Anzinger Burschen klauen Maibaum des Augustiner Kellers

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 Anzing – Maibaum-Diebstähle gibt es um diese Jahreszeit oft. Aber selten wird ein Maibaum durch die halbe Münchner Innenstadt gezerrt. Dem Anzinger Burschenverein ist ein solcher Coup gelungen. Er stibitzte den Traditionsstamm des bekannten Augustiner Kellers in der Arnulfstraße.

Ein stattlicher Maibaum ziert die Homepage der Münchner Traditionsgaststätte. Ein solcher soll auch heuer im Biergarten aufgestellt werden, deswegen lagerte der Stamm schon unter den Kastanien. Das bemerkten Mitglieder des rührigen Anzinger Burschenvereins um Vorstand Benedict Hollerith. Sie sagten sich: „Den müsste man stehlen, das wär’s.“

Gesagt, getan: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch war es soweit. Der Anzinger Burschenverein machte sich mitten in der Nacht, genauer gesagt um 4 Uhr, auf den Weg in die Landeshauptstadt – fast in Kompaniestärke, „bewaffnet“ mit einem Unimog samt „Nachläufer“. „Der ist sogar vom TÜV zugelassen“, macht Pressesprecher Leonhard Spitzauer auf die Tatsache aufmerksam, dass bei der Aktion verkehrsrechtlich „alles mit rechten Dingen“ zugegangen ist.

Weil es sich bei dem Augustiner-Maibaum mit seinen rund 16 Metern eher um ein zierliches Modell handelt, zogen die Burschen auf ihrer Diebestour eigens einen Stamm nach München, an den das gestohlene Exemplar schließlich gebunden wurde. „Damit der Stamm nicht bricht“, so Spitzauer am Donnerstag gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Jetzt lagert der Münchner Baum an einem geheimen Ort in Anzing. Die Auslöseverhandlungen haben noch nicht begonnen. „Ich glaub’, der Wirt weiß noch gar nicht, wer den Baum hat“, mutmaßt Spitzauer. Als Belohnung für eine Rückgabe im unversehrten Zustand, stellen sich die Burschen eine ordentliche Brotzeit unter den schattigen Kastanien des Augustiner-Biergartens vor.

Christian Vogler, Wirt des Augustiner Kellers, weiß sehr wohl, dass sein Maibaum nicht mehr da ist. Er spricht von einer „tollen Sache“, Brauchtum „finde ich gut“. Am 1. Mai soll der Baum im Rahmen eines Festes in die Senkrechte gebracht werden. Von der EZ erfährt Vogler, dass der Baum bei den Anzingern lagert. Er bittet die Burschen, sich möglichst bald mit ihm wegen der Auslöseverhandlungen in Verbindung zu setzen, „damit wir noch genügend Zeit haben, das gute Stück herzurichten und zu schmücken“.

Michael Acker

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