Regierung gibt grünes Licht

Breitband: In Aßling kann‘s losgehen

Aßling - Das schnelle Internet steht vor der Tür. Die Regierung von Oberbayern hat Aßling die „Zustimmung zum sofortigen Maßnahmenbeginn erteilt“. Im neuen Jahr werden also die Bagger anrücken, und in den Straßen und Gehwegen die neuen Kabel verlegen. 2018 soll alles fertig sein.

Bürgermeister Hans Fent (parteilos) überbrachte das Okay für den Start in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor Weihnachten. „Es kann also losgehen“, zeigte sich der Rathauschef erfreut. Anfang oder Mitte Januar werde ein Gespräch mit Ingenieur Josef Ledermann stattfinden, dessen Freisinger Büro für Aßling die Planung für den sogenannten Breitbauausbau gemacht hat. Man werde dann „die nächsten Schritte festlegen“, ergänzte Wilfried Graupe, Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung.

Ledermanns Büro hat sich auch darum gekümmert, dass Aßling nicht unerhebliche Gelder aus dem entsprechenden Fördertopf des Freistaats erhält. Demnach werden für das auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzte Vorhaben knapp 800 000 Euro als Zuschuss erwartet, gut 310 000 Euro muss die Kommune selber stemmen. Hier liegt zwar noch nicht die endgültige Zusage für die Gewährung vor, doch scheint diese nur noch Formsache zu sein.

Auf Antrag der Grünen hatte der Gemeinderat im Februar 2014 beschlossen, sich an dem neu aufgelegten Förderprogramm für ein Hochgeschwindigkeitsnetz zu beteiligen. Auch auf Wunsch des Aßlinger Initiative „Mobilfunk mit Grenzen“, die die Marschrichtung „Glasfaser kommt vor Funktechnik“ ausgegeben hatte, um die Strahlungsbelastung zu minimieren, wurde dann im August 2014 entschieden, in den von der Gemeinde auszubauenden Bereichen Glasfaserkabel zu verlegen. Im Februar 2015 hat die Deutsche Telekom nach einer entsprechenden Ausschreibung durch Ledermanns Büro entschieden, im sogenannten Kernort auf ihre Kosten den Ausbau für eine Übertragungsrate von bis zu 100 Mbits pro Sekunde vorzunehmen. Eingesetzt werden soll laut Telekom hier die sogenannte Vector-Technik. Mit ihr kann sie eine Bandbreite von bis zu 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stellen. Der zweite Anbieter, Kabel Deutschland, liefert im Hauptort bereits Übertragungskapazitäten von bis zu 100 Megabit an.

Zum „Kernort“ zählt natürlich Aßling selbst, aber auch Lorenzenberg, Loitersdorf und Steinkirchen. Selbst kümmern muss sich der Gemeinderat damit um Ast, Dorfen, Holzen, Niclasreuth und Pörsdorf sowie um manche verstreut liegenden Gehöfte. Hier werden dann die Glasfaserkabel verlegt. Die dort wohnenden Haushalte zahlen nach bisherigem Stand dann eine Anschlussgebühr von 599 Euro plus 200 Euro für den Router.

Wo die Gemeinde nun selbst „angreift“, stehen derzeit nur maximal 30 Megabit zur Verfügung. „Wenn der Förderantrag bewilligt ist, läuft die Vermarktungsmaschine an, dann wird es Infoveranstaltungen und jede Menge Werbung geben“, weiß Ledermann aus Erfahrung.

Eine Anschlusspflicht besteht laut Ledermann nicht. Wer kein Interesse hat, kann weiterhin über die bestehenden Kupferdrähte im Internet surfen. Die möglichen Kunden würden von der Telekom angeschrieben, sobald ihr Haus angeschlossen werden kann, sagte Ledermann in der Sitzung. Die Gemeinde Aßling will zusätzlich im Gemeindeblatt darauf hinweisen.


Eberhard Rienth

Rubriklistenbild: © dpa

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