Gustav Lorenz Vorsitzender des Vereins aktiver Bürger. jro

Asylbewerber: "Da kommen keine Wilden"

Vaterstetten - Noch gibt es nur sehr wenige Asylbewerber in der Gemeinde Vater-stetten, aber das könnte sich bald ändern: Bis zum Jahresende könnten hier bis zu 100 Flüchtlinge untergebracht werden.

Schon vor Monaten hat das Landratsamt Ebersberg alle Landkreisgemeinden dazu aufgerufen, vorsorglich Unterkünfte für Asylbewerber bereit zu stellen - nicht immer waren die Reaktionen positiv. Aus diesem Grund lud der Verein aktiver Bürger (VaB) zu einem Gedankenaustausch ein. Neben VaB-Vorstand Gustav Lorenz waren zehn weitere Vereinsmitglieder und Interessenten gekommen.

„Ich will nicht, dass das hier so abläuft wie in Anzing“, begründete etwa Almut Schweizer ihr Kommen. Dort nämlich waren die Proteste der Bevölkerung besonders massiv ausgefallen. Deshalb sind Landkreis und Kommunen nun bemüht, Vorbehalte schon im Vorfeld abzubauen und ein positives Umfeld zu schaffen.

„Da kommen keine Wilden, sondern zum Teil hochgebildete Leute“, betonte Vize-Vorstand Tom Wolf. Lorenz berichtete von einer Infoveranstaltung des Landratsamtes für Hilfswillige: „Wichtig ist, dass nun kein blinder Aktionismus ausbricht, sondern alle Hilfsangebote gut koordiniert werden.“ Dazu gebe es sowohl in der Gemeindeverwaltung als auch im Landratsamt Ansprechpartner. „Wir wollen heute nur darüber informieren, wie man helfen kann“, betonte Lorenz.

Möglichkeiten gibt es viele. In erster Linie sollen die Asylbewerber Deutschunterricht erhalten. Auch Hilfe bei Behördengängen und beim Ausfüllen von Formularen werde dringend benötigt. Unterstützung beim Beschaffen von persönlichen, individuellen Gegenständen sei ebenso willkommen wie Kinder- und Hausaufgabenbetreuung.

„Die Asylbewerber sollen so weit wie möglich integriert werden, es soll kein Ghetto entstehen“, waren sich alle Anwesenden einig. So sollen die Menschen in das Vereinsleben einbezogen werden, mit den Gepflogenheiten vor Ort vertraut gemacht werden und Unterstützung bei alltäglichen Erledigungen bekommen. „Eben einfach menschliche Zuwendung“, fasste es eine Teilnehmerin zusammen.

Swanhild Weber, Behindertenbeauftragte der Gemeinde Vaterstetten, sorgte sich, dass der VaB und die Nachbarschaftshilfe sich hier, wie schon in der Vergangenheit, in die Quere kommen könnten. Doch da konnte Lorenz beruhigen: „Zunächst geht es nur darum, zu informieren, welche Art von Hilfe benötigt wird. Wer sich hier einbringen möchte, kann sich bei uns melden, wir stellen der Gemeinde dann einen Pool engagierter Personen zur Verfügung. Ähnlich wird sicherlich auch die Nachbarschaftshilfe verfahren.“

Wer Interesse daran habe, sich hier zum Thema Asylbewerber ehrenamtlich zu engagieren, so Lorenz, der werde vom Landratsamt alle nötigen Informationen und gegebenenfalls auch eine Ausbildung erhalten. se

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