Verwirrung bei Behörden

Asylbewerber sollen in Hotel einziehen

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Vaterstetten - Polizei und Rathaus Vaterstetten waren von dieser Aktion des Landratsamtes überrascht. Zuerst wurde sogar ein Faschingsscherz vermutet.

Da ist wohl einiges schief gelaufen. Wie Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) am Mittwoch bestätigte, will das Landratsamt 32 männliche Asylbewerber in einem Apartement-Hotel in der Baldhamer Straße unterbringen. Das Rathaus sei erst am Freitag relativ spät davon unterrichtet worden. Der Bürgermeister sprach von „Ungereimtheiten“ und „Informationsdefizit“ in Bezug auf die Mitteilungen des Landratsamtes.

Die Verwaltung im Rathaus Vaterstetten hat schnell reagiert. Am Montag schrieb Bauamtsleiterin Brigitte Littke an die Kreisbehörde. Darin wird auf Sicherheitsbedenken der Kommune hingewiesen, vor allem in Bezug auf den Brandschutz. Schließlich gebe es ja um eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen, die in dem Gebäude einquartiert werden sollen, so Reitsberger.

Eigentümer wusste von nichts

Die Anwohner rund um das Hotel wurden am Montag informiert, unter anderem durch Zettel in ihren Briefkästen. Sie waren total überrascht. Bürger wandten sich an die Polizei. Helmut Hintereder, Inspektionsleiter in Poing bestätigte, dass zwei Polizeibeamte vor Ort waren. Es gab Vermutungen, es könne sich um einen Faschingsscherz handeln. Als möglich wurde auch gesehen, dass der Brief eine bewusste Falschinformation sein könnte. Zusätzliche Verwirrung entstand, als die Polizei den Eigentümer des Hotels kontaktierte. Dieser hatte nämlich wohl keine Ahnung von diesem Vorgang. Das Hotel ist verpachtet. Der Eigentümer betonte gegenüber der Ebersberger Zeitung, der Mietvertrag sei jedoch abgelaufen. Der Pächter habe nur noch etwas Zeit bekommen, um die Räume zu renovieren. Inzwischen hat der Eigentümer seinen Rechtsanwalt eingeschaltet. Reaktion von Bürgermeister Reitsberger: „Wir mischen uns nicht in privatwirtschaftliche Verträge ein.“

Polizei muss nachforschen

Die Polizeibeamten erreichten schließlich eine verantwortliche Person. Diese bestätigte, dass es sich nicht um einen Scherz, sondern um eine echten Brief der Behörde handelt. Hintereder ist verwundert, warum die Polizei nicht im Vorfeld von der Belegung informiert wurde. Es handle sich schließlich nicht um vier oder fünf Asylbewerber, die in eine Wohnung einzögen. Bei „großen Sachen“ sei die Polizei bisher „vorab mit einbezogen“ worden. Da habe das Landratsamt „große Transparenz“ bewiesen. Inzwischen habe man die Angelegenheit aber klären können, so Hintereder.

Laut Landratsamt Ebersberg wurden die Anlieger und die Gemeinde Vaterstetten informiert, „umgehend“ nach Abschluss des „Beherbergungsvertrages“. Dieses Verfahren werde immer so angewandt. Verhandelt habe die Kreisbehörde mit dem Betreiber des Hotels. Dieser habe dem Landratsamt immer gesagt, er hätte das mit dem Eigentümer abgestimmt, so Evelyn Schwaiger, Sprecherin des Landratsamtes am Mittwoch auf Anfrage der Ebersberg Zeitung. Sie erklärte auch, ein Bezug der Hotels sei derzeit nach und nach mit bis zu 30 Personen geplant.

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