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Den Autofahrern, die innerorts zu schnell fahren, will die Gemeinde Aßling jetzt zu Leibe rücken.

Innerorts wird in Aßling zu schnell gefahren - Gemeinderat will Gegenmaßnahmen ergreifen

Am Ende stehen Brems-Schwellen

Es könnte der Anfang von etwas ganz Neuem werden: Der Aßlinger Gemeinderat hat am Dienstagabend einen Antrag der CSU-Fraktion mehrheitlich befürwortet, wonach an vier Stellen vier Wochen lang Temposündern nachgespürt wird.

Aßling – Am Ende könnten gar Schwellen auf dem Asphalt als Bremsen stehen.

„Wo drückt der Schuh?“ fragt die CSU inzwischen regelmäßig bei Veranstaltungen in den Ortsteilen. Herausgekommen ist nach entsprechenden Klagen von Bürgern ihr Antrag, in der Aßlinger Bahnhofstraße und den Ortsdurchfahrten von Steinkirchen, Lorenzenberg und Niclasreuth „mittels datenspeichernden, elektrischen Zeigefingern die Geschwindigkeit aller Fahrzeuge kontinuierlich“ zu messen. Mit 11:4 Stimmen fand er nach längerer Diskussion eine Mehrheit. Bei der es aber weniger um das „Ob“, als eher schon um eventuelle Gegenmaßnahmen ging.

Schnell war klar, dass die vorhandenen Gerätschaften wenig nützen. Die drei elektronischen Zeigefinger geben softwaremäßig nicht das Gewünschte her, das andere Modul sei mit seinen zwölf Jahren auf dem Buckel längst in die Jahre gekommen und „technisch überholt“, schilderte Bürgermeister Hans Fent (parteilos) die Situation. Also führte an den 4688,60 Euro teuren Leihgeräten kein Weg vorbei.

Weshalb Johann Wieser (CSU) fast schon glaubte, sich deswegen entschuldigen zu müssen: „Wir habend gedacht, dass unser Gerät das hergibt, wollten eigentlich keine Kosten verursachen.“ Fent stimmte der Einschätzung zu: „Das ist viel Geld. Aber wenn wir wirklich weiterkommen wollen, macht‘s nur so Sinn.“ Längst nämlich stand nämlich in der schon voraussehbar sehr engagierten Diskussion im Sitzungsrund der Glaubenskampf im Vordergrund.

3. Bürgermeister Ernst Sporer-Fischbacher (UNL) etwa sah in dem Vorstoß seiner CSU-Fraktionskollegen angesichts der Borniertheit der Raser grundsätzlich „keinen Sinn“. Sein Fraktionskollege Quirin Kaiser berichtete, dass er das Thema schon vor mehr als einer Dekade zu seinem eigenen hier im Gemeinderat gemacht hätte. Herausgekommen sei dabei aber „wirklich nichts“.

Doch gab es eben auch die anderen Stimmen. „Wir brauchen die Daten, um Subjektivität und Objektivität der Angaben von den Anwohnern zu verifizieren“, mahnte 2. Bürgermeister Sebastian Brilmayer (CSU). „Und wir brauchen die Datenerfassung als Diskussionsgrundlage, wenn wir bei den zuständigen Stellen nicht nur von Gefühlen reden wollen“, weitete er schon den Blick zum nächsten Schritt. Bei dem waren gedanklich zum Beispiel schon Peter Jell (UNL) und auch Marianne Künzel (SPD) angekommen. „Es gibt im Ausland wunderbare Beispiele für Schwellen“, nahm Jell Künzels Hinweis auf, dass „Schweller aus Gummi leicht zu kaufen und zu montieren“ seien.

Kommt es nach den vier Wochen dauernden Geschwindigkeitsmessungen dazu, dass Schwellen auf den Fahrbahnen tatsächlich erwogen werden, hat das Ratsgremium nur in der Aßlinger Bahnhofstraße und in Niclasreuth freie Hand. Die Ortsdurchfahrt Steinkirchens ist identisch mit der Kreisstraße EBE 20, in Lorenzenberg ist es die Staatsstraße 2079. In Steinkirchen wäre also „für entsprechende Maßnahmen“ – worauf Bürgermeister Hans Fent (parteilos) ausdrücklich hinwies – die Untere Verkehrsbehörde im Ebersberger Landratsamt und in Lorenzenberg das Straßenbauamt Rosenheim „zuständig“.

Von Eberhard Rienth

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