juli

Höhepunkt heuer soll die Nachfeier des 150-Jahre-Jubiläums vom 21. bis 25. Juli werden. Im Mai werde man sich die Pandemielage nochmals genauer anschauen und dann endgültig entscheiden. Einstweilen würden die Planungen unvermindert fortgesetzt.

Auch interessant

Kommentare