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Bekommt die Gemeinde Aßling einen Waldkindergarten? Derzeit sieht es danach aus.

Weil Betreuungsplätze fehlen

Aßlinger denken über Waldkindergarten nach

Aßling - Das kann jetzt auch razzi-fazzi gehen, auf jeden Fall brauchen wir eine phantasievolle Lösung.“ Was sich Karen Schiöberg-Fey wünscht, ist ein Waldkindergarten in Aßling. Für einen solchen holten sich im Gemeinderat SPD und Grüne grünes Licht.

Dabei ging es den Antragstellern nicht nur um die etwas andere Art der Kinderbetreuung. Was es längst nicht nur in Ebersberg und Grafing gibt, hätte nämlich vor allem auch den Vorteil, dass sich das Projekt relativ schnell umsetzen ließe. Und das wiederum würde Luft schaffen für noch umfassendere Vorhaben beziehungsweise Notwendigkeiten in der Kinderbetreuung.

Denn die scheinen notwendig. „Um das pädagogische und das zahlenmäßige Angebot schnell auszubauen, schlagen wir als ersten Schritt die Einrichtung einer Natur- oder Waldgruppe vor. Dadurch ist auch Zeit für eine solide Planung der notwendigen Betreuungsplätze“ in Krippe, Kindergarten, Mittagsbetreuung und Hort, schrieben die fünf Gemeinderäte der beiden Fraktionen.

Die Zeit nämlich drängt. „Ab dem Betreuungsjahr 2017/2018 werden die Krippenplätze nicht mehr reichen und in den darauf folgenden Jahren werden auch die Kindergartenkinder nicht mehr in ausreichendem Maße untergebracht werden können“, wisse man schon jetzt. Gedankenspiele, wie man dem immer größeren Bedarf an Kinderbetreuungsmöglichkeiten gerecht werden kann, gibt es neben der aktuellen Waldkindergarten-Option natürlich schon. Aber die brauchen Zeit, bedürfen nämlich An- oder Umbauten. Denkbar nämlich ist eine Erweiterung des Kinderhauses „St. Georg um eine Kindergartengruppe, der Awo-Kindergarten „Villa Kunterbunt“ könnte um eine weitere Krippen-Gruppe erweitert werden.

Im Arbeitskreis „Kinder- und Jugendarbeit“ habe man das Thema in der vergangenen Woche bereits „in lockerem Austausch diskutiert“, berichtete Bürgermeister Hans Fent. Man habe befunden, „dass ein gewisser Bedarf vorhanden und nach Planungsgrundlagen zu schauen“ sei. Und weil es „eine erfreuliche Tatsache“ sei, dass „es in Aßling viele Kinder gibt und die Geburten zunehmen“ und es zu begrüßen sei, „dass viele junge Familien nach Aßling ziehen“, stand im Ratsgremium die Grundsatzfrage schon gar nicht mehr zur Debatte, zumal die Kinderbetreuung zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde zählt.

Dagegen flammte kurz eine Diskussion über den pädagogischen Ansatz eines Waldkindergartens auf. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie so etwas geht“, bekannte etwa 2. Bürgermeister Ernst Sporer-Fischbacher (UNL). Doch Hans Eben (CSU) begegnete sofort etwaigen Zweifeln: „Das ist eine ganz tolle Sache.“ Waldkindergärten gebe es in unterschiedlichsten Formen und pädagogischen Konzepten. Neben Gruppen, die nur einfache Unterstände als Wetterschutz hätten, existierten auch Modelle mit gut ausgestatteten mobilen Unterkünften, sowie Mischformen, versicherten die Antragsteller. Ob’s mit einem Waldkindergarten klappt, hängt jetzt davon ab, ob die Gemeinde Eltern findet, die sich in einem Verein zusammen schließen, oder ob sie einen Träger an Land zieht.

Festgeklopft wurde in dem dann einstimmig gefassten Beschluss, für die notwendigen „Betreuungsangebote ein passgenaues Konzept für die Aßlinger Bedürfnisse“ zu erstellen, schon die Lösung des offenbar aktuellsten Problems: Nämlich bis September kommenden Jahres zusätzliche Krippenplätze zu schaffen, notfalls in einem Provisorium. Initiator dieses Auftrags war diesmal die CSU.

Eberhard Rienth

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