Sofern die Statik mitspielt

Aßlinger Kindergarten St. Georg wird aufgestockt

Dass Aßling aufgrund des Bedarfs vorwiegend von Krippenplätzen die katholische Kindertagesstätte „St. Georg“ möglichst schnell erweitert, hat der Gemeinderat schon Ende Juni entschieden. Jetzt ging es um das „Wie“.

Aßling – Es wird auf der Südseite auf voller Länge aufgestockt – für rund 1,5 Millionen Euro. In der Finanzplanung stand das ganze Unterfangen erst für das kommende Jahr in den Startlöchern. Weil zum bald beginnenden neuen Betreuungsjahr der Bedarf an Plätzen mit der schon erweiterten AWO-Einrichtung „Villa Kunterbunt“ gerade so gedeckt werden kann und die Prognosen Handlungsbedarf zeigen, geht‘s jetzt schon los. In maximal großem Umfang. Das heißt, der Pultdachaufbau auf der südlichen Gebäudehälfte wird drei neue Gruppen beherbergen, sich damit also die Kapazität von „St. Georg“ deutlich steigern, in dem heute zwei Krippengruppen mit je zwölf Kindern und eine Kindergartengruppe mit 25 Kindern untergebracht sind.

Gedacht ist daran, nach der Aufstockung das Erdgeschoss mit drei Krippengruppen, also 36 Plätzen vollständig zu belegen. Die „Größeren“ dürfen ins Obergeschoss in die drei Kindergartengruppen mit je 25 Kindern. In „St. Georg“ können also einmal gut 110 Kinder betreut werden, doppelt so viele wir derzeit.

Neben der Bedarfsdeckung hofft man so ein weiteres Problem zu lösen. Durch das „Übergewicht“ der Krippengruppen gab es immer Schwierigkeiten, dass alle der Krippe entwachsenen Kinder auch fürs Kindergartenalter übernommen werden konnten. Das soll dann geordnet und ohne Tränen, weil etwa Geschwister auseinandergerissen werden, möglich sein. Alternativ hatte der Gemeinderat auch an einen Neubau mit dann drei Kindergarten- und einer Krippengruppe gedacht. Was sich aber schnell zerschlagen hat. Architekt Ekkehard Meyer aus Seebruck, der schon für den Neubau von „St. Georg“ südlich der Schule in den Jahren 2010 bis September 2011 verantwortlich zeichnete, war nämlich auf Kosten in Höhe von fast drei Millionen Euro gekommen. Auch weil noch ein Grundstück hätte gekauft werden müssen, wäre man also auf einen doppelt so hohen Betrag bei nur einer Kindergruppe mehr gekommen.

Dennoch schwebt ein Damoklesschwert über der jetzt einstimmig auf den Weg gebrachten Lösung. Es ist der weiche Untergrund des Atteltals und auch weil beim Bau von „St. Georg“ schon kräftig aufgefüllt werden musste bis zur Bodenplatte. Im jetzt gefassten Beschluss steht deshalb ausdrücklich: „Die Machbarkeit der Aufstockung unterliegt noch der Abhängigkeit einer statischen Berechnung und einer Überprüfung durch einen Bodensachverständigen“.

Wenn da die rote Karte gezeigt wird, hat die Gemeinde Aßling ein Problem, zumindest dabei, den Bedarf im übernächsten Betreuungsjahr befriedigen zu können, sondern muss dann auf dringlichste Grundstückssuche gehen.

Eberhard Rienth

Rubriklistenbild: © dpa / Sebastian Kahnert

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