Der Christbaum vor dem Rathaus in Anzing
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Der Christbaum vor dem Rathaus in Anzing steht inzwischen. Optisch deutet viel schon jetzt auf die stade Zeit hin, doch die nächsten Wochen und Monate werden kommunalpolitisch womöglich noch ziemlich turbulent.

Anzing und die erneuerbaren Energien

Wo nur das Wort „Windrad“ bereits manchen Bürger reizt

  • Friedbert Holz
    VonFriedbert Holz
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Anzing – Die Reizvokabel „Windräder“ dominierte in der Fragestunde im Rahmen einer „Digitalen Bürger-Info“; also einer Bürgerversammlung, die aus Pandemiegründen diesmal im Internet als YouTube-Stream stattfand.

„Anzings Rathauschefin Kathrin Alte versuchte dabei, alle diesbezüglichen Anfragen zu beantworten. Außerdem hatte sie der Bürgerschaft zusammen mit Verwaltungs-Mitarbeitern die Lage der Gemeinde dargestellt und auch noch ein paar aktuelle Themen angeschnitten.uch wenn Anzing mit rund 70 Prozent gegen den Bau von Windrädern im Forst gestimmt hat, haben wir als Gemeinde das knappe Votum für diese erneuerbare Energiequelle beim Entscheid des Landkreises zu akzeptieren“, sagte die Bürgermeisterin. Sie stehe persönlich auch weiterhin für die so genannte 10-H-Regel als derzeit noch gültiges Abstandsmaß.

Bei allem Verständnis für das Schutzbedürfnis der Bürger sehe sie die geplanten Standorte im Wald jedoch als das Optimum im Landkreis an, von den diskutierten Windrädern würde wahrscheinlich nur eines durch seinen Standort Anzinger Interessen tangieren.

Mancher schaltet ab, wenn es um die Windkraft geht

„Zusammen mit den anderen Gemeinden im Norden des Landkreises wollen wir Standort-Vorschläge für Windräder machen“, so Alte. Sie bat gleichzeitig um Verständnis dafür, dass sie selbst keine Windrad-Technikerin sei und daher keine Aussagen zu möglichen Schäden durch Brände oder gar zu Flugzeug-Abstürzen machen könne.

Interessant waren bei der Diskussion, in weiser Voraussicht ganz ans Ende der digitalen Veranstaltung gelegt, zwei Punkte: Erstens schalteten von fast 100 Zuhörern, die daheim die Bürgerversammlung verfolgten, schlagartig über 20 ab, als es um Windräder ging. Und zweitens kam - ganz im Gegensatz zur Diskussion im Landkreis - keine Kritik aus der Anzinger Bürgerschaft zu möglichen Schäden durch Windräder für die Natur.

Ein solches Hindernis stellt dagegen eine offensichtlich schützenswerte Hecke am Straßenrand der ehemaligen B12 dar. „Wir wollen entlang dieser jetzigen Kreisstraße einen Radweg von Anzing nach Forstinning bauen, in Fahrtrichtung Schwaberwegen auf der linken Seite“, erklärte Kathrin Alte. „Alle baurechtlichen Punkte sowie eine mögliche Förderung sind bereits in der Planung, nur naturschutzrechtlich, dieser Bepflanzung wegen, haben wir noch keine finale Entscheidung“.

Auch zum Baustillstand am früheren Gasthaus zur Post, längst im Besitz eines privaten Investors, konnte die Bürgermeisterin nichts Neues sagen - „wir stehen aber im Dialog mit den neuen Eigentümern“.

Verkehrsprobleme im Mittelpunkt mancher Anfragen

Schließlich kam sie noch auf die leidige Gefahren-Situation im Amselweg zu sprechen. „Was den ruhenden Verkehr, sprich Falschparker angeht, müssen wir an die Polizei verweisen. Wir wissen, dass viele Kinder auf ihrem Schulweg diesen Weg nutzen, leider aber auch mancher Autofahrer als Schleichweg. Wir haben nicht nur dazu, sondern auch zu anderen Ortsstraßen einen Gutachter beauftragt, der demnächst im Gemeinderat ein mögliches Lösungskonzept vorstellen wird“.

Wohl keine schnelle Lösung gebe es hingegen für eine weitere Bus-Haltestelle in der Parkstraße: „Hier müsste der Bus aufwendig rangieren, eine Situation, die wir mit dem Betreiber zu klären haben“.

Schwierige Finanzsituation der politischen Gemeinde

Geklärt werden soll in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 7. Dezember auch die Finanzlage. Kämmerer Daniel Zygalakis dazu: „Wir haben vom Landratsamt einen blauen Brief bekommen mit der Aufforderung, eine Konsolidierung zu veranlassen. Anhand eines Konzepts soll dargestellt werden, wie wir auf längere Sicht unsere Leistungsfähigkeit erhalten können..“ Man mache sich gerade Gedanken zu möglichen Einsparungen, zum Beispiel auch bei eigentlich fälligen Straßensanierungen. Auch die geplante Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach wolle man verschieben. Dazu ergänzte die Bürgermeisterin: „Letztlich werden wir wohl dem Gemeinderat vorschlagen, die Hebesätze bei der Gewerbesteuer und bei der Grundsteuer B (für bebaute Grundstücke) etwas zu erhöhen. Für ein Grundstück mit rund 500 Quadratmetern Größe würde das etwa 36 Euro im Jahr mehr bedeuten. Auch gehen wir davon aus, dass 2022 etwa 50 000 Euro mehr für den MVV nötig sein werden, der Hausmüll wird wohl teurer, und die Feuerwehr braucht ein neues Fahrzeug“.

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