Finanzierungsdebatte im Gemeinderat

Neue Sportanlage - zumindest im Haushalt

Aßling - Im Aßlinger Süden soll das Projekt entstehen, für das nun die finanziellen Voraussetzungen geschaffen wurden.

„Grundstückskauf für Wohnungsbau, Ausgleichsflächen, Sportanlage“. So heißt der spektakulärste Posten im Aßlinger Haushalt für das laufende Jahr. Mit 2,63 Millionen Euro ist er ausgestattet. Das wird die Gemeinde noch eine Weile beschäftigen.

Alles spielt im Aßlinger Süden, nahe der Attel, nahe der Kläranlage, unweit des Geländes des Dampfbahnclubs und auch des Wertstoffhofes. Irgendwo in diesem Bereich - genauer lässt es sich derzeit nicht bezeichnen - soll die neue Aßlinger Sportanlage entstehen. Weil es oben auf dem Büchsenberg zu eng wird. Und entstehen soll dort zudem Wohnbau. Im Haushalt 2016 macht sich der Gemeinderat daran, dass nicht alles länger ein Wunschkonzert bleibt und schafft zumindest die finanziellen Voraussetzungen für das Projekt. Das ist mehr als erstaunlich. Denn im Kommunalwahlkampf 2014 musste sich die CSU noch vorhalten lassen, unrealistische Themen publikumsheischend zu spielen, weil sie das Sportgelände aufs Tapet gebracht, schon nahezu versprochen hatte.

Dafür sei „ja überhaupt kein Geld da“, lautete die damalige Einschätzung des SPD-Ortsvorsitzenden und Gemeinderats Toni Spielberger. Und Gemeindekämmerin Ute Pahlow zeigte sich „zumindest skeptisch“ , was angesichts der damaligen Aßlinger Schuldenlast eine Genehmigung des Landratsamts für Fremdmittel für einen Sportzentrumsneubau betraf. Doch CSU-Ortsvorsitzender Martin Pregler wollte das natürlich so nicht stehen lassen: „Wir machen keine schwammigen Aussagen.“ Fördergelder von Land, Bund und Europa, Eigenleistung sowie die Verteilung der Investition auf mehrere Jahre sowie „die Verwertung des bisherigen Geländes vielleicht als Bauland“ nannte er als Finanzierungsmöglichkeiten.

Genauer Standort ist noch Verhandlungssache

Wo denn ganz genau in dem beschriebenen Bereich das neue Sportgelände und die Wohnungen entstehen werden, ist dem Vernehmen nach noch Verhandlungssache. Die Gemeinde sei mit dem Grundstücksbesitzer, was die Situierung betrifft, noch nicht einig. In der Grundsatzfrage des Verkaufs beziehungsweise Erwerbs aber offensichtlich schon. Denn der jetzt vom Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme von Hans Eben (CSU) verabschiedete Haushalt 2016 weist schon recht konkrete Schritte aus. Für den Erwerb sind 2,63 Millionen Euro für das laufende Jahr festgeschrieben. Für 2018/2019 sind Einnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus dem Weiterverkauf von Flächen eingestellt. Sogar von einer 83 800 Euro teuren separaten Erschließung und Ausgleichszahlung ist die Rede. Und unter dem Stichwort „Vorausschau 2017 bis 2019 zum Grundstück“ leuchtet eine Million Euro auf, die 2017 bis 2018 für die eigentliche Erschließung des ganzen Areals ausgegeben werden soll, um dann zwischen 2018 und 2019 - Stichwort Wohnungsbau - aus dem Verkauf wiederum eine Million Euro zu generieren.

„Wir hoffen, dass wir unterm Strich mit einer schwarzen Null rauskommen“, zeigt sich ein kundiger Gemeinderat überzeugt und er erinnert daran, dass man ja beim jetzigen Büchsenberg-Gelände mit dem Landratsamt schon einig sei bei der künftigen Nachfolgenutzung. Mit dem dann dort entstehenden Bauland soll schließlich auch ein Teil des Sportgeländes refinanziert werden. Bei den beiden Terminen zur Beratung des Aßlinger Haushalt in den zurückliegenden zehn Tagen war von alledem kaum die Rede. Zu wortkarg geben sich da die Aßlinger Bürgervertreter. Auch dort, wo es um den einzigen Wermutstropfen bei der ganzen Sache geht - ein 1,5 Millionen Euro umfassender Kredit, den es zur Zwischenfinanzierung für die nächsten zwei, drei Jahre aufzunehmen gilt. Der lässt die Schuldenlast einstweilen zum Jahresende wieder auf 7,3 Millionen Euro steigen.

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