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Warnschild auf Goldafterraupe
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Hinweiszettel an der Hecke, in der Goldafterraupen gefunden wurden.

Goldafterraupe in Anzing

Kann heftige Allergien auslösen: Gefährlicher Schädling bereitet Gemeinde Sorgen

  • Friedbert Holz
    vonFriedbert Holz
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Im Frühjahr hat die Goldafterraupe für Aufregung in Anzing gesorgt: Bei Menschen können sie böse Hautreaktionen und Allergien auslösen. Jetzt will die Gemeinde was tun.

  • Die Goldafterraupe bereitet den Anzingern Sorge.
  • Das kleine Tierchen kann heftige Allergien auslösen.
  • Nun will die Gemeinde was tun.

Anzing - Die Raupe mit ihren weißen Seitenflecken und roten Trichterwarzen ist gerade mal drei Zentimeter lang, versetzte aber im späten Frühjahr viele Anzinger Bürgerinnen und Bürger in Aufregung. Denn die langen Brennhaare dieses Schädlings, aus dem der Goldafterschmetterling entsteht, kann bei Berührung Hautreizungen hervorrufen, sogar Allergien auslösen (wir berichteten).

Gefährlicher Schädling in Anzing: Aufregung um die Goldafterraupe

Jetzt, im Oktober, haben sich Bürgermeisterin Kathrin Alte, Johannes Finauer vom Bauamt der Gemeinde Anzing und Dr. Roswitha Holzmann von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ebersberg am Brennpunkt, an der Autobahnausfahrt, getroffen, um ein weiteres Vorgehen zu besprechen. „Vor allem an Sträuchern, die hier entlang der Autobahn wachsen, kam es durch die Goldafterraupe zu teilweise bösen Hautreaktionen, die meist durch einen harmlosen Juckreiz ausgelöst wurden“, schildert Anzings Bürgermeisterin Kathrin Alte das Phänomen. Spaziergänger oder Gärtner beim Baumschnitt waren im Frühjahr in Kontakt mit dem Tierchen gekommen, welches sehr schnell als eine mögliche Gefahr im Ort die Runde machte.

Was tun gegen die Raupe, die Menschen gefährlich werden kann? Anzings Bürgermeister Kathrin Alte (li.) traf sich mit Dr. Roswitha Holzmann von der Unteren Naturschutzbehörde und Johannes Finauer vom Bauamt an der Goldafter-Hecke. 

Für Baum und Mensch gefährlich: Goldafterraupe sorgt für Ärger im Landkreis Ebersberg

„Diese Raupe, die sich vor allem von Laubhölzern ernährt, frisst alles kahl. Derzeit ist sie aber nicht aufzufinden, weil sie, mit mehreren zusammen, in einem Gespinst an Bäumen und Sträuchern überwintert. Daraus werden die Raupen dann im Frühjahr wieder entschlüpfen“, erklärt Holzmann. Durch das Häuten, so die Biologin, wachsen immer mehr der für den Menschen gefährlichen Haare, die bei Berührung ein unangenehmes Brennen verursachen.

Eingehüllt in einem Kokon versuchen die Raupen zu überwintern.

Gefährlicher Schädling nahe der Autobahn: Goldafterraupen fühlen sich in Anzing wohl

Dass seit ungefähr zwei Jahren gerade entlang der Autobahnausfahrt in Anzing sich besonders viele Goldafterraupen niedergelassen haben, hat laut Roswitha Holzmann mehrere Gründe: „Hier, entlang einer viel befahrenen Straße, besteht für diese Schädlinge ein etwas wärmeres Mikroklima, das sie sehr mögen. Zudem sind die Bäume und Sträucher durch den vermehrten Schadstoffausstoß der Fahrzeuge mehr geschwächt als anderswo, die Insekten können sich also hier sehr gut vermehren. Im Übrigen hat der vergangene milde Winter auch mit zum Wachstum dieser Goldafter-Population beigetragen.“

Anzing von Goldafterraupe geplagt: Gemeinde will Maßnahmen ergreifen

Die Gemeinde Anzing hat sich Gegenmaßnahmen überlegt, erläutern Bürgermeisterin Kathrin Alte und Johannes Finauer vom Bauamt. Als erstes würden die befallenen Bäume mechanisch behandelt, betroffene Äste abgeschnitten. Außerdem sollen zahlreiche Nistkästen in der Nähe der Autobahn für den Zuzug vieler Vögel sorgen. „Sie sind die natürlichen Gegner und Räuber dieser Raupen, sie fressen die Schädlinge und helfen damit, die Bevölkerung hier vor weiteren Hautirritationen zu bewahren“, erläutert Roswitha Holzmann. Den Gebrauch chemischer Mittel hält sie derzeit für nicht notwendig, „eine solche Maßnahme sollte nur sehr gezielt und auch nur punktuell eingesetzt werden“.

„Jetzt müssen alle Beteiligten gut zusammenarbeiten“, mahnt Bürgermeisterin Alte: „Wir haben gemeinsam mit der Autobahndirektion, dem Straßenbauamt sowie der Unteren Naturschutzbehörde dafür zu sorgen, dass dieser Schädling auf gar keinen Fall auf das Friedhofsgelände oder gar den Ort überspringt.

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