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Barrierefreiheit: Aßling schaut in die Röhre

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Treppen zu den Gleisen: Von Barrierefreiheit ist der Aßlinger Bahnhof weit entfernt. © sro

Der Aßlinger Bahnhof ist alles andere als barrierefrei, kritisieren die Grünen. Viele Bürger hatten 2015 eine Petition unterzeichnet um das zu ändern. Genützt hat es wenig, wie jetzt die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl auf Nachfrage erfuhr.

Aßling – Zur Erinnerung: Im November 2013 hatte der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer in seiner Regierungserklärung versprochen, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis 2023 in Bayern barrierefrei zu gestalten. Der Aßlinger Bahnhof wird täglich von bis zu 1600 Fahrgästen genutzt. Doch er bietet ein trauriges Bild. Weder sind die Bahnsteige stufenfrei über Rampen oder Aufzüge zu erreichen noch ist die Bahnsteighöhe an die Fahrzeuge angepasst oder sind Orientierungshilfen am Boden für sehbehinderte Menschen vorhanden.

Waltrud Gruber, Gemeinderätin und Grünen-Listenkandidatin für den Landtag, fährt selbst oft mit dem Zug nach München: „Wenn die Fahrgäste am Bahnhof stehen, dann fragen sich viele, was eigentlich aus der Petition vom Juli 2015 geworden ist.“ Damals wurden in Aßling, Emmering, Frauenneuharting 2100 Unterschriften für den barrierenfreien Ausbau des Bahnhofs gesammelt und im Landtag eingereicht. Bürgermeister Hans Fent, Waltraud Gruber und Gemeinderat Konrad Eibl waren bei der Sitzung am 26.11.2015 im Landtag anwesend, als die Petition behandelt wurde.

Die Staatsregierung gab 2015 in ihrer Stellungnahme an, dass der Bahnhof Aßling aufgrund des „zufriedenstellenden Anlagenzustandes und der im Vergleich zu anderen Bahnhöfen relativ geringen Ein- und Aussteigerzahlen“ nicht berücksichtigt werden könne. Der Freistaat wolle, so die Stellungnahme, „sein großes Engagement für die Barrierefreiheit im Schienennahverkehr auch über das Jahr 2018 hinaus fortsetzen.“ Dabei sollte dann auch der Bahnhof Aßling wieder in die Betrachtung mit einbezogen werden.

Ganz anders sah das die Beauftragte der Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Sie forderte deutlich mehr Anstrengungen und forderte vor allem die barrierefreie Erschließung auch kleinerer Bahnhöfe. „Aber ihre Argumente verhallten“, kritisiert Gruber. Ihre Kollegin Gisela Sengl sagt: „Auch beim aktuellen Programm, dem Bayernpaket 2, ist Aßling leider wieder nicht dabei. Und das obwohl es alle Ausbaupläne bis 2021 für Bahnhöfe mit mehr als 1000 Reisenden behandelt.“ Aßling sei deshalb nicht mit aufgenommen worden, weil laut Aussage des zuständigen Bahnsprechers, „die Anlagen in gutem Zustand sind und die Reisendenzahlen geringer sind als an anderen Stationen.“

Gruber: „Das Versprechen, Bayern bis 2023 im öffentlichen Raum und im Öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten, wird nicht gehalten. Aktuell sind bayernweit nur acht Bahnhöfe im neuen Programm. Enttäuscht wird, wer darauf vertraut hat.“ Selbst das Staatsministerium spreche von vielen Bahnhöfen, die derzeit keine Perspektive auf Ausbau hätten. „Wann Aßling also barrierefrei ausgebaut wird, steht in den Sternen. Frühestmögliche Verhandlung darüber sind 2020/2021“, sagt Gruber.  

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