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Diese Freifläche neben dem Feuerwehrhaus in Anzing könnte die Gemeinde zumindest teilweise einbringen als Eigenkapital in ein noch zu gründendes Kommunalunternehmen. 

Wohnungsbau

Gemeinsam gegen hohe Mieten

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Was tun gegen die nicht enden wollende Mietpreisspirale? Im Landkreis Ebersberg steht die Gründung eines Kommunalunternehmens unmittelbar bevor.

In einem sind sich alle Stadt- und Gemeinderäte des Landkreises Ebersberg einig: Die Lage im Kreis auf dem Mietwohnungsmarkt ist katastrophal. Das Angebot kann die Nachfrage nicht einmal annähernd befriedigen. Die Gesamtsituation ist so angespannt, dass längst ein Verdrängungsmechanismus eingesetzt hat. Selbst Normalverdiener haben es zunehmend schwerer, hierzulande bezahlbaren Wohnraum zu erlangen. Falls die Fertigstellungsquote bei jährlich etwa 42 Wohnungen pro 10 000 Einwohner stagniere, fehlten künftig etwa 100 Wohneinheiten jährlich, heißt es. Aber es gibt einen bayernweit bislang einmaligen Vorstoß.

 Wie schon berichtet, bastelt man im Landratsamt gerade daran, ein Kommunalunternehmen auf die Beine zu stellen, das das Ziel verfolgt, bezahlbare Mietwohnungen möglichst schnell entstehen zu lassen. Von einer Ebersberger Wohnbauoffensive ist die Rede. Und dazu werden dringend die Gemeinden als Partner gebraucht. Forstinning zum Beispiel befasste sich in der vergangenen Woche mit dem Thema. Und zeigte Wohlwollen. Einen Beitrittsbeschluss in dieses Kommunalunternehmen gab es zwar noch nicht. Dafür wurde Bürgermeister Rupert Ostermair beauftragt und ermächtigt, mit dem Landkreis und anderen Kreiskommunen über die Gründung einer solchen Wohnbaugesellschaft zu verhandeln. Bis Mitte Oktober soll eine Entscheidung gefallen sein.

 Eine Grundvoraussetzung wäre es, ein für eine möglichst schnelle Bebauung geeignetes Grundstück (mindestens 1000 Quadratmeter) sozusagen als Eigenkapital in das Unternehmen einzubringen. „Wir hätten da auch schon was“, sagte Ostermair der EZ und deutete an, dass der eingeplante Geschosswohnungsbau im Neubaugebiet am Ende der Graf-Sempt-Straße auf diese Weise realisiert werden könnte.

 Ein Grundstück hätte die Gemeinde Anzing auch schon im Auge, so Bürgermeister Franz Finauer. Zumindest könne er sich eine Bebauung eines Teils des Grundstücks neben der Feuerwehr im Gewerbepark für die genannten Zwecke vorstellen, verlautete am Dienstag im Rat. Dort hatte die Finanzmanagerin des Landkreises, Brigitte Keller, ausführlich über den aktuellen Sachstand berichtet und angedeutet, dass das Projekt bereit so weit fortgeschritten sei, dass es in jedem Fall gegründet werden könne – am liebsten mit, aber theoretisch auch ohne Anzing. Ziel sei es, Wohnraum zu schaffen, der die gegenwärtig vom Jobcenter genehmigten Obergrenzen von 7,50 bis 10,60 Euro/Quadratmeter (je nach Gemeinde und Lage) nicht übersteige.

 Wenn Anzing dabei sei wolle und sich damit Belegungsrechte für „ihre“ Immobilie sichern könne, müsse sie lediglich ein bebaubares Grundstück einbringen. Am liebsten ohne Bezahlung, weil sich dadurch die Kalkulation einfacher gestalte, so Keller. Mit der Planung, den Bau und den Betrieb werde die Kommune bei dem vorgestellten Modell nichts zu tun haben, so die Fachfrau.

 Die Egmatingerin fügte mit Nachdruck an: „Wenn wir (Anm.: auf die aktuelle Marktsituation) nicht reagieren als Kommunen, steigen die Mietpreise noch schneller und noch höher“. Anzing will sich in der Ratssitzung am 6. September positionieren, ein Beitritt ins Kommunalunternehmen wäre dann zum Oktober möglich. Die (gefühlte) Tendenz im Plenum: zustimmend.

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