Der weiß-rot-blaue Löwe trägt eine Auktionsnummer und kann am Samstag ersteigert werden. Fotos: Dziemballa

Auto König in Anzing: Träume unterm Hammer

Anzing - Die Bentleys, die Maseratis und die Ferraris sind schon weg. Übrig bleiben Hebebühnen, Rangierwagenheber, Reifenwuchtmaschinen, antike Vasen, Möbel und Gemälde. Am Samstag, 30. Januar, muss alles raus – dann ist Insolvenzversteigerung bei „Auto König“ in Anzing. Ein Rundgang.

Versteigerer Richard Schwarzfischer junior geht durch die verwaisten Verkaufsräume und die Werkstatt des Autohaus König in der Gutenbergstraße in Anzing. „Spezialwerkzeuge von Rolls Royce, Spezialwerkzeuge von Bentley, Spezialwerkzeuge von Lotus“, sagt er, als er auf die Werkbänke mit Hunderten von Spezialzangen, Spezialschraubenziehern und anderen Spezialgerätschaften zeigt. Die Räume sind ein Werkstatt gewordener Traum für jeden Autofreak und Hobbybastler. Schwarzfischer geht an einem Motorschneeräumgerät vorbei, dann an einem Felgenständer und an der Maserati-Leuchtreklamen. Sämtliche Teile, an denen der Versteigerer vorbei kommt, werden am Samstag versteigert, insgesamt weit über 300 Positionen. „Es wird ein kleines Volksfest“, sagt der Versteigerer.

Ein Rundgang durch das Autohaus

"Träume unterm Hammer" - Versteigerung bei Auto König

Ab 8 Uhr können die Auktionsstücke besichtigt werden, um 11 Uhr beginnt die Auktion. Schwarzfischer arbeitet im Auftrag des Insolvenzverwalters, die 15 Prozent Versteigerungsgebühr sind sein Verdienst. Schwarzfischer geht aus der Werkstatt raus – und rein in die ehemaligen Verkaufsräume, vorbei an Aquarellen, Sesselgarnituren, Tischen und mannshohen Zimmerpflanzen. Muss auch alles raus. „Die Bilder haben einen Ausrufpreis von 50 bis 2500 Euro“, sagt er.

Schnäppchenjäger, Sammler und Autoliebhaber könnten am Samstag ihr Glück finden.

In Anzing gibt es Dinge zu kaufen, die man sonst kaum zu greifen bekommt: eine komplette Maserati-Verkaufsraumausstattung, ein Ferrari-Motortestgerät (Neu- preis 24 000 Euro), Ferrari-Leuchtreklame oder auch die Krawatte, die vielleicht ein Verkäufer vergessen hat und die verlassen an einem Kleiderständer hängt. Die Krawatte kommt natürlich auch unter den Hammer. Der Insolvenzverwalter kann jeden Euro gebrauchen.

Schwarzfischer stapft durch den Schnee und öffnet die Tür zu einem weiteren Verkaufsraum, ein paar Häuser weiter. Er zeigt auf Designermöbel, Neupreis 1500 Euro, original Bentley-Stühle, alte Computer, eine Stereoanlage, Schreibtische, Faxgeräte.

Nur die Werbeplakate versprühen noch den Luxus vergangener Tage. Aber nur noch kurz, dann wird der Verkaufsprofi auch aus ihnen Geld gemacht haben.

Auf allen Artikeln klebt bereits die Auktionsnummer. „Gekauft wird wie besichtigt“, sagt Schwarzfischer. Rückgaberecht gibt es nicht. Dann erklärt der Versteigerer, dass man am Samstag nicht mit Unmengen an Bargeld anzureisen brauche. „Bankbestätigter Scheck geht auch“, sagt er, dann schließt er die Türe und stapft wieder durch den Schnee. In ein paar Stunden ist „Auto König“ in Anzing endgültig Geschichte.

Von Stefan Sessler

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