Kuchenverkauf für die Integration der Asylbewerber: Carolina Phillips (Mitte), Katja Stemmler (li.) und Iouna Nowak haben beim Kindertheater des Familienzentrums für die gute Sache gearbeitet. foto: dziemballa

Asylbewerber: Viele Poinger helfen bei der Integration

Poing - Die vier Asylbewerber, die knapp einer Woche in Poing leben, werden bestens betreut. Dank engagierter Bürger lernen die Männer aus Pakistan ihre neue Heimat kennen. Und sie haben Kleidung und Essen bekommen.

In der evangelischen Christuskirche, wo jeden Mittwoch die Poinger Tafel geöffnet hat, sind die vier Pakistani im Alter zwischen 21 und 38 Jahren einen Tag nach ihrer Ankunft erstmal mit Kleidung und Essen versorgt worden. In die Hand genommen hat dies Christine Bloch, Leiterin der Poinger Tafel und der Aktion "Poinger helfen Poingern". Aus dem Fundus der Tafel und aus der Flohmarktware, die zugunsten von "Poinger helfen Poingern" verkauft wird, konnten die Asylbewerber aussuchen, was sie benötigen.

Danach hat Bloch die Männer in ihr Auto gepackt und ihnen Poing gezeigt. "Wo man einkaufen kann, wo der Wertstoffhof ist", und so weiter. Einer der vier Asylbewerber spricht Bloch zufolge sehr gut Deutsch, ein zweiter sehr gut Englisch. "Er hat mir erzählt, dass er Web-Designer ist." Die beiden anderen seien noch etwas schüchtern und zurückhaltend, erzählt Bloch.

Den Asylbewerbern das Leben in der noch ungewohnten Umgebung so einfach wie möglich zu machen, hat sich auch Carolina Phillips zur Aufgabe gemacht. Sie ist Vorstandsmitglied im Familienzentrum Poing und hatte für das Kindertheater am Sonntag spontan einen Kuchenverkauf organisiert. Der Erlös (knapp 200 Euro) soll für die Integrationsarbeit verwendet werden. Beispielsweise Deutschkurse, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, und so weiter. "Ich mag es, wenn alle Nationalitäten zusammenkommen", sagt die 39-Jährige. Sie lebt mit ihrer Familie seit gut einem Jahr in Poing. Von der Welt gesehen hat sie bereits einiges.

In Portugal geboren, ist sie im Alter von sieben Jahren mit ihren Eltern (Vater Finne, Mutter Portugiesin) nach Frankreich gezogen, wo sie die nächsten 14 Jahre lebte. Nach dem Studium hat sich die Biologin eine Auszeit genommen und ein Jahr lang eine Weltreise gemacht. Ihr Mann stammt übrigens aus Australien.

Zurück nach Poing. Nachdem sich bei einer Infoveranstaltung vor etwa zwei Wochen knapp 40 Bürger in eine Helfer-Liste eingetragen haben, dürfte es an Unterstützung für die Asylbewerber nicht mangeln. Die ersten Kontakte sind geknüpft.

von Armin Rösl

Auch interessant

Kommentare