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Schon länger ehrenamtlich dabei sind Annette Knopff (2.v.li) und Brigitte Zellner (2.v.re.). Links Vizebürgermeister Florian Alte, rechts die Schulweghelfer-Koordinatorin im Rathaus, Sabine Belmer.

Schulweghelfer in Anzing

„Du bist mein Engel“

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Schon mit Blick auf die Zeit nach den Sommerferien werden in Anzing neue Schulweghelfer gesucht. Die Hilferufe richten sich diesmal speziell an ältere Mitbürger. Zwei, die berichten können, warum es sich lohnt, sich hier zu engagieren, sind Brigitte Zellner und Annette Knopff.

Anzing– 49 Schulweghelfer gibt es zurzeit in Anzing, 34 davon sind fest eingesetzt, 15 mehr oder weniger zur Verfügung stehende Springer. Sie alle werden dringend gebraucht. Vor allem, weil durch Krankheit, Urlaub oder Arbeit immer wieder mal Kräfte ausfallen, die kurzfristig zu ersetzen nicht ganz einfach ist. Darum kümmert sich im Rathaus Sabine Belmer.

Für das neue Schuljahr ab September sieht es aber zurzeit noch nicht wirklich rosig aus. Engpässe gibt es montags in der Früh und grundsätzlich mittags. Mittags, das sind die Schichten ab 12.20 bzw. 13.05 Uhr. Für jeweils eine halbe Stunde.

Das wäre doch etwas für Rentner bzw. Pensionäre, meint Vizebürgermeister Florian Alte. Und hofft, dass sich der eine oder andere auch kurzfristig motivieren ließe, sich sozial einzubringen und etwas für die Kinder in der Gemeinde zu tun.

So wie Brigitte Zellner. Ihr Alter verrät sie nicht. Wohl aber, dass sie sich schon vor neun Jahren, motiviert durch eine Freundin, bereit erklärt hat, als Helferin dafür zu sorgen, dass Schulkinder sicher zur Schule oder nach Hause kommen.

Dabei hat die Rentnerin, bekannt am Ort durch ihr Engagement in der Kleinstengruppe des SVA-Handball, selber gar keine Kinder.

Dienstags und mittwochs steht sie immer mittags an der Ampelkreuzung, einem nach wie vor neuralgischen Punkt im Ort. Anfangs war das ziemlich trostlos. Die Mädchen und Buben zogen oft wortlos an ihr vorbei. Ein „Grüß Gott“ war Ausnahme. „Das hat mich fast wahnsinnig gemacht“, erinnert sie sich heute. Und fand eine Lösung, in Form von Schoko-Bonbons, kleinen Riegeln oder Karamell. Das Süße wirkte Wunder. Wer grüßte, bekam ein Stück. Inzwischen ist die Anzingerin bei den Schulkindern so bekannt und so beliebt, dass sie längst auch beim Einkauf oder auf der Straße von jungen Leuten angesprochen wird, die inzwischen schon Jugendliche oder gar junge Erwachsene sind.

Das mit den Süßigkeiten sahen nicht alle Eltern wirklich gerne, sagt sie heute. Manchmal habe es Ärger gegeben wegen der gesunden Ernährung und so. Doch die Schulweghelferin gab den Schülerinnen und Schülern dann zumindest die Botschaft mit auf dem Weg, daheim von der süßen Gabe wenigstens zu berichten.

Dank der Eltern gab es im Gegenzug bislang kaum. Viele glauben einfach, dass das alles selbstverständlich sei, vermutet Brigitte Zellner. „Wir stehen für euch da“, hat sie den jungen Leuten oftmals mit auf den weiteren Weg gegeben. Inzwischen haben das die meisten begriffen.

Ganz besonders ein Bub, der ihr im vergangenen Jahr ein Bild gemalt hatte, auf dem stand: „Du bist mein Engel“. Das Bild alleine sei es wert gewesen, sich bei Wind und Wetter hinzustellen und den Job zu machen, so Brigitte Zellner.

Einer dieser Engel ist auch Annette Knopff. Sie kam, der klassische Weg, über die direkte Ansprache bei einem der Elternabende für Erstklässler zu dem Ehrenamt. Demnächst kommt ihr Sohn in die vierte Klasse. Annette Knopff macht also weiter: Immer freitags, neben der Arbeit. Und, wenn nötig, auch als Springerin. Und ebenfalls an der Ampel, wo in einer halben Stunde in der Früh mehr als 60 Kinder sicher über die Straße wollen. „Da wird es schon mal eng“, berichtet sie. Da bleibe dann auch keine Zeit für den einen oder anderen Ratsch. Weil es dort auch nicht so ungefährlich ist, wie es manchem scheinen mag. Vor allem abbiegende Lastwagen seien eine große Gefahr, berichten die beiden Frauen. Und sagen im Gleichklang: „Wenn keiner da wäre, wäre es für alle deutlich gefährlicher“.

Nachahmer sind gegenwärtig sehr gefragt. Beim Elternabend heuer hatten sich nur drei gemeldet. Sabine Belmer nimmt im Rathaus gerne Meldungen interessierter Bürger auf. Oder die gehen gleich direkt zu einem der beiden noch anstehenden Schulungstermine der Polizei Poing: am 10. Juli, 19 Uhr, im Landgasthof Forchhammer in Pliening, und am 19. Juli, ab 19.30 Uhr, im Mehrzweckraum neben dem Sportlerheim in Forstinning.

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