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Robert radelt nicht mehr: Trauer um Anzinger Original

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Von: Armin Rösl

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Ein alter Mann auf einem Fahrrad.
Der Radlbote von Anzing: Robert Kettner. © Armin Rösl

Über 80, na und? Robert Kettner radelte fast täglich durch Anzing und erledigte Botendienste. Jetzt ist er mit 88 gestorben. Nachruf auf den „radelnden Robert“.

Anzing – Meist mit einer roten Rose am Hut ist Robert Kettner viele Jahre durch Anzing geradelt und hat Botentouren erledigt für Läden und Privatpersonen. Oder einfach nur gute Laune gebracht. Benötigte eine Bäckerei-Verkäuferin privat noch dringend ein Utensil aus einem anderen Laden im Ort, konnte aber gerade nicht weg: Robert fragen, er brachte es. War im Blumenladen ein gerahmtes Deko-Bild kaputt: Robert Kettner hat’s geholt, gerichtet und zurückgebracht.

Anzing: Botendienste aller Art

Von frühmorgens an war der Rentner auf seinem Radl unterwegs – egal, wie das Wetter war. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Freilich war immer mal wieder ein kleiner Ratsch drin über Gott und die Welt, über Neuigkeiten sowie Klatsch und Tratsch im Ort. Ab und zu erzählte er einen Witz und brachte selbst Morgenmuffel zum Lachen. Mit Robert Kettner begann der Tag gut.

Ich fahre, so lange ich kann.

Robert Kettner

„Ich fahre, so lange ich kann“, hat er einmal gesagt. Das galt auch dann, wenn es ihm gesundheitlich nicht so gut ging. Mit dem Fahrrad durch Anzing und anderen helfen, das war sein Leben in den letzten Jahren. „So bin ich jeden Tag an der frischen Luft und treffe Leute“, sagte er, den alle nur mit seinem Vornamen ansprachen. Jetzt fehlt das Anzinger Urgestein im Ort: Der „radelnde Robert“, wie unsere Zeitung vor fünf Jahren in einem Porträt über ihn schrieb, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Trauergottesdienst ist am Freitag, 26. November, um 14.30 Uhr im Kirchenfriedhof in Anzing.

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