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Schnell mehrere hundert Euro: So teuer wird der Schulbeginn

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Von: Raffael Scherer

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Karen Schiöberg-Fey in ihrem Schreibwarenladen in Aßling.
„Wir haben alles da, von der Grund- bis zur Berufsschule“, sagt Karen Schiöberg-Fey vom Aßlinger Buch- und Schreibwarenladen. Sie gibt einen „Anti-Stress-Rabatt.“ © Stefan Rossmann

Am 13. September geht’s für viele Erstklässler los: Ein Besuch im Aßlinger Schreibwarenladen, wo sich fleißig für das neue Schuljahr eingedeckt wird.

Aßling – Schon vormittags hat Karen Schiöberg-Fey in ihrem Buch- und Schreibwarenladen in Aßling alle Hände voll zu tun. Eine Mutter nach der anderen gibt der Nächsten die Klinke in die Hand. Schließlich wollen dutzende Schüler für den Schulstart am 13. September mit den nötigen Materialien eingedeckt werden.

Teuer wird es dabei besonders für die Erstklässler, schließlich muss alles neu angeschafft werden. Und die Auswahl ist groß: Allein Bleistifte gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Dick, dünn, hart, weich, vom klassischen Design aus Holz bis hin zur füllerähnlichen Ummantelung für einen besseren Griff. „Wir haben alles da, von der Grund- bis zur Berufsschule“, sagt Schiöberg-Fey und präsentiert mit stolzem Lächeln und ausladender Geste den Warenbestand.

Anti-Stress-Rabatt soll es allen leichter machen

Tintenpatronen – ordentlich gestapelt.
Tintenpatronen – ordentlich gestapelt. © Stefan Rossmann

Die meisten Grundschulen geben zum Schulstart eine Liste heraus, was die Neuankömmlinge alles in ihrem Schulranzen haben müssen, erklärt Schiöberg-Fey. Die eine Möglichkeit für die Eltern ist dann durch den Laden zu hetzen und eins nach dem anderen selbst zusammenzusuchen. Das kann bei dem Gewusel im Schreibwarenladen schon mal unübersichtlich werden und bedeutet zudem auch Stress für die Mitarbeiter, so die Geschäftsführerin.

Darum gibt es bei ihr den „Anti-Stress-Rabatt“: Eltern können bei den Mitarbeitern die Einkaufsliste abgeben und schon kurze Zeit darauf die fertig gepackte Tüte wieder abholen – und das auch noch mit zehn Prozent Rabatt. „Das spart Zeit und vermeidet Stress für alle“, weiß Schiöberg-Fey.

Billige Stifte oft die schlechtesten

Buntstifte im Regal: Die billigsten seien die teuersten, sagt Händlerin Karen Schiöberg-Fey.
Buntstifte im Regal: Die billigsten seien die teuersten, sagt Händlerin Karen Schiöberg-Fey. © Stefan Rossmann

Gerade sucht sie die Materialien für einen künftigen Erstklässler aus Tuntenhausen (Landkreis Rosenheim) zusammen. Zwei weiche Bleistifte, ein Satz Buntstifte, Radiergummi, Lineal, Textmarker, Schere, Klebestift und Spitzer werden hier als Material für das Federmäppchen verlangt. „Buntstifte sind da immer so ein Thema: Die Teuersten sind die Billigen aus dem Discounter. Die schmeißt man ziemlich bald weg“, so ihre Erfahrung.

Ein Set Premium-Buntstifte kostet bei ihr rund 20 Euro, sollte die Lieblingsfarbe schneller weg sein, können einzelne Stifte für 1,99 Euro nachgekauft werden. Radiergummis und Lineale gehen bei einem Euro los, der kleinste Klebestift kostet 1,89, der größte 4,39 Euro. Spitzer beginnen bei drei Euro, Scheren bei fast vier. Und je nach Qualität ist immer Platz nach oben.

Preissteigerung beim Papier absehbar

Riesenauswahl bei den Schulheften: Erstklässler bekommen meist eine Liste für die Erstausstattung.
Riesenauswahl bei den Schulheften: Erstklässler bekommen meist eine Liste für die Erstausstattung. © Stefan Rossmann

Weiter geht die Einkaufsliste bei den Heften: Allein für Deutsch braucht es ein Heft Din A4, zwei Hefte Din A5, jeweils inklusive Umschlag, sowie einen Block. Je nach Schule brauchen die Kinder zwischen sechs und 15 verschiedene Hefte und Blöcke, so Schiöberg-Feys Erfahrung.

„Ein Heft kostet 99 Cent und die Preiserhöhung ist absehbar“, so die Aßlingerin. Eigentlich hätte sie jetzt bereits die Preise anheben müssen, erklärt sie mit einem Seufzen, jedoch wolle sie noch den Schulstart abwarten: „Die Papierpreise explodieren deshalb, weil die Papierfabriken auf Kartonagen umgestellt haben, denn in der Pandemie haben die Leute bestellt wie verrückt“, erklärt sie. Dementsprechend werde das klassische Papier knapper und teurer. „Und die allgemeine Preissteigerung geht auch bei uns nicht spurlos vorüber“, ergänzt die Aßlingerin.

Erstklässler kostet schnell mal 300 Euro

Knapp 30 Euro kostet dieses Federmäppchen.
Knapp 30 Euro kostet dieses Federmäppchen. © Stefan Rossmann

Fehlt für einen voll ausgestatteten Erstklässler nur noch das Equipment für den Kunstunterricht: Wachsmalkreiden, Wasserfarbkasten, sowie mehrere Pinsel und Zeichenblöcke. Da kommen am Ende insgesamt schnell mal 100 Euro für den Einkauf zusammen, weiß Schiöberg-Fey und deutet auf die bereits gepackten Tüten hinterm Tresen. Hier eine Drittklässlertüte mit Schreibwaren für 54 Euro, dort eine 93-Euro-Erstklässler-Ausstattung.

Kommt dann noch ein Schulranzen für mindestens 150 Euro, ein Federmäppchen für mindestens 20 Euro (die bei Erstklässlern beliebten mit drei Etagen ab 30 Euro), ein Schlampermäppchen für rund 10 Euro, sowie eine Schultüte für 10 Euro (selbst gebastelt) oder fertig (ab 50 Euro) dazu, kann ein Erstklässler seine Eltern schnell mal 300 Euro kosten. Dennoch ist bei den Materialien laut Schreibwarenhändlerin Schiöberg-Fey der Qualitätsunterschied gravierender als der Preisunterschied: „Schließlich sollen die Kinder ja auch ein gescheites Werkzeug haben“, erklärt die Aßlingerin und packt die Tüte fertig zum Abholen hinter den Tresen.

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