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Traudl und Peter Moossmann sind 50 Jahre verheiratet. 

Goldene Hochzeit im Hause Moossmann

Sie wissen ein Erfolgsrezept für 50 Jahre Ehe

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Vor dem Zubettgehen sich wieder versöhnen. Dann klappt‘s mit der Goldenen Hochzeit.

Anzing – Goldene Hochzeiten hat Peter Moossmann dutzendfach erlebt. Dann, wenn er – als 2. oder 3. Bürgermeister und bewaffnet mit einem Geschenk der Gemeinde – zu den Jubilaren kam, um von Amts wegen zu gratulieren. Eine eigene „Goldene“ dagegen erlebt man, freilich mit etwas Glück und manchmal auch mit Gottes Segen – nur einmal. Und genau die feierte der 72-Jährige jetzt an der Seite seiner Frau Traudl im Kreise der Familie, einiger Nachbarn, Wegbegleitern und guter Freunde.

In der evangelischen Kreuzkirche in München gaben sich Traudl und Peter Moossmann im Juni 1962 das Ja-Wort. Damals noch recht jung. Dabei kannten sich die beiden schon aus gemeinsamen Tagen in ihrem Straßenviertel in Schwabing; näher kennengelernt hatte man sich beim Ballspielen im Hinterhof. Peter war damals 15 Jahre alt, seine Traudl zwölf.

Moossmann lernte Versicherungskaufmann, nach der Bundeswehr kam der Baukaufmann noch dazu. In der Finanzplanung war er tätig, an der Abendschule machte er seinen Betriebswirt nach. 1973 trat Moossmann der Belegschaft der Firma BMW bei. Dort blieb er bis zur Rente 2006.

Traudl Moossmann lernte Zahnärztliche Helferin, sattelte um in die Autobranche und arbeitete bei diversen Autohäusern als Service-Assistentin. Zuletzt war sie im Einwohnermeldeamt in Anzing tätig; immerhin 20 Jahre lang.

Stichwort Anzing: Das Dorf sollte 1985 die neue Heimat der beiden werden. Moossmann, ein passionierter Fußballer, trainierte bereits 1977/78 die erste Mannschaft des SVA. Hatte so erste Kontakte zur Gemeinde. Das Paar entschied sich schließlich, die Chance wahrzunehmen, um ein Grundstück zu kaufen und es zu bauen.

Danach ging alles sehr schnell. 1986 wurde „Moosi“ Abteilungsleiter Fußball. Von 1990 bis 2004 agiert er als Vorstand des Gesamtvereins. Ihre Art, offen und ehrlich auf andere Menschen zuzugehen, hatte den beiden den Start auf dem Lande erheblich erleichtert. „Wir sind vom ersten Tag an Anzinger gewesen“, erinnert sich Peter Moossmann.

Es sei sogar sehr einfach gewesen, in Anzing integriert zu werden. Man müsse so etwas aber auch wirklich wollen und diesen Willen auch erkennbar machen, fügt er an. Also, sich einlassen auf die Leute am Ort. Auf sie zugehen. Mithelfen, wenn es nötig ist und nicht nur reden, sondern machen. Die einfache Empfehlung des Paares an alle, die einmal in eine ähnliche Lage kommen werden, lautet: „Bringt euch ein“.

Die Moossmänner haben sich eingebracht. Im Sportverein als Trainer, als Kuchenbäcker oder als Kassiererin beim Fußball. Und Peter Moossmann auch politisch. 1988: Beitritt zur CSU. 1990: Kandidatur um ein Ratsmandat. 1996 klappte es. Sechs Jahre Ratsherr, dann sechs Jahre 3. Bürgermeister und sechs weitere Jahre, bis 2014, Vizebürgermeister. 18 Jahre Kommunalpolitik. Nie leise, oft hart in der Sache, aber fair – eben wie ein Sportsmann.

Nebenbei war da aber immer der Fußball. Im Verein, auf Verbandsebene. 52 Jahre Funktionärstätigkeit. Etwas, sagt er, was man nicht schafft, wenn es da nicht eine Frau an der Seite gibt, die das alles nicht nur mitmacht, sondern bedingungslos unterstützt.

Genau das hat Traudl Moossmann immer getan. So wie sie sich auch der grenzenlosen Zuwendung ihres Gatten sicher sein konnte, als es gesundheitlich mal ganz und gar nicht gut lief. Es ging am Ende alles gut.

Das Rezept der beiden, die man sich inzwischen aus Anzing nicht wegdenken könnte: Nie mit Groll aufeinander abends zu Bett gehen, sondern alles noch am gleichen Tag offen und ehrlich aussprechen. Damit sind die beiden bis heute super gefahren. Jörg Domke

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