Eine Hand füllt Trinkwasser in ein Glas
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Trinkwasser aus der Leitung (Symbolbild)

Sauberkeit gefährdet

Trinkwasser in Aßling: Sorge wegen Brunnen-Verschmutzung

Die Gemeinde Aßling muss dringend etwas unternehmen, was ihre Wasserversorgung angeht. Sonst könnten die Bürger bald erneut das Leitungswasser abkochen müssen.

Aßling – Schreck-Moment im Aßlinger Gemeindesaal am Dienstagabend: „Bürgermeister Hans Fent hat Fieber und Grippe.“ Dies verkündete Zweiter Bürgermeister Ernst Sporer-Fischbacher gleich zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung. Durch den Saal ging ein Raunen. Einen Tag später dann Entwarnung: Gemeindeoberhaupt Fent hat kein Corona und ist auf dem Weg der Besserung, Testergebnis: negativ. Das bestätigte er der EZ am Telefon.

Doch ein zweiter Schreck blieb den Aßlingern ebenfalls nicht erspart, beim Thema Wasser: Aßling muss trotz knapper Kasse zum Schutz seiner Trinkwasserquellen tätig werden, und zwar schnell. Der Arbeitsaufwand ist hoch: zwei Kanäle baggern, neue Rohrleitungen verlegen, zwei neue Schächte im Quellgebiet setzen. „Die genaue Summe steht noch nicht fest, die Kosten müssen erst kalkuliert werden“, sagt Sporer-Fischbacher.

Das Gesundheitsamt gibt die Quellen ohne Schutzmaßnahmen nicht frei

Ohne Quellschutz gibt das Ebersberger Gesundheitsamt die Quellen nicht frei, die seit August gesperrt sind, betonte der Aßlinger Wassermeister Karl-Heinz Donauer während der Sitzung. Durch mehrtägiges Hochwasser im August war die Straße neben den Quellen überschwemmt, diese verschmutzt worden, Aßling musste sein Trinkwasser chloren. „Bis heute beziehen wir Wasser nur aus den Brunnen, wir sind durch das Wasserrecht aber angewiesen, die Hauptlast aus den Quellen zu fahren“, informierte Donauer.

„Bisher diente die Straße als Damm, doch diesmal war es zu viel Wasser und es kam zu schnell, so etwas hatten wir noch nie, das Wasser stand zwei Tage, es gab Verkeimungen“, sagte der Wassermeister weiter. „Das kann aber jederzeit wieder geschehen“, warnte Donauer. Nun sucht die Gemeinde den Schulterschluss mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Gesundheitsamt.

Rund zwei Wochen halfen die Grafinger den Aßlingern aus der Wassernot und schickten frisches Wasser im Rahmen des Notwasserverbundes, erklärt der Aßlinger Geschäftsstellenleiter Willi Graupe. „Im August wurden im Gebiet Ast Probebohrungen an den Brunnen durchgeführt, daher war nur ein Brunnen in Betrieb. Dann kam das Hochwasser, die Quellen wurden behördlich gesperrt und wir hatten plötzlich viel zu wenig Wasser.“ Gute Nachricht: Die Wasserhilfe aus Grafing ist vielleicht für Aßling kostenfrei. „Die Abnahme gleicht sich voraussichtlich aus, weil wir über den Notverbund im Gegenzug den Grafinger Ortsteil Eisendorf versorgen.“
Susann Niedermaier

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