Asyl-Unterkünfte: Ja zu Pöring - Nein zu Ingelsberg

Zorneding - In Pöring sollte eine Unterkunft für 64 Asylbewerber entstehen. Sollte - denn derzeit hat die Regierung von Oberbayern einen Stopp für neue Bauvorhaben verhängt und bereits geplante Projekte auf den Prüfstand gestellt.

Dennoch befasste sich der Zornedinger Gemeinderat in seiner April-Sitzung mit dem Bauvorhaben: „Auch wenn die Regierung sich derzeit zurückhaltend verhält, wollen wir den Bauantrag trotzdem behandeln, damit wir im Falle eines Falles schnell reagieren können“, so Bürgermeister Piet Mayr (CSU). Bauherr der Unterkunft ist der Landkreis Ebersberg, der eine Fläche an der Eglhartinger Straße von der Gemeinde pachtet.

Peter Pernsteiner (FDP) bemängelte, dass die Anzahl der Betten gegenüber früheren Plänen gestiegen sei, nicht aber die Anzahl der Sanitäranlagen, Aufenthalts- und Schulungsräume oder die Anzahl der geplanten Waschmaschinen. „Von der Security wissen wir zudem, dass ein Büro nahe dem Eingang sinnvoller wäre als am Ende des Ganges, aber solche praktischen Überlegungen wurden leider nicht berücksichtigt“, kritisierte er. „Ich habe den Eindruck, dass der Landkreis da einfach irgendeinen Plan vorgelegt hat.“

„Die Planung ist mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt“, entgegnete Mayr. „Sie entspricht den Standards, die derzeit finanzierbar sind. Für die Inneneinrichtung ist die Gemeinde nicht zuständig.“ Mayr wollte außerdem eine Lanze für das Landratsamt brechen: „Die Mitarbeiter dort waren im letzten halben Jahr nur damit beschäftigt, den Leuten überhaupt irgendein Dach über dem Kopf zu verschaffen.“

Mayr bot Pernsteiner aber an, dessen Anregungen im Protokoll festzuhalten. Auch für Begrünung im Außenbereich, wie von Moritz Dietz (Grüne) angefragt, will die Gemeinde sorgen. So wurde das Bauvorhaben letztlich einstimmig angenommen.

Abgelehnt wurde hingegen ein Vorhaben eines privaten Investors, der in Ingelsberg ein Containerdorf für 56 Personen errichten wollte. Der Bauwerber hatte seinen Antrag am vergangenen Wochenende selbst ohne weitere Begründung zurückgezogen. „Ich schlage vor, den Antrag pro forma trotzdem zu behandeln, um auf der sicheren Seite zu sein“, so Mayr.

Bianka Poschenrieder (SPD) bat darum, den Bauantrag abzulehnen: „Schließlich haben wir in Pöring versprochen, dass so bald nicht gleich die nächste Unterkunft geplant wird.“ „Ich habe gar nichts versprochen“, entgegnete Helmut Obermaier (Grüne). „Für mich klingt das, als sei der Bauwerber von der Bevölkerung gedrängt worden, seinen Antrag zurückzuziehen. Das ist aber nicht das, was wir im Gemeinderat wollen, sowas wollen wir schon selbst entscheiden.“

Den Standort an sich halte Obermaier prinzipiell durchaus für geeignet, „aber wir werden den Antrag trotzdem ablehnen, weil er derzeit ja nicht benötigt wird.“ Dieser Ablehnung schloss sich die überwiegende Mehrheit der Gemeinderäte an.

Susanne Edelmann

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