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Zwei neue Gleise für den Brenner-Nordzulauf: Schicksalsentscheidung für Aßling und den Landkreis

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Von: Josef Ametsbichler

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Fünf Grobtrassen im südlichen Landkreis Ebersberg stehen zur Auswahl. Noch vor den Sommerferien soll die Entscheidung fallen, welche davon die Bahn weiter vorantreiben wird.
Fünf Grobtrassen im südlichen Landkreis Ebersberg stehen zur Auswahl. Noch vor den Sommerferien soll die Entscheidung fallen, welche davon die Bahn weiter vorantreiben wird. © ILF 2022/DB Netze/Bayerische Vermessungsverwaltung

Die Bahn hat bekanntgegeben, wann das Ergebnis der Trassensuche durch den Landkreis Ebersberg abgeschlossen sein soll. Im Interview spricht Aßlings Bürgermeister über die Folgen.

Landkreis – Noch vor dem Beginn der Sommerferien (1. August) will die Deutsche Bahn verkünden, wo im südlichen Landkreis Ebersberg zwei neue Gleise auf der Strecke von München zum Brenner entstehen sollen. Die DB-Planer müssen mit Klagen von Anliegern und Naturschützern gegen das Vorhaben rechnen. Außerdem muss die Auswahltrasse, die unter den fünf bestehenden Grobtrassen ausgesucht wird, das Planfeststellungsverfahren und den Bundestag passieren. Darum bemüht sich der Konzern, so wenig argumentative und rechtliche Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Für den Bürgermeister von Aßling ist der Gleis-Neubau in seiner Gemeinde eine gewaltige Problemstellung. Im Interview spricht Hans Fent (parteifrei) darüber, wie es weitergeht.

Hans Fent, parteifreier Bürgermeister von Aßling.
Hans Fent, parteifreier Bürgermeister von Aßling. © Peter Kees

- Herr Fent, jüngst haben Sie noch, wohl nicht ganz ernsthaft, eine sechste Trasse, die Volluntertunnelung, gefordert. Glauben Sie daran?

Nicht an eine Komplettuntertunnelung. Sie ist technisch machbar, aber nicht der Auftrag der Bahn. Die muss die beste Kosten-Nutzen-Trasse finden. Aber ich wünsche mir viele, viele Tunnelanteile.

- Fünf Varianten stehen zur Auswahl. Was kommt da auf Aßling zu?

Jede Linie betrifft Menschen und Natur anders. Irgendeine Trasse wird durch unser Gebiet führen, falls der Brennerzulauf realisiert wird. Mein großer Wille ist, dass das ordentlich abgearbeitet wird.

- Wie viel Vertrauen haben sie in den Kriterienkatalog und die Planer?

Höchstes Vertrauen, in den Kriterienkatalog und das Auswahlverfahren. Es scheinen mir kompetente Leute zu sein, die das machen.

„Jede Bürgerin, jeder Bürger muss die Entscheidung verstehen!“

- Die Trasse Türkis genießt im Gemeinderat große Unterstützung. Aber von Ihnen nicht. Wieso?

Der Gemeinderat denkt nach der ersten Euphorie mittlerweile differenzierter, glaube ich. Auf das Versprechen der Bahn mit dem bestmöglichen Schallschutz kann ich mich nicht verlassen. Dazu hat sie keine vernünftige Kostenschätzung geliefert, deshalb: Vorsicht!

- Muss der Brenner-Zulauf im Landkreis kommen?

Ich bin für die zweigleisige Neubaustrecke, auch wenn ich mir eine Lösung über den Ostkorridor, statt durch das Nadelöhr München gewünscht hätte. Leider bin ich über die Zeit eines Besseren belehrt worden – dass das ein gesetztes Projekt ist. Die kilometerlangen Lkw-Schlangen müssen auf die Schiene. Wir müssen das Beste daraus machen.

- Sie werden die Trassenentscheidung am Ende also akzeptieren?

Ja. Aber wir schauen immer, wo man nachbessern kann. Ich will das Optimum für die Bürger, die Natur, die Landwirtschaft herausholen. Ganz wichtig: Alles muss anhand des Kriterienkatalogs nachvollziehbar sein. Jede Bürgerin, jeder Bürger muss die Entscheidung verstehen! Dann ist das für Aßling der beste Weg.

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