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„Die alte Leitung ist schuld“, sagen die Bartls. Julia und Viktoria zeigen auf den „Übeltäter“.

Ärger mit Telekom

Internet? Keine Verbindung!

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Familie Bartl aus Holzen bei Aßling lebt die meiste Zeit ohne Internet - und das nicht freiwillig. Die Deutsche Telekom gibt sich überrascht. 

Holzen – Keine Verbindung, kein Internet, kein Telefon. Familie Bartl aus Holzen bei Aßling trifft es hart. Surfen oder telefonieren kann sie selten. Ihre Kundennummer bei ihrem Telefonanbieter kann Johanna Bartl auswendig. Seit Jahren muss sie die zehnstellige Zahl immer und immer wieder angeben, wenn sie sich beschwert. Seit Jahren haben Bartls Ärger mit ihrem Anbieter: der Deutschen Telekom.

Wenn sich Johanna Bartl – weil wieder die Leitung tot ist – an den Kundenservice des größten deutschen Festnetzanbieters wenden will, bleibt sie in Warteschleifen hängen, fällt aus der Leitung oder „Mitarbeiter legen einfach auf“, sagt sie.

Mitarbeiter legen einfach auf

Dass die Telekom die Betreuung ihrer Kunden eigentlich verbessern will, mit dem Ziel „Null Fehler und null Beschwerden“, wie es Service-Chef Ferri Abolhassan kürzlich sagte, darüber kann Bartl nur den Kopf schütteln.

Die Realität sehe so aus: Alleine 2016 habe die Kundin aus Holzen 27 Mal von ihrem Handy aus beim Service angerufen, um sich zu beklagen. Immer wieder habe sie Mitarbeiter am Telefon gehabt, die sie ratlos weiter verbunden hätte. Sie schilderte ihr Problem „immer wieder neu“ und zwar bei jedem Anruf: kein Telefon, kein Internet.

Es komme vor, dass die Verbindung wochenlang nicht funktioniere. Oft sind Johanna Bartl, ihr Mann Rainer und die vier Kinder von der Außenwelt „abgeschnitten“, die Leitung sei fehlerhaft, wie es von der Störungsstelle der Telekom dann heißt.

So wie gerade: „Seit April haben wir kein Internet und kein Telefon“, sagt Johanna Bartl. Schuld sei, wie die Holzenerin vermutet, die miserable Leitung, ein altes Oberlandkabel, das dringend im Ganzen repariert oder ein Neues in die Erde verlegt werden müsste.

Ein Windstoß reicht

Doch Techniker der Telekom würden die Leitung nur immer bruchstückhaft reparieren, es dauere nicht lange und dann sei Familie Bartl wieder ohne Anschluss. Dann versucht Johanna sich mit ihrem Anbieter in Verbindung zu setzen: Vom Handy aus anzurufen, habe sie mittlerweile aufgegeben, oft habe sie eine Dreiviertelstunde warten müssen und sei dann aus der Leitung gefallen oder die Mitarbeiter hätten „einfach aufgelegt“.

Schriftlich wendet sich die Frau an die Telekom, diese entschuldigt sich, verspricht Besserung, Techniker kommen, reparieren die Leitung. „Dann haben wir ein paar Tage, wenn es gut geht ein paar Wochen, Internet“, sagt Johanna Bartl. Ein Windstoß macht das Glück schnell wieder kaputt. Alles von vorne, neuer Beschwerdebrief.

Telekom reagiert ungenügend 

Ganz anders sieht das die Telekom, die auf mehrmalige Anfrage unserer Zeitung mitteilt, dass nach „internen Recherchen“ eine Störung „seit mehreren Jahren“ nicht erkennbar sei. Ein Sprecher sagt: „Laut Aussage unseres Serviceteams wird es eine Besichtigung vor Ort geben, um die Störung näher zu lokalisieren. Wir erhoffen uns davon validere Erkenntnisse zu erlangen.“

Zahlen müssen Bartls für die Zeit, in der sie keine Leitung haben, nicht, dennoch sind alle genervt. Sollte die Telekom das Problem nicht lösen, muss Familie Bartl wohl bis Frühjahr 2018 warten: Das gesamte Gemeindegebiet von Aßling soll dann mit Glasfaser ausgebaut werden, teilt Bürgermeister Hans Fent mit. Abgelegenere Ortsteile wie Holzen sollen eine „gute Verbindung“ haben – mit einem Erdkabel. So lange wollen die Bartls nicht ohne Internet sein. „Bis 2018 können wir unmöglich warten“, sagt Johanna Bartl.

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