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Anna und Johann Feichtner feierten Eiserne Hochzeit. Landrat-Stellvertreterin Waltraud Gruber (li.) und Aßlings Bürgermeister Hans Fent gratulierten. 

Anna und Johann Feichtner aus Obereichhofen seit 65 Jahren ein zufriedenes Paar

Vor lauter Arbeit keine Zeit zum Streiten

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Wenn ein Paar 65 Jahre verheiratet ist, und deswegen offiziellen Besuch bekommt, so wie es im Landkreis Ebersberg traditionell der Brauch ist, wechseln schon mal die Bürgermeister, die zum Gratulieren kommen.

Obereichhofen – Diesmal waren es Hans Fent, der Aßlinger Gemeindechef und die stellvertretende Landrätin Waltraud Gruber, die Johann und Anna Feichtner aus Anlass deren Eiserner Hochzeit die Glückwünsche der Landkreisbürger und je ein Geschenk überbrachten. Zur Goldenen Hochzeit vor 15 Jahren hatte noch Franz Hilger in Stellvertretung des Gemeindeoberhauptes Werner Lampl gratuliert.

Gefeiert wurde die „Eiserne Hochzeit“ im Dorfgemeinschaftshaus in Lorenzenberg, „mit etwa 20 Personen aus der Verwandtschaft“, freute sich die 84-jährige Jubilarin Anna Feichtner. Ihr Mann Johann ist bereits 90 Jahre alt.

Dass sich die beiden kennenlernten, war damals ein großer Zufall. Denn die Anna stammt eigentlich aus Niederbayern, wo sie als Magd in einer Landwirtschaft gearbeitet hatte. Eines Tages kam ein Knecht zu Besuch, der ebenfalls aus Niederbayern stammte, im Landkreis Ebersberg aber eine Anstellung gefunden hatte. „Wir könnten noch eine Dirn gebrauchen“, meinte er zur 18-jährigen Anna, der ihre Mutter schon immer erzählt hatte, wie schön es in Oberbayern ist. Der Entschluss war schnell gefasst und bereut hat es die Anna auch nie. Denn hier lernte sie in der Nachbarschaft ihren Mann Johann kennen, den sie heiratete. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, hatte der Ehemann zum 50. Hochzeitstag der Ebersberger Zeitung erzählt. Und diese Liebe hat gehalten, wenn es auch mal Schwierigkeiten gab, wie es bei so einer langen Zeit des Zusammenlebens naturgemäß nicht ausbleibt. „Aber wir hatten wenig Zeit zum Streiten“, verrät Anna ein Geheimnis.

Die Landwirtschaft, die die beiden zusammen führten, bedeutete sehr viel Arbeit. „Wir haben ja damals alles mit der Hand gemacht. Leichter wurde es erst später, als wir einen Bulldog bekommen haben.“ Das Mähen mit der Sense hatte Anna Feichtner in Niederbayern schon gelernt.

Das Paar hat drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter und inzwischen zwei Enkel und vier Urenkel. Die Diamantene Hochzeit war damals im Kreis der Familie gefeiert worden, diesmal aber ging es ins Dorfgemeinschaftshaus. Die Landwirtschaft haben die beiden längst an den Sohn übergeben, die letzten 20 Jahre seines Arbeitslebens war Johann Feichtner am Flughafen in München tätig gewesen. „Die haben ja immer Leute gesucht“, kann sich die Anna erinnern.

Jetzt genießt das Ehepaar seinen Lebensabend in Obereichhofen, wo es all die Jahre gemeinsam verbracht hat. „Wir waren meistens der gleichen Meinung“, erzählt Anna Feichtner von ihrer dauerhaften Beziehung zu ihrem Mann. „Und wenn wir nicht der gleichen Meinung waren, hab’ ich Recht bekommen“, schmunzelt sie.

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