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Viel Verkehr auf der Bundesstraße führt auch zu viel Lärm. Jetzt stellt sich neu die Frage, ob eine Geschwindigkeitsbegrenz ung in Höhe der Schule möglich ist.

Absage an „Papiertiger“

Ausgebremst: Kein Lärmaktionsplan für B 304 in Kirchseeon

Kirchseeon  - Weil schon in den Jahren 2009 und 2010 die Mühen so gut wie umsonst gewesen sind, unternimmt Kirchseeon keinen zweiten Anlauf, um für den Bereich der B 304-Ortsdurchfahrt einen Lärmaktionsplan zu erstellen.

Das entschied der Marktgemeinderat jetzt einstimmig. Damit ist das Thema Lärmschutz jedoch nicht endgültig abgeschlossen. Die oft kritisierte Ampelschaltung am westlichen Ortsrand von Eglharting wird ebenso weiter im Blick behalten wie der Aspekt „Flüsterbelag“. Sogar Tempo 30 könnte wieder aktuell werden.

Bürgermeister Udo Ockel (CSU) hatte das Thema Lärmaktionsplan auf die Tagesordnung am Montagabend gesetzt, weil mit dem neuen, bis 2030 geltenden Bundesverkehrswegeplan „jetzt wohl eine Umgehungsstraße für eine ganze Weile ad acta gelegt worden ist“. Also gehe es um die Frage, wie man weiter verfahren wolle, ganz konkret, ob die Verwaltung eine „Lärmaktionsplanung betreiben soll“.

Dass er sich davon nicht viel erwartet, machte der Rathauschef gleich zu Beginn deutlich. Als sich die Marktgemeinde in den Jahren 2009 und 2010 mit gutachterlicher Unterstützung um einen Maßnahmenkatalog zur Lärmminderung entlang der Ortsdurchfahrt bemüht habe, sei schließlich „ein sehr unbefriedigendes Ergebnis zu Tage gefördert worden“, nämlich „ein Papiertiger“. Deshalb kündigte der Bürgermeister auch an, bei einer etwaigen Abstimmung über einen neuerlichen Anlauf dagegen zu stimmen. Seinen Widerstand begründete Ockel nicht nur mit dem damaligen Ergebnis der Lärmaktionsplanung für die B 304, sondern auch mit erst kürzlich gemachten Erfahrungen: Es müsse nämlich auch darauf hingewiesen werden, dass wie bei der Lärmaktionsplanung vor zwei, drei Jahren für den Bereich der Bahnlinie „greifbare Ergebnisse nicht zu erwarten sind“. Dennoch müssten entsprechende Finanzmittel für Gutachten aufgewendet werden. Er halte es „nicht für zielführend, jetzt wieder dafür viel Geld auszugeben“.

Für Ockel ist ein Lärmaktionsplan für die B 304 nach den zurückliegenden Erfahrungen „ein Instrument, das uns keinerlei Nutzen bringt“. Denn fast alle damals erhobenen Forderungen seien „zu unverbindlichen Wünschen erklärt“ worden, erinnerte der Bürgermeister. Diese bezogen sich auf eine Begrenzung der Fahrgeschwindigkeit auf Tempo 30 und natürlich auf eine Umfahrungsstraße. Nur beim Flüsterasphalt ist man zwischen der Hochriesstraße am Spannleitenberg und der Rotbuchenstraße auf einem 1,2 Kilometer langen Teilstück weitergekommen.

Abgehakt scheint auch das Thema Lärmschutzfenster zu sein. 78 Häuser waren zwischen 1989 und 1994 in einem Förderprogramm, 22 Hausbesitzer hatten das Geld in Anspruch genommen.

Nur eine einzige Wortmeldung kam dann aus dem Sitzungsrund. Grünen-Fraktionssprecherin Andrea Oberhauser-Hainer wollte eine Bestätigung, dass auch ohne Lärmaktionsplan die Lärmminderung weiterhin ein Thema im Gemeinderat und im Rathaus sein werde.

Nicht nur beim Thema Flüsterasphalt zeigte sich Ockel dann bei seiner Antwort optimistisch. Zwar habe es beim Rosenheimer Straßenbauamt einen Amtsleiterwechsel gegeben. Doch bislang habe die Zusage gegolten, dass bei weiteren Fahrbahnsanierungen wieder ein lärmmindernder Belag aufgebracht werde. Vielleicht könnten auch die komplizierten Ampelschaltungen im Eglhartinger Westen in den Griff gebracht werden, ergänzte Ockel. Zudem sei seit einer Gesetzesnovellierung zum Jahresbeginn auch Tempo 30 vor Schulen möglich, sinnierte der Bürgermeister sogar über eine Geschwindigkeitsbremse auf der Bundesstraße 304 westlich des Spannleitenbergs. Von Eberhard Rienth

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