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Um dieses Anwesen dreht sich alles: Das Benefiziatenhaus in der Erdinger Straße in Anzing.

Musikinitiative Anzing

Ab Frühjahr obdachlos

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Anzing - Im April läuft der Mietvertrag aus. Dann muss die Musikinitiative Anzing aus dem Benefiziatenhaus ausziehen. Jetzt soll eine neue Bleibe her.

Die Sache ist vertrackt. Seit nunmehr sieben Jahren ist die Musikinitiative Anzing Mieterin des Benefiziatenhauses in der Erdinger Straße, einer kirchlichen Immobilie. Für Musikschulzwecke ein Haus mit idealen Bedingungen, wie die Chefin der Initiative, Maria Brummer betont. Instrumental- und Gesangsunterricht gibt es dort, Chorproben, musikalische Früherziehung. Zehn Lehrer kümmern sich darum, der Verein hat rund 200 aktive Musiker. Die Musikinitiative ist eine feste Größe im örtlichen Kulturleben. Doch wie lange noch? Es gibt Unruhe im Ort. Der Mietvertrag ist zum April 2017 aufgekündigt worden.

 Das weiß man schon länger. Und hat deshalb auch frühzeitig und händeringend Kontakt mit der politischen Gemeinde aufgenommen, um nach Wegen zu einer allseits zufriedenstellenden Lösung zu suchen. Die Gemeinde bot der Musikinitiative u.a. das Gemeindehaus an. Was jedoch abgelehnt wurde. Zu klein. „Nachvollziehbar“, wie Bürgermeister jetzt im Gemeindeblatt schrieb. 

Eine Alternative wäre auch ein Neubau im Gewerbepark 7 gewesen. Sozialer Wohnungsbau kombiniert mit Musikschule. Auch keine Lösung für den Verein, hieß es danach. Also das Haus kaufen? Schon im Dezember 2014 hatte das Erzbischöfliche Ordinariat, so Finauer, das Grundstück an der Erdinger Straße in Erbpacht und das Gebäude zum Verkauf angeboten. Was folgten, waren gleich mehrere Gespräche, aber kein Ergebnis. Ein von der Gemeinde favorisierter Kauf auch des Grundstücks blieb ausgeschlossen. Aus stiftungsrechtlichen Gründen, wie kolportiert wurde. Auch der nächste Versuch einer Einigung scheiterte schließlich: Im März 2015 bot die Gemeinde dem Ordinariat einen Tausch von Grundstücken an. Auch das klappten nicht. Nicht zuletzt offenbar auch, weil man sich bei preislichen Vorstellungen nicht näher kam. Von immer neuen und für die Politik nicht mehr erfüllbaren Forderungen der Kirche sprach und spricht man inzwischen im Rathaus und – nichtöffentlich – im Gemeinderat. Die Kirche ihrerseits beruft sich auf die ortsüblichen Preise. Der Gemeinderat beendete inzwischen den Dialog mit den Kirchenvertretern. „Eine andere Entscheidung war nicht möglich“, sagt Finauer heute. Noch immer also ist keine Lösung in Sicht für den Musikschulbetrieb ab April 2017. Und das bringt viele in Probleme, schließlich laufen zum Beispiel reihenweise Ausbildungsverträge. Maria Brummer schreibt, ebenfalls im aktuellen Gemeindeblatt, von einem inzwischen existenziellen Problem. 

Dass sich der Verein wird auflösen müssen, möchte sie aber nicht in den Mund nehmen. Noch nicht. Auf Betreiben der Initiative befasste sich der Gemeinderat dieser Woche nichtöffentlich nochmals mit dem Thema. 

Finauer fasst das Ergebnis der Unterredung so zusammen: „Wir brauchen ein deutliches Signal, was die Musikinitiative wirklich braucht und will.“ Zuletzt hatte der Rathauschef eine verbindliche und eindeutige Richtung der Initiative irgendwie vermisst. Gemeinde und Rat wüssten um die Bedeutung der Musikerziehung und hätten ein großes Interesse daran, dass sie über April 2017 fortgesetzt werde, sagt der Rathauschef. In der kommenden Woche wird es daher eine weitere nichtöffentliche Unterredung im Rathaus geben. Die Teilnehmer: Musikinitiative, Fraktionsvertreter und Bürgermeister.

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