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Ein Zug hält am Aßlinger Bahnhof. Schon mehrfach hatte sich der Gemeinderat für besseren Lärmschutz entlang der Bahnstrecke eingesetzt. Bisher vergebens. 

Fraktionen sind sich einig

Aßlinger Front gegen Bahnlärm steht

Die „Front“ steht: Nach den anderen Anliegerkommunen im Landkreis hat sich Aßling angesichts des Bahnausbaus zum Brenner für Lärmschutz wie an einer Neubaustrecke ausgesprochen. Der Gemeinderat votierte  mit überwältigender Mehrheit für einen entsprechenden interfraktionellen Antrag.

Aßling– Nach Grafing, Zorneding und Kirchseeon sind sich damit die Südgemeinden an der Bahnstrecke München – Rosenheim einig, dass bei der für das Jahr 2026 anvisierten Eröffnung des Brennerbasistunnels und dem damit verbundenen Bahnausbau auch durch den Landkreis strenge Lärmschutzwerte für die Anrainer gelten müssen. Adressaten der Forderung sind der Bundestag, das Bundesverkehrsministerium, die Staatsregierung und nicht zuletzt die Deutsche Bahn Netz AG.

Hintergrund des Vorstoßes ist natürlich der Ausbau des sogenannten Brennerzulaufs auf den Schienen, vor allem aber, dass man bislang bei Forderungen nach mehr Lärmschutz entlang der Strecke oft genug auf die Nase gefallen, sprich nicht gehört worden ist. Zwar gab und gibt es turnusgemäß sogenannte Lärmaktionspläne. Bei denen aber biss man fast ausnahmslos auf Granit, wenn es um ein Mehr an Lärmminderung ging. Die DB blockte meist mit dem Hinweis ab, dass eben bei Bestandsstrecken andere Lärmgrenzen gelten als bei Neubaustrecken. Da aber will man jetzt einen Fuß in den Türspalt bringen, ja sogar erreichen, dass die Standards für Neubaustrecken angewendet werden, damit „so die Gesundheit der Bahnanlieger geschützt wird“.

Erstmals wurde im Aßlinger Gemeinderat über den von den beiden Grünen-Gemeinderäten Waltraud Gruber und Konrad Eibl eingereichten Antrag Mitte August diskutiert. Weil er aber erst kurz vor der Sitzung im Rathaus eintraf, beschied man, endgültig jetzt am Dienstagabend zu beschließen. Einig war man sich aber schon vor drei Wochen, dass angesichts der nahezu gleichlautenden Initiativen in den anderen Anliegerkommunen, man möglichst viel Druck machen wolle. Deshalb wurde schon im August aus dem Grünen-Antrag ein interfraktioneller Vorstoß. Jetzt waren also nicht nur die Grünen, sondern auch SPD, UNL, Freie Wähler und auch die CSU dabei. Und aus deren Fraktion war es dann auch nur Hans Eben, der sich mit seiner Gegenstimme dem „Gruppendruck“ verweigerte. Sein Name hatte schon auf der Liste der Unterzeichner des gemeinsamen Antrags gefehlt.

Bürgermeister Hans Fent wurde beauftragt, „in Zusammenarbeit mit den benachbarten Gemeinden, dem Kreistag und den Mandatsträgern in Bundestag und Landtag, diese Forderung weiter zu verfolgen, bis Lärmschutzmaßnahmen wie bei Neubaustrecken garantiert sind“. Zunutze machen will man sich eine Grundsatzentscheidung im Bundestag auf eine Initiative der Großen Koalition, vom 28. Januar 2016, aus der man die Gleichbehandlung von Bestands- und Neubaustrecken beim Lärmschutz ableiten kann.

Eberhard Rienth

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