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Startup-Gründer Alois Niedermaier (li.) und Marcel Kappelsberger im Homeoffice. 

Diese zwei Unternehmer nehmen alles genau unter die Lupe

Schnapsidee wird zum Erfolg

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Der eine studiert noch Wirtschaftsinformatik, der andere arbeitet nach Mittlerer Reife und Ausbildung zum Medienkaufmann ab 1. September für eine Online-Marketing-Firma in Kolbermoor. Aber beide sind schon selbstständig.

Landkreis – Alois Niedermaier (21) aus Emmering und Marcel Kappelsberger (18) aus Aßling haben die Firma techniktest-online.de gegründet und nehmen alles unter die Lupe: Von der Schallzahnbürste über das neueste Smartphone bis hin zum Kopfhörer.

Ihre Prüf-Ergebnisse werden auf der Web-Site der jungen Unternehmensgründer veröffentlicht. Auch einen Facebook-Auftritt gibt es bereits. „Aktuell stehen wir bei 2400 Facebook-Fans und haben 20 000 User pro Monat. Außerdem werden unsere Beiträge auch über Google News und News Republic verbreitet“, berichtet Kappelsberger. Er ist für die Kundenkontakte verantwortlich, während sich sein Kompagnon „schwerpunktmäßig ums Administrative kümmert“, schildert der 18-Jährige die Aufgabenverteilung. In der Elektronik-Branche werden sie wahrgenommen und auch im Freundeskreis. „Die erhoffen sich, dass wir ihnen mal ein Gratis-Gerät zukommen lassen“, lacht Niedermaier.

„Unsere User kommen vor allen Dingen aus Deutschland und der Schweiz“, schildert der 21-Jährige Jungunternehmer die Nachfrage. Worauf es jetzt ankomme, sei Reichweite. „Wir müssen wachsen. Mit den großen Web-Giganten können wir noch nicht mithalten“, so Niedermaier realistisch. „Vielleicht werden wir uns mit unserem Portfolio auf eine Nische spezialisieren müssen“, blickt er in die Zukunft. Geld wird klassisch verdient über Werbeflächen oder Sponsored Posts. „Viel ist es noch nicht“, sagt Kappelsberger. „Aber wir haben ja erst angefangen.“

Seit eineinhalb Jahren sind Kappelsberger und Niedermaier in der Tester-Branche tätig. Was alles auf Userfreudlichkeit und andere Kriterien geprüft werden soll, das bestimmte am Anfang der Freundeskreis mit. Inzwischen sind Hersteller auf das Gründerpaar aufmerksam geworden, das auch schon namhafte Produzenten wie „Devolo“ auf der Liste hat. Die stellen ein Gerät her, über das eine normale Haussteckdose zum WLAN-Empfang benutzt werden kann.

„Wir versuchen über soziale Netzwerke unsere Zielgruppen zu erreichen“, sagt Niedermaier. „Für die Hersteller ist das eine gute Werbemöglichkeit“. Facebook sei dabei ausbaufähig.

„Die meisten kommen über das Smartphone zu uns, das hat mich echt überrascht“, schildert der 21-Jährige die üblichen „Kundenkontakte“. „Natürlich sind auch welche aus dem Ausland dabei. Aber die sind schnell wieder weg, weil unsere Seite auf Deutsch ist, und sie die Sprache nicht verstehen.“

Schief gelaufen ist auch schon mal etwas. Dabei wurde ein Handy getestet. „Ein freier Autor hat eine falsche Meldung herausgegeben“, räumt der Informatikstudent unumwunden ein. Dafür gab es Schimpfe. Das anschließende Krisenmanagement der beiden Jungunternehmer muss jedoch ganz gut funktioniert haben. „Wir wurden von dem Hersteller danach sogar in deren VIP-Lounge in der Allianz-Arena eingeladen.“

Was braucht man für so ein Unternehmen? „Eigentlich machen wir alles vom Rechner von zuhause aus. Man mietet sich Platz auf einem Server. Das war es auch schon. Alles ziemlich unspektakulär“, sagt Niedermaier zum Thema Investition. „Am Anfang war das nicht mehr als eine Schnapsidee.“ Von der Resonanz auf ihr Angebot sind Niedermaier und Kappelsberger selbst überrascht.

Immer das Neueste aus der Branche in der Schublade: Dürfen sie die getesteten Geräte alle behalten? „Das kommt darauf an, was sie wert sind“, sagt Niedermaier. Inzwischen wurden die beiden Tester aus dem Landkreis aber von Herstellern sogar schon zu Präsentationen eingeladen, „zum Beispiel auf eine Messe nach Berlin“, freut sich Kappelsberger. Aus der Schnapsidee ist nach knapp zwei Jahren eine Firma geworden, die demnächst auch eine entsprechende, professionelle Rechtsform bekommen soll.

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