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Autowracks und alte Straßenschilder - mitten im Brucker Moos.

Straßenschilder mitten im Wald

Spaziergänger macht schockierenden Fund ganz nah bei Naturschutzgebiet: Behörden schlagen Alarm

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Bei der Schwammerlsuche machte ein Spaziergänger in einem Wald bei Loitersdorf eine Entdeckung. Unweit des Brucker Mooses lagert Ungewöhnliches in einem Wäldchen.

  • Ein Spaziergänger hat beim Schwammerl suchen eine illegale Müllkippe entdeckt.
  • Unter anderem liegen Straßenschilder mitten im Wald nahe dem Naturschutzgebiet Brucker Moos.
  • Nach einem Hinweis reagieren die Behörden alarmiert. Die Ebersberger Zeitung begibt sich auf Spurensuche.

Loitersdorf – Das Brucker Moos ist nicht weit entfernt. Erst vor kurzem wurde feierlich mitgeteilt, dass dessen umfangreiche Renaturierung jetzt abgeschlossen sei. Dazu fand eine Feierstunde statt. Mit beigetragen hatten auch die Landwirte, die im Moos Felder haben. Im Umgriff des prominenten Landschaftsschutzgebietes ist deswegen aber offensichtlich noch nicht alles in bester Ordnung. Hier schlummern in einem Waldstück Altlasten. Das Gelände wurde zur illegalen Rumpelkammer.

Südlich von Loitersdorf machte unser Leser Rudolf Mitterer neulich eine Entdeckung: „Bei einem Spaziergang haben wir anstatt Pilzen sehr unschöne Zustände im dortigen Wald vorgefunden“, berichtet er in einer Nachricht an die Ebersberger Zeitung.

Seltsamer Fund in Wald nahe München: Überraschung aus Altmetall

Die Überraschung bestand aus Altmetall: „Es liegen dort in einem Graben am Waldrand zwei alte, großteils bereits eingewachsene Autokarossen und diverser Schott in Form von alten Verkehrstafeln etc., berichtet Mitterer. „Das ganze Waldstück ist durchsetzt von landwirtschaftlichen Rückständen wie alten Heumandeln oder eingewachsenen Drahtzäunen“, ärgert er sich.

Mitterer hat sich Gedanken gemacht, von wem der Schrott wohl stammen könnte: „Diese Ablagerungen sind sicher nicht von Spaziergängern verursacht, sondern eher vom Besitzer des Waldes und der angrenzenden Wiese“, mutmaßt er.

Video: Müll in der Landschaft gefährdet Tiere 

Bewiesen ist das freilich nicht. „Abgesehen davon, dass solche Rückstände in keinen Wald gehören, finde ich es im speziellen Fall besonders schändlich, da dieses Waldstück nahe am Naturschutzgebiet  Brucker Moos liegt oder vielleicht sogar dazu gehört.“ Zufällig traf Mitterer, der früher in Grafing wohnte und seine alte Heimat noch regelmäßig besucht, nach seinem Spaziergang Max Graf von Rechberg, Grafinger CSU-Stadtrat und Waldbesitzer. 

Gesprächsweise habe er ihm von seinem Fund erzählt, auch um sicherzugehen, dass es sich nicht um seinen Wald handelt. Das sei aber nicht der Fall gewesen. „Er war auch entsetzt und von ihm habe ich den Tipp bekommen, mich an die untere Naturschutzbehörde Herrn Taschner zu wenden, den ich auch befolgt habe.“

Lesen Sie dazu auch: Illegale Müllentsorgung entsetzt Landwirt: Erst Schafskadaver, jetzt Bauschutt

Untere Naturschutzbehörde hat reagiert

Auch Straßenschilder wurden illegal entsorgt.

Die untere Naturschutzbehörde habe auf eine Anfrage auch reagiert, berichtet der Hinweisgeber. Die Fachstelle habe allerdings eine Zuständigkeit verneint. 

Mitterer hatte an seine Mail an die Behörde Bilder angehängt, die die Missstände deutlich dokumentieren und auch den Standort zeigen, um den Fachleuten die Auffindung leichter zu machen. 

„Da wir als untere Naturschutzbehörde nicht für die Beseitigung von Müllablagerungen zuständig sind, habe ich Ihre Mail mit den Bildern unserer Abfallbehörde (Sachgebiet 44) mit der Bitte um entsprechende weitere Veranlassung übermittelt. Sicher werden Sie von dort über den Fortgang in der Sache informiert“, teilte Taschner mit. 

Das war vor einem Monat und seitdem hat Mitterer nichts mehr von den Behörden gehört.

Schilder wurden inzwischen entfernt - Autos sind noch da

Allerdings hat sich inzwischen offensichtlich etwas getan, wenigstens ein bisschen: „Eine Nachsicht an der Stelle hat ergeben, dass die auffällig aufgestellten Schilder entfernt wurden. Die Autos und der übrige Schrott sind immer noch da.“

Der Mann wundert sich, warum nicht auch der andere Schrott gleich abgeholt wurde. „So geht es einem, der das Landratsamt auf einen Missstand aufmerksam macht und dadurch vielleicht Arbeit verursacht“, ärgert sich der Hinweisgeber.

Ebersberger Abfallbehörde wurde tätig

Eine Nachfrage der Ebersberger Zeitung am Freitagvormittag in der Kreisbehörde ergab aber, dass dieser Vorwurf nicht ganz gerechtfertigt ist, denn die Abfallbehörde ist tätig geworden, wie Behördensprecherin Evelyn Schwaiger bestätigt. 

„Der oder die Grundstückseigentümer und wohl auch Eigentümer des Schrotts ist willig, das rauszunehmen“, berichtet sie. „Auch die Schrottautos“. Allerdings werde dazu vermutlich eine Seilwinde eingesetzt werden müssen, weshalb um eine Fristverlängerung gebeten wurde bis der Boden gefroren ist. Dann sei er mit schwerem Gerät besser befahrbar. 

„Eine Ersatzvornahme und Zwangsgelder stehen derzeit nicht im Raum.“ Die Schrottautos liegen, so glaubt Schwaiger, vermutlich schon sehr lange dort im Wald und sind bereits fest eingewachsen, was eine Entfernung aufwändig macht.

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