Kehrtwende im Gemeinderat 

Waldkindergarten in Aßling ist vom Tisch

Aßling - ie Gemeinde Aßling setzt beim Thema Kinderkrippenplätze beim sich abzeichnenden Engpass im neuen Betreuungsjahr 2017/2018 auf eine Containerlösung und auf die Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Träger. Zerschlagen hat sich das Thema Waldkindergarten.

Das geht aus einer Antwort der Gemeindeverwaltung auf eine entsprechende Anfrage der CSU-Gemeinderatsfraktion von Ende November hervor.

Demnach hat Mitte November vergangenen Jahres ein Gespräch mit der Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes, Ulrike Bittner, stattgefunden. Dabei soll Bittner die Bereitschaft ihres Kreisverbands erklärt haben, „im bestehenden Kindergarten eine Krippengruppe aufzunehmen“. Inzwischen, so die Gemeindeverwaltung, liege die Zusagen der AWO „zur Errichtung einer Krippe bereits vor“.

Bürgermeister Hans Fent (parteilos) nennt die entsprechende Erweiterung der „Villa Kunterbunt“ im Mitterweg „die einfachste und unbürokratischste Vorgehensweise“. Die Arbeiterwohlfahrt habe als Träger bereits die Betriebserlaubnis für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Die müsse nur erweitert werden. Weitere Verhandlungen, nach denen die CSU ebenfalls gefragt hatte, seien damit nicht mehr notwendig. Nach Abschluss des Anmeldeverfahrens Ende März 2017 soll entschieden werden, wie das provisorische Konzept aussieht und ob es auch umgesetzt werden muss. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von „mobilen Kindergartenbetreuungseinrichtungen“, unter denen wohl eine Containerlösung zu verstehen ist.

Von einer solchen war auch schon in der Augustsitzung des Gemeinderats die Rede. Offenbar geht die Gemeindeverwaltung davon aus, dass ein solcher Container relativ schnell zu beschaffen ist. Denn nach Abschluss des Anmeldeverfahrens im März bleibt bis zum Ende der Sommerferien nicht mehr viel Zeit, diesen zu ordern und aufzustellen. Sichtbarer Ausdruck dieses Vorhabens müsste im nächstjährigen Haushalt ein entsprechender Ansatz für den Erwerb eines solchen Containers sein. Gespräche mit Anbietern würden laufen, ist in der Antwort der Verwaltung auf die CSU-Anfrage zu lesen. Eine Angabe über die Höhe wird nicht gemacht.

Die nun anstehende Erweiterung der Krippe in der „Villa Kunterbunt“ kommt etwas unerwartet. Noch Mitte Oktober hatte das Ratsgremium auf Antrag von SPD und Grünen einstimmig auf einen Waldkindergarten gesetzt. „Um das pädagogische und das zahlenmäßige Angebot schnell auszubauen, schlagen wir als ersten Schritt die Einrichtung einer Natur- oder Waldgruppe vor. Dadurch ist auch Zeit für eine solide Planung der notwendigen Betreuungsplätze“ in Krippe, Kindergarten, Mittagsbetreuung und Hort, schrieben die fünf Gemeinderäte der beiden Fraktionen. Ab dem Betreuungsjahr 2017/2018 würden die Krippenplätze nicht mehr reichen und in den darauf folgenden Jahren würden auch die Kindergartenkinder „nicht mehr in ausreichendem Maße untergebracht werden können“, hieß es damals.

Doch scheint die Option Waldkindergarten inzwischen vom Tisch. Laut Gemeindeverwaltung hat Anfang November ein Gespräch mit der sich damals abzeichnenden Elterninitiative stattgefunden. „Die Initiative hat sich zerschlagen, denn alle Eltern bis auf eine Mutter sind abgesprungen“, teilte jetzt die Gemeindeverwaltung mit.

Eberhard Rienth

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Ebersberg: +++Seit gestern zwei neue gemeldete Corona-Fälle+++
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Infizierte, Hintergrundberichte, Hinweise - hier gibt es die wichtigsten Entwicklungen zur Krise im Live-Ticker.
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: +++Seit gestern zwei neue gemeldete Corona-Fälle+++
Grüne setzen sich für bedrohte Eiche ein: Antrag an Umweltausschuss gestellt
Grüne richten Antrag an den Umweltausschuss: Der Baum soll trotz fortgeschrittener Planung erhalten bleiben. 
Grüne setzen sich für bedrohte Eiche ein: Antrag an Umweltausschuss gestellt
Für leukämiekranke Anna (4) erstrahlt der Aussichtsturm
Anna Redl leidet an Leukämie. Die Vierjährige und ihre Familie kämpfen gegen die schwere Erkrankung. Eine harte Zeit. Die Familie hat hunderte Unterstützer.
Für leukämiekranke Anna (4) erstrahlt der Aussichtsturm
Mann aus Grafing überlebt knapp Covid-19-Erkrankung: „In meiner Lunge waren weiße Flecken zu sehen“
Michael Silbermann (52) aus Grafing überlebt knapp eine Covid-19-Erkrankung. Noch Wochen später leidet er an den Folgen der Corona-Infektion. Seine Lunge wurde schwer …
Mann aus Grafing überlebt knapp Covid-19-Erkrankung: „In meiner Lunge waren weiße Flecken zu sehen“

Kommentare