Neubau für Asylbewerber

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Grafing - Der künftige Grafinger Bauhof bekommt Nachbarschaft, noch bevor er gebaut ist. Denn der Stadtrat wird ihm eine Asylbewerberunterkunft dazugesellen.

Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) am Mittwoch veröffentlichte. Voraussetzung ist allerdings, dass ein privater Investor an seinem Plan festhält, hier eine solche Unterkunft zu errichten. Der Stadtrat jedenfalls folgte in nichtöffentlicher Sitzung am Dienstagabend dem Vorschlag der Verwaltung, „dem Investor diese Fläche anzubieten und in konkrete Verhandlungen einzutreten.“ Das wäre das erste Projekt dieser Art im Landkreis Ebersberg.

Das Vorhaben auf dem Areal zwischen Aldi und der Gärtnerei Köstler geht auf einen Vorstoß der CSU zurück, die einen entsprechenden Antrag formulierte. Mit diesem Antrag wollten die Christsozialen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn in einer der vorangegangenen Sitzungen war deutlich geworden, dass die CSU schlimmes Bauchweh hatte bei einem anderen Standort. Der Investor wollte das Asylbewerber-Wohnheim nämlich ursprünglich im Gewerbegebiet in Schammach errichten. 130 Personen hätten dort Unterkunft finden sollen. Knackpunkt war der Lärm, dem die Flüchtlinge ausgesetzt worden wären, weil die Bahnlinie München Rosenheim dort verläuft. Das war die offizielle Version. Inoffiziell hatten Stadträte schwerste Bedenken gegen den Standort im Gewerbegebiet - Stichwort Ghettobildung.

Beschlossen wurde am Dienstag außerdem, die Suche nach möglichen, dezentralen Standorten voranzutreiben, da Unterkünfte in der genannten Größenordnung weiter als kritisch angesehen werden. „Momentan leben 117 Asylbewerber in Grafing: in privaten Wohnungen und Häusern und in Conatinern am Gymnasium Grafing“, informiert Obermayr. Aufgrund der vielen Flüchtlinge, die nach Deutschland kämen, würden im nächsten Jahr mindestens doppelt so viele Unterkünfte benötigt, schätzt sie. Neubau und Betrieb des neuen Bauhofs werden durch das Vorhaben nicht beeinträchtigt und können wie geplant durchgeführt werden.

Die Unterkunft für Asylbewerber, ein normaler Wohnungsbau, bekommt einen eigenen Zugang getrennt vom künftigen Bauhof.

Obermayr: „Wir sind sehr froh, dass gute Aussichten bestehen, dass die dringend benötigte Unterkunft jetzt nicht mehr im Gewerbegebiet neben der Bahn gebaut wird, sondern ortsnäher auf städtischem Grund.“

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