Ausreißer "Sam" ist wieder da

Poing - ier Tage war der Star der Flugschau im Wildpark Poing, der Weißkopfseeadler "Sam", verschwunden, seit Sonntagabend ist er wieder da. Zu verdanken ist dies einem siebenjährigen Buben aus Wifling und einer Joggerin aus Ottenhofen (beides Lkr. Erding).

Etwa 120 Anrufe sind bei Falkner Rudolf Maier eingegangen, nachdem unsere Zeitung am Donnerstag über das Verschwinden von "Sam" berichtet hatte. Radiosender schlossen sich an, und aufgrund der Hinweise konnte Maier schnell herausfinden, in welche Richtung es den 18 Jahre alten Weißkopfseeadler verschlagen hatte. Am Mittwoch war "Sam" während einer Flugvorführung aufgrund guter Thermik rund zwei Kilometer in die Höhe geflogen. Plötzlich kam ein Wolkenband, "Sam" geriet hinein und der Wind trug Wolken und Adler fort. "Sam", der seit neun Jahren im Wildpark lebt und noch nie weggeflogen ist, verlor die Orientierung.

Erste konkrete Hinweise kamen aus der Nähe von Bad Endorf, erzählt Rudi Maier. "Er war wahrscheinlich in der Nähe des Simssees, von dort ist er zurück nach Wasserburg, dann vermutlich über den Ebersberger Forst nach Hohenlinden, Markt Schwaben und Ottenhofen", schildert der Falkner die Odyssee von "Sam". Dass er überhaupt vom Alpenrand zurück Richtung Norden geflogen ist, kann sich Maier nicht erklären. "Vielleicht hat der Adler doch so etwas wie einen Instinkt, der ihn wieder zurückführt", vermutet er.

Am Sonntagnachmittag ging es dann Schlag auf Schlag. Zunächst meldete sich ein Jäger aus Wifling, der erzählte, dass sein siebenjähriger Sohn den Weißkopfseeadler gesehen habe. Nach der Flugvorführung am Nachmittag setzte sich Falkner Rudi Maier sofort ins Auto und fuhr los. "Leider bin ich zehn Minuten zu spät gekommen, Sam war schon wieder weg." Gegen 19 Uhr kam ein weiterer Anruf, dieses Mal war eine Frau dran, die gerade in der Nähe von Ottenhofen joggte. "Sie berichtete, dass der Weißkopfseeadler direkt neben ihr sitzt", erzählt Maier. Und tatsächlich: Die Joggerin, die ihr Handy beim Sport dabei hatte, lotste den Falkner zu "Sam". "Man hat richtig gemerkt wie erleichtert er war, als er mich sah." Zuhause im Wildpark gab's für den Adler dann erst mal seine Leibspeise zur Stärkung: Forelle.

"Ich freue mich sehr, dass er wieder da ist", gesteht Rudi Maier. "Und ich bin echt überwältigt, wie viele Leute Anteilnahme genommen haben", freut er sich. "Ich möchte allen für ihre Mithilfe danken." "Sam" sitzt nun in seiner Hütte und braucht erst mal Ruhe. "Er ist ein wenig geschwächt", beschreibt der Falkner den Gesundheitszustand. In den nächsten Tagen will er ihn wieder langsam an den Alltag gewöhnen.

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