Abbau der Mobilfunkantenne im Ort

Aßling gewährt Vodafone Gnadenfrist

Aßling - Eigentlich hätte jetzt zum Jahresende der letzte Mobilfunkmasten aus dem Aßlinger Ortszentrum verschwunden, das Aßlinger Ziel einer geordneten Strahlenbelastung erreicht sein müssen. Eigentlich. Denn Vodafone bekommt bis Ende März Aufschub.

Es geht um die Mobilfunkstation auf dem Dach des Feuerwehrhauses neben dem Rathaus. Sie ist das letzte Relikt der Bestimmungen des sogenannten Mobilfunkpaktes II, dem in Aßling als der einzigen Gemeinde im Landkreis mit einer Ausweisung sogenannter Konzentrationszonen für Mobilfunk ein Riegen vorgeschoben worden ist. Seit Juni 2008 gelten die neuen Festsetzungen im Flächennutzungsplan, die im November 2011 noch mit einem Bebauungsplan zur Lenkung der Mobilfunkversrgung rechtsverbindlich unterfüttert wurden. Und seitdem ist eigentlich klar, dass zum 31. Dezember 2016 die Sendeanlage auf dem Feuerwehrhaus abgebaut und auf den Masten der Deutschen Funkturm (DFMG), einem Teil der Deutschen Telekom Gruppe, beim Wertstoffhof umziehen muss. Das war auch noch der Stand im zurückliegenden Sommer, als eine Abbaubegehung mit einem Vertreter von Vodafone stattfand.

Doch dann flatterte am 5. Dezember eine Mail ins Rathaus. In der teilte nach Darstellung von Bürgermeister Hans Fent Vodafone mit, „dass aufgrund von Problemen bei der Materiallieferung der neuen Antennenanlage es zu einem Verzug von zehn bis zwölf Wochen kommt“. Vodafon habe gebeten, den bestehenden Vertrag um drei Monate bis zum 31. März zu verlängern.

Eigentlich wollten Bürgermeister und Verwaltung Vodafone die kalte Schulter zeigen. In dem den Gemeinderäten vorgelegten Beschlussvorschlag stand, mit einer Vertragsverlängerung nicht einverstanden zu sein. Den bestehenden Standort solle Vodafon bis zum 31. Dezember „vollständig abbauen“.

„Kurz vor Ablauf kommen die daher“, zeigte sich der Rathauschef erbost und plädierte deshalb für die harte Linie. „Jeder weiß doch um seine Ablauffristen.“ Doch Johann Wieser, Martin Pregler und Hans Eben (alle CSU) sowie 2. Bürgermeister Ernst Sporer-Fischbacher (UNL) waren gnädiger gestimmt. Drei Monate länger sei ja ein absehbarer Zeitraum. Mit der Einlassung von Richard Stanzel (UNL) nahm die Diskussion endgültig die andere Richtung. Stanzel hatte nämlich gefragt, ob die Vodafone-Kunden dann nach Silvester Einschränkungen hinnehmen müssten. „Das wird wohl eher schlechter werden“, prognostizierte der Bürgermeister. Als damit die eigentlich Leidtragenden einer harten Gangart identifiziert waren, stand das Ergebnis der Abstimmung fest: Einstimmig für den Aufschub bis Ende März – aber mit der absoluten Maßgabe, dass darüber hinaus wirklich nichts mehr gehen werde.

Eberhard Rienth

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