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„Es geht nicht um das, was man mit den Augen sieht, sondern was der Kopf daraus macht“: Cornelia Propstmeier.

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Kunst-Spaziergang: Malerin Cornelia Propstmeier und ihre Sicht auf Dinge und Landschaften

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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In unserer Serie zum Poinger „Kunst-Spaziergang“ stellen wir heute die Malerin Cornelia Propstmeier vor. Momentan malt sie abstrahierte Landschaftsbilder.

Anzing/Poing – Auf ein festes Thema mag sie sich beim Malen nicht festlegen, doch abstrahierte Landschaftsbilder, manchmal sehr karg in ihrer Aussage, haben es ihr derzeit angetan. Cornelia Propstmeier, die seit vielen Jahren schon zur Poinger Gruppe Kunst-Stoff gehört und im Nachbarort Anzing lebt, mochte schon immer den freien Blick in offene Natur-Strukturen. Außerdem beschäftigt sie sich viel mit aktuellen Themen der Gesellschaft. Sie sieht sich nicht als Künstlerin, die von ihren Arbeiten leben muss: „Es ist seit frühester Kindheit ein schönes Hobby.“

Ein Bild von Cornelia Propstmeier.

Als Tochter eines Physikers, der von Berufs wegen viel herumreiste, begann sie nach ihrem Abitur in Vaterstetten ein Architekturstudium an der Fachhochschule München. Vier Jahre später und nach einem Aufbaustudium zum Thema Denkmalpflege an der Technischen Universität ist sie Diplom-Architektin (FH). Somit beschäftigte sie sich auch beruflich sehr kreativ. Heute ist Cornelia Propstmeier 61 und blickt auf viele Stationen in ihrem Leben zurück: In Schaffhausen an der deutsch-schweizerischen Grenze wurde sie geboren, später zog sie mit ihren Eltern nach Meschede und kam schließlich nach Neubiberg.

In Bayern lernte sie ihren Mann Günther kennen, der einige Zeit in Afrika als Entwicklungshelfer arbeitete. Die beiden heirateten 1982 in Ghana, wenig später kamen ihre beiden Töchter Steffi und Johanna zur Welt.

Ein Bild von Cornelia Propstmeier.

„Zur etwas ernsthafteren Beschäftigung mit Kunst kam ich erst Anfang der 1990er-Jahre“, erinnert sich Propstmeier. „Schon in der Schule hatte ich sehr gerne gemalt und gezeichnet, vor allem Bäume und Pflanzen. Im Gymnasium belegte ich sogar den Kunst-Leistungskurs, merkte aber nach einem ersten Praktikum in einem Architekturbüro, dass mich dieses Thema noch mehr begeisterte.“ Als sie begann, mehr zu malen, versuchte sie sich erst mit zarten Aquarellen, dann mit Tusche und Bleistift.

Motive in verschiedenen Darstellungsformen

Wer ihre Proben-Mappe durchblättert, entdeckt tatsächlich eine große Vielfalt an Motiven in vielerlei verschiedenen Darstellungsformen. Manchmal greift sie zur Acryl-Farbe, besonders im Atelier, oft bringt sie aber auch spontan etwas zu Papier, was sie beispielsweise auf Reisen sieht. Und sie reflektiert mit manchen ihrer Bilder auf aktuelle Themen: etwa auf das Chaos der Hochwasserkatastrophe in Simbach, auf unsere Wegwerfgesellschaft. Oder auf die Migrationsproblematik – ein verlassener, kahler Raum, in dem noch ein Kühlschrank steht, symbolisiert die Wohnsituation Geflüchteter wohl besser als viele getragene Worte.

Offen für Stilrichtungen

Seit 1993 ist Cornelia Propstmeier mit ihren Bildern bei Ausstellungen, im Jahr 2000 trat sie der Künstler-Gruppe Projekt IV bei, danach dem Atelier im Osterfeld und ins Poinger Kunstnetzwerk. 2012 etwa stellte sie mit Hans Mayrhofer zusammen Landschaftsmotive unter dem Oberbegriff „Umgebungen“ aus, zeigte ihre Werke auch bei Veranstaltungen mit Münchner Architekten.

Die Anzingerin mag beide Stilrichtungen in der Malerei, sowohl darstellend-naturalistisch, aber auch dem Abstrakten ist sie nicht abgeneigt. Am liebsten aber folgt sie ihrem Motto, dass „es nicht um das geht, was man mit den Augen sieht, sondern was der Kopf daraus macht“.

Friedbert Holz

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