Gebäude soll saniert werden

Aßling packt die Schule an

Aßling - Günstiger geht’s kaum, als 90 Prozent der Kosten als Zuschuss zu bekommen. Aßling macht sich unter dieser Bedingung an die Sanierung seiner Schule. Sie wird energetisch auf Vordermann gebracht und barrierefrei.

„Das ist ne tolle Sache“, sagte Bürgermeister Hans Fent (parteilos) am Dienstagabend im Ratszimmer, als der Gemeinderat die 800 000-Euro-Investition einstimmig abgesegnet hatte. Nur etwa 80 000 Euro müsste die finanzschwache Gemeinde selbst „leiden“, wenn die Regierung von Oberbayern im Rahmen des Kommunalinvestitionsprogramms grünes Licht gibt. Denn einen Haken habe die ganze Sache, erläuterte Architekt Peter Serfözo. Er ist nämlich bei der Ausarbeitung des Plans für die energetischen Sanierung des Grundschulgebäudes auf Kosten in Höhe von 404 892 Euro gekommen. Im Antrag an die Regierung war die Gemeinde noch von 230 000 Euro ausgegangen, weil diesen Kostenrahmen 2013 ein Energieberater ermittelt hatte. Im Raum stehe damit jetzt die Frage, ob die Bezirksregierung jetzt bei den Mehrkosten mitziehe. Wenn nicht, gebe es nicht die erhofften 360 000 Euro als Zuschuss, sondern nur 207 000 Euro.

„Wir sind da ganz ungebunden“, reagierte der Bürgermeister auf die damit eben auch vorhandene Option, das Projekt notfalls wieder einzustampfen. Was nicht nur aus Sicht von Karen Schiöberg-Fey jetzt eigentlich nicht mehr geht. Man habe doch die Grundsatzfrage, nämlich das Gebäude zu sanieren, längst positiv beantwortet, so die SPD-Gemeinderätin. Offenbar hat das Ratsgremium – hinter verschlossenen Türen – bei der Entscheidung zur Antragstellung im Kommunalinvestitionsprogramm auch erwogen, das „Gebäude wegzuschieben“, sprich abzureißen. Es aber durch einen Neubau zu ersetzen, war wohl auch angesichts der Fördersumme an der eingeschränkten finanziellen Potenz der Gemeinde gescheitert.

Jetzt soll die Schule eine neue thermische Hülle aus Mineralwolle erhalten – auch über der Decke des obersten Geschosses unterm Dach. Und neue Fenster. Zudem soll im Eingangsbereich der dort vorhandenen Feuchtigkeit zu Leibe gerückt werden, indem die Außenwand bis zur Bodenplatte abgetragen und gedämmt wird. Für den Fall, dass die Bezirksregierung bei der erhöhten Investitionssumme nicht mitspielt, hat Serfözö bereits Einsparpotenziale ausgemacht. Zum Beispiel Fensterrahmen aus Kunststoff statt aus Holz und eine billigere Variante bei der Erneuerung der Glasfront des Treppenhauses. Man erreiche dann immer noch das geforderte energetische Niveau. Doch sei dann halt alles „nicht ganz so perfekt“.

Beim zweiten Projekt, der Barrierefreiheit des gesamten Schulkomplexes, sieht Serfözö keine administrative Schwierigkeiten. Hier sind 400 130 Euro Kosten veranschlagt, 360 000 Euro beträgt der zugesagte Förderrahmen. Letztendlich fließt all dieses Geld in den Einbau eines Aufzugs. Serfözö hat im neueren Gebäudetrakt der Mittelschule schon eine Stelle gefunden, wo der Fahrstuhl über alle Geschosse eingezogen werden könnte. Zeit, alles umzusetzen, ist genügend vorhanden. Wenn die Zuschusszusage ins Rathaus geflattert ist, haben Serfözö und die Gemeinde bis Ende 2018 Zeit, endgültig zu planen und alles umzusetzen.


Eberhard Rienth

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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