Breitbandversorgung in Aßling

Nur noch klitzekleine weiße Flecken

Sollte die Deutsche Glasfaser bei ihrer Offerte, im Hauptort Aßling mit einem eigenen, offenen Netz für High-Speed-Internet zu sorgen, genügend Interessenten ist Aßling in absehbarer Zeit bestens versorgt. Wenn da nicht das berühmte „gallische Dorf“ wäre.

Aßling – Es liegt aber nicht an irgendwelchem Widerstand, dass fünf Häuser in den Außengebieten doch keine schnelle Breitbandversorgung haben werden. Die fünf Anwesen im Hochreiter Weg, an der Rosenheimer Straße und in Haar sind laut Bürgermeister Hans Fent „wegen Projektionsungenauigkeiten“ bei der Verifizierung der Planunterlagen für den Förderantrag beim Freistaat Bayern versehentlich „durchgerutscht“.

Das Malheur könnte noch behoben werden, denn es gibt eine zweite Charge bei der Förderung durch das Land. Das berichtete in der jüngsten Gemeinderatssitzung Josef Ledermann, der von seinem Freisinger Ingenieurbüro aus für die Gemeinde das Förderungsprozedere managt. Die fünf klitzekleinen weiße Flecken auf der Aßlinger Mbit/s-Karte könnten also auch noch verschwinden – wenn man die entsprechende Summe Geld in die Hand nehme. Was aber wegen des Aufwands vergleichsweise recht teuer käme.

Mit rund 200 000 Euro werde man wohl rechnen müssen, kalkulierte Ledermann über den Daumen. Das ist an sich schon ein gehöriger Batzen. Er wiegt aber noch umso schwerer, wenn man in die Abwägung mit einbezieht, dass der gesamte Breitbandausbau in Aßling mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt ist, von denen die Gemeinde unterm Strich nur 312 000 Euro selbst bezahlen muss. Doch hat der Gemeinderat zusammen mit der Entscheidung, in den Außenbereichen Glasfaserkabel verlegen zu lassen, eben auch beschlossen, dass alle Haushalte sich ans schnelle Internet andocken lassen können, weshalb man jetzt die fünf Anwesen schlecht links liegen lassen kann.

Bevor aber jetzt für diese weiße Flecken viel Geld ausgegeben wird, wurde der Bürgermeister vom Gemeinderat beauftragt, bei den Hauseigentümern nachzufragen, ob denn überhaupt Interesse besteht.

Die zweite Förderungs-Charge nutzen wird man wohl sowie so. Das bald entstehende Neubaugebiet nördlich der Glonner Straße soll auf jeden Fall mit ins Förderprogramm, ebenso die Flächen der Erweiterungszone im Gewerbegebiet „Am Ölfeld“. Außer, die Deutsche Glasfaser hat dort Interesse.

Fent und der Gemeinderat gaben dem Regionalmanager der Deutschen Glasfaser, Martin Herkommer, jedenfalls die beiden Expansionsflächen als optionales Versorgungsgebiet mit auf den Weg. Die Entscheidung darüber muss aber bald fallen.

Sollten die Erweiterungsfläche „Am Ölfeld“ und das Neubaugebiet „Glonner Straße“ nämlich über das bayerische Förderprogramm erschlossen werden, wünscht sich Ledermann eine Entscheidung spätestens in der letzten Januar-Sitzung. Schließlich laufe das Förderprogramm des Freistaats im September 2018 aus.

Eberhard Rienth

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