+
Die Wirtsleute: Sonja und Günter Schmid.

Gemeindecafé

Immer einen guten Spruch auf Lager

Anzing - Sie sind Wirtsleute durch und durch: Sonja und Günter Schmid  führen seit Ende März 2015 das neue Gemeindecafé in der Ortsmitte, direkt neben der Kirche. Wir haben sie besucht.

Nach einigen Stationen in der Gastronomie sind die beiden jetzt dort gelandet, denn: „Etwas Großes wollten wir nicht mehr machen, aber ganz ohne geht’s halt auch nicht.“

Eigentlich sind die gebürtigen Münchner Industriekaufleute. Doch als Sonja Schmid (69) als Mitglied im Eisenbahn-Sportverein in Berg am Laim merkte, dass niemand das Vereinslokal führen wollte, griff sie zu. „Nur durch mein Mundwerk bin ich Wirtin geworden“, blickt die jung gebliebene Frau lachend zurück. Ihr Mann Günter, zwei Jahre älter, erinnert sich gerne an diese gastronomischen Anfänge: „Es war eine harte, aber auch sehr schöne Zeit“. Weitere Stationen folgten: das Bistro in der Aschheimer Tennishalle, der dortige Gemeindestadl – „wo wir sogar schon den ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber als Gast hatten“, eine Bäckerei samt Imbiss in Baldham. „Hier hat mein Mann 30 Rouladen gemacht, und unser Sohn hat sie dann per Email verkauft – die waren immer ganz schnell weg“, blickt die Wirtin zufrieden zurück.

Ihr Sohn Robert, der in Anzing wohnt und als Werkstattleiter bei einem renommierten Autohaus arbeitet, brachte sie auch an ihren jetzigen Arbeitsplatz. Er stellte sie kurz Bürgermeister Franz Finauer vor, und schon nach kurzer Zeit bekamen sie den Zuschlag für das Gemeindecafé. „Man weiß nie, wie viele kommen“, umschreibt Sonja Schmid ihre zumeist ältere Kundschaft aus dem direkt angebauten Pflegeheim. Die meisten Gäste stammen von dort, sie können über einen Gang bei jedem Wetter trockenen Fußes ins Café gelangen. „Vor allem nachmittags und am Wochenende, wenn viele Besucher kommen, ist hier einiges los“, ergänzt Wirt Günter. Gäste aus dem Ort sind (noch) eher selten, dafür legen vor allem im Sommer viele Radfahrer hier eine Verschnaufpause ein. Sie lassen sich verwöhnen mit heißen oder kalten Getränken, natürlich gibt’s auch leckeren Kuchen und kleine Brotzeiten, im Winter sogar Glühwein. Bei schönem Wetter werden auch vor dem Haus Tische und Stühle aufgebaut. Nur mit den Sonnenschirmen gibt es manchmal Probleme – die wirbelt der Wind oft gehörig durcheinander.

Aber auch drinnen im rund 65 Quadratmeter großen Raum, der durch seine bodentiefen Fenster und den hellen Parkettboden freundlich und einladend wirkt, herrscht eine gemütliche Atmosphäre. „Wir haben hier zum Beispiel Gruppen, die sich alle zwei Wochen zum Schafkopfen treffen, aber auch die Arbeiterwohlfahrt kommt regelmäßig mit ihren Gästen zu uns“, so Sonja Schmid. Zu ihrem direkten Nachbarn Pflegestern, dem Betreiber des baulich angegliederten Pflegeheims, unterhalten die Wirtsleute freundschaftliche Kontakte. „Schließlich müssen wir immer wieder den älteren Menschen helfen, zu uns zu kommen, denn die Türen zwischen den Gebäuden gehen recht schwer. Und wenn wir Zeit haben, besuchen wir auch mal umgekehrt die Gäste im Heim.“

Derzeit hat das Café außer montags, dienstags und donnerstags täglich von elf bis 18 Uhr geöffnet, je nach Betrieb auch mal früher oder länger. Und ab und zu schneit dann ein alter Bekannter herein, wie etwa Hansjörg Reuther aus München. Der 78-jährige Chemiker, einst Vorstand beim Tennisverein Aschheim, besucht gerne seine ehemaligen Wirtsleute. „Viele bei uns trauern ihnen noch nach.“ Die Chance, dass einmal viele Anzinger auch so von der Gastfreundschaft der Schmids reden, steht gut.

Friedbert Holz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schwungvolle Kirchenmusik
Die Kirchseeoner Band Zachäus feiert 40. Geburtstag mit einem Gottesdienst und einem Empfang am kommenden Samstag.  Und dann steht zu 100 Jahre „Patrona Bavariae“ am …
Schwungvolle Kirchenmusik
EGA ist zum Erfolg verurteilt
Ein funktionierender Messestandort ist von herausragender Bedeutung für die regionale Wirtschaftsleistung. Insofern sind alle Anstrengungen anerkennenswert, der …
EGA ist zum Erfolg verurteilt
Ehemänner sind keine Altersversorgung
Jede zweite Ehe scheitert. Das kann vor allem für die Frauen erhebliche finanzielle Folgen haben. Und im Rentenalter nehmen die Armutsfallen zu. Wir sprachen mit der …
Ehemänner sind keine Altersversorgung
Sonderstempel mit Gotteshaus
Der Poinger Briefmarken- und Münzsammlerverein hat für den nächsten Großtauschtag wieder einen Sonderstempel entworfen: Er zeigt die neue Rupert-Mayer-Kirche.
Sonderstempel mit Gotteshaus

Kommentare