Parteiloser macht das Rennen

Aßling hat gewählt: Fent neuer Bürgermeister

Aßling - Hans Fent, Kandidat von SPD, Grünen und Freien Wählern, hat sich gegen Sebastian Brilmayer (CSU) durchgesetzt. Der 52-Jährige ohne Parteibuch wird mit 58,28 Prozent der Stimmen neuer Bürgermeiser von Aßling.

Schon kurz nach 19 Uhr stand das Ergebnis so gut wie fest. Denn nach Auszählung von drei der insgesamt fünf Stimmbezirken hatte Fent bereits uneinholbar die Nase vorn. Während der CSU-Kandidat sichtlich bleich um Fassung rang, nahm der Nachfolger des am Pfingstmontag verstorbenen Werner Lampl (CSU) im Foyer der Aßlinger Schule bereits die ersten Gratulationen zusammen mit seiner Ehefrau Heidi und den drei Söhnen der Familie entgegen.

Sein Kontrahent Brilmayer musste sich von Gemeinderat Benhard Wieser trösten lassen: „Hilft nichts, Hut ab, dass Du Dich zu der Kandidatur bereit erklärt hast.“ Dann richtete Wieser, der lange Jahre dem CSU-Kreisvorstand angehört hat, bereits wieder den Blick nach vorn: „Bei der Gemeinderatswahl im kommenden März werden wir wieder gewinnen.“

Brilmayer zog mit den Worten „Ich hatte mehr erwartet“ eine kurze Bilanz, um dann sofort Fent als neuem Rathauschef zu gratulieren. „Ich hoffe, dass er es gut machen wird“, sagte der Unterlegene und kündigte an, dass man seinen Namen auf der Kandidatenliste der CSU zur Gemeinderatswahl finden werde.

Möglicherweise auch auf der Kreistagsliste, ergänze CSU-Chef Martin Pregler, woraus geschlossen werden darf, dass Brilmayer zumindest bis zum gestrigen Abend bereits dort als gesetzt gelten durfte. Pregler selbst zeigte sich „total enttäuscht“, dass nur 1148 der insgesamt 3360 wahlberechtigten Aßlinger dem CSU-Kandidaten ihre Stimme gaben, dagegen aber 1604 dem parteiübergreifenden Kandidaten Fent. Der hatte selbst in Lorenzenberg Brilmayer (194) mit 240 Stimmen den Rang abgelaufen. Pregler sprach von „einem klaren Votum“, die CSU habe „klar verloren“.

Von der UNL, die den CSU-Kandidaten unterstützt hatte, gestand 3. Bürgermeister Ernst Sporer-Fischbacher ein, dass er sich „ein knapperes Ergebnis vorgestellt hatte, auf welche Seite hin auch immer“. Dennoch blieben CSU und UNL der stärkste Block im Gemeinderat, doch werde man „wissen, miteinander umzugehen“. Sporerr-Fischbacher: „Es geht vorrangig um Aßling, nicht um Parteiengezänk“.

Der Wahlsieger freute sich riesig über den „überraschend hohen Sieg“. Doch habe man ihm bei den Hausbesuchen „fast immer die Daumen gedrückt, sogar versprochen, ein Vaterunser für den Sieg zu beten“. Fent danke Wählern wie Unterstützern. Er wisse um die Herausforderung. „Ich pack das jetzt an“, kündigte der Sieger an. Möglicherweise werde auf einer der Kreistagslisten auch sein Name zu finden sein, ließ er sich entlocken. Vorgespräche darüber, gleich welcher Partei, hätte es aber bislang noch keine gegeben.

SPD-Gemeinderätin Karen Schiöberg Fey verspricht sich mit Fents Amtsführung „endlich Kontinuität, weil die letzte Zeit doch so turbulent war“ und kündigte „vor allem Transparenz der Bürgerschaft gegenüber“ an. Grünen-Gemeinderätin Angie Heilmann zeigte sich „einfach nur begeistert, dass die Aßlinger dem unabhängigen Kandidaten das Vertrauen gegeben“ haben.

Seitens der Freien Wähler sagten die Gemeinderäte Hugo Kasper und Martin Gruber, nach der schon frühen Nominierung Brilmayers sei es mit Hans Fent um das Ziel gegangen, „keinen Zählkandidaten aufzustellen, sondern einen, der Chancen hat und der`s auch machen kann“.

Im Cafe K wurde Fent am gestrigen Abend noch lange bejubelt, bis er sich daheim in Ruhe ein Glas guten Wein schmecken lassen konnte. Im Gasthaus „Hilscher“ kam die CSU zusammen. Die Wahlparty, zu der auch die Ex-Landtagsabgeordnete und frühere CSU-Kreisvorsitzende Christa Stewens kam, verlief verständlicherweise viel ruhiger.

Eberhard Rienth

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